Barrierefreiheit
Griechenland ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leider eines der schwierigeren Reiseländer in Europa. Die Kombination aus antiker Bausubstanz, engen Gassen, Kopfsteinpflaster und hügeligem Terrain macht vieles kompliziert — aber es gibt auch Lichtblicke.
Wo es gut funktioniert
- Athen-Metro — alle Stationen der Linien 2 und 3 haben Aufzüge und taktile Leitsysteme. Die Metro ist das barrierefreieste Verkehrsmittel in Griechenland
- Neue Akropolis-Museum — vollständig barrierefrei, Aufzüge zu allen Etagen, rollstuhlgerechte Toiletten
- Moderne Hotels (ab 4 Sterne) — haben in der Regel barrierefreie Zimmer mit ebenerdigen Duschen und breiteren Türen
- Thessaloniki — die Uferpromenade (Nea Paralia) ist 5 km lang, eben und vollständig rollstuhlgerecht
- Organisierte Strände — einige größere Strände auf Kreta (Elafonisi-Parkplatz, Rethymno Stadtstand), Rhodos und Korfu haben rollstuhlgerechte Rampen und Seastrac-Systeme
Wo es schwierig wird
- Kykladeninseln (Santorini, Mykonos) — enge, steile Gassen, Kopfsteinpflaster, Treppen überall. In Oia auf Santorini gibt es praktisch keinen ebenen Meter
- Archäologische Stätten — die Akropolis selbst hat einen provisorischen Aufzug (Nordseite), aber der Weg dorthin ist steil und uneben. Delphi, Olympia und Epidauros sind weitgehend nicht barrierefrei
- Fähren — größere Fähren (Blue Star, Minoan Lines) haben Aufzüge und barrierefreie Kabinen. Kleine Speedboats und lokale Kaikis: vergiss es
- Öffentliche Busse (KTEL) — Überlandbusse haben selten Rampen oder Niederflureinstiege
- Bürgersteige — selbst in Athen oft zugeparkt, uneben oder nicht vorhanden. Bordsteinabsenkungen sind Glückssache
Tipps für die Planung
- Inseln mit flacher Topographie wählen: Paros, Naxos und Kos sind deutlich leichter zu navigieren als Santorini oder Hydra
- Mietwagen statt Öffis — gibt die größte Unabhängigkeit, vor allem mit Automatik (vorher reservieren!)
- Sailing4Handicap und Accessible Greece bieten spezialisierte Reiseberatung