Anreise & Transport
Mit dem Flugzeug
Irland ist von Deutschland aus schnell und günstig per Flug erreichbar. Die Flugzeit beträgt nur 2–2,5 Stunden, und dank Ryanair (Europas größte Airline hat ihren Hauptsitz in Dublin!) gibt es ganzjährig günstige Verbindungen.
✈️ Dublin (DUB) — Irlands Hauptflughafen
Irlands mit Abstand größter Flughafen liegt nur 10 km nördlich des Stadtzentrums. Ganzjährig exzellent angebunden: Direktflüge ab München, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Wien, Zürich. Airlines: Ryanair (Hauptbasis!), Aer Lingus (irische Nationalairline, im IAG-Konzern mit British Airways), Lufthansa, Eurowings. Zwei Terminals — Ryanair fliegt ab Terminal 1, Aer Lingus ab Terminal 2.
Transfer ins Zentrum: Airlink Express Bus 747 zum Stadtzentrum (7 €, 30 Min., alle 15 Min.). Aircoach (8 €, diverse Routen). Taxi/Uber 20–30 €. Es gibt keine Bahnverbindung zum Flughafen — ein ewiges Ärgernis der Dubliner.
✈️ Shannon (SNN) — Tor zum Westen
Kleinerer Flughafen an der Westküste, ideal für den Wild Atlantic Way, die Cliffs of Moher und den Ring of Kerry. Direktflüge ab Frankfurt und Düsseldorf (saisonal, Aer Lingus). Weniger Verbindungen als Dublin, aber die Lage spart lange Autofahrten. Der Flughafen ist perfekt als Start- oder Endpunkt einer Wild-Atlantic-Way-Tour.
✈️ Cork (ORK) — Tor zum Süden
Südirlands Hauptflughafen, 8 km südlich von Cork City. Direktflüge ab München und Frankfurt (Aer Lingus, Ryanair). Ideal für Reisen nach Südirland, Killarney und den Ring of Kerry. Kleinerer, unkomplizierter Flughafen — vom Gate zum Mietauto in 20 Minuten.
✈️ Belfast (BFS/BHD)
Zwei Flughäfen: Belfast International (BFS) und der stadtnähere George Best Belfast City Airport (BHD). Direktflüge ab Deutschland sind begrenzt — oft ist der Umweg über Dublin oder London günstiger. Für Nordirland-Reisende lohnt sich Dublin als Ausgangspunkt (Belfast ist nur 100 Min. per Bus entfernt).
Flugpreise (Richtwerte ab Deutschland, one-way)
| Zeitraum | Dublin | Shannon/Cork |
|---|---|---|
| Nebensaison (Nov–Mär) | 20–60 € | 40–90 € |
| Schulter (Apr–Jun, Sep–Okt) | 40–100 € | 60–130 € |
| Hochsaison (Jul–Aug) | 70–160 € | 100–200 € |
Spartipps: Ryanair bietet regelmäßig Flüge nach Dublin ab 15–20 € one-way an — aber Aufpreis für Gepäck (ab 20 € pro Stück) beachten! Aer Lingus ist komfortabler und hat meist 10 kg Handgepäck inklusive. Gabelflüge (hin Dublin, zurück Shannon oder Cork) sind perfekt für Roadtrips und oft nicht teurer als Retouren.
Tipp
Der beste Irland-Flug-Hack: Buche einen Gabelflug — hin nach Dublin, zurück ab Shannon (oder Cork). So kannst du den Wild Atlantic Way als One-Way-Roadtrip fahren, ohne zum Ausgangspunkt zurückzumüssen. Ryanair und Aer Lingus bieten das oft zum gleichen Preis wie eine Retour.
Mietwagen & Linksverkehr
Ein Mietwagen ist die mit Abstand beste Art, Irland zu entdecken. Die Insel ist kompakt (Dublin nach Galway: 2,5 Stunden, Dublin nach Cork: 3 Stunden), die Straßen führen durch atemberaubende Landschaften, und viele der schönsten Orte sind ohne Auto kaum erreichbar. Aber: In Irland wird links gefahren!
🚗 Linksverkehr — Kein Grund zur Panik
Ja, Linksverkehr klingt beängstigend. Aber die meisten Fahrer gewöhnen sich innerhalb von 30–60 Minuten daran. Die Schaltung liegt links (oder man bucht einen Automatik), der Scheibenwischer ist dort, wo in Deutschland der Blinker sitzt (die ersten Tage wischt man statt zu blinken — das ist völlig normal und ein Running Gag unter Irland-Reisenden), und die Kreisverkehre laufen im Uhrzeigersinn. Der wichtigste Merksatz: „Bleib links, überhol rechts."
- Am Flughafen: Nimm dir die ersten Kilometer auf dem Flughafengelände zum Eingewöhnen. Nicht sofort in den Stadtverkehr stürzen!
- Kreisverkehr: Im Uhrzeigersinn! Wer im Kreisverkehr ist, hat Vorfahrt
- Schmale Straßen: Auf dem Land sind viele Straßen einspurig mit Ausweichbuchten (Passing Places). Wer dichter an einer Bucht ist, weicht aus — und grüßt per Handzeichen
- Schafe: Auf Landstraßen stehen regelmäßig Schafe auf der Fahrbahn. Langsam fahren, hupen, warten
Preise & Buchung
Mietwagen in Irland sind leider nicht günstig: Ab 35–50 €/Tag für einen Kleinwagen in der Nebensaison, 60–100 €/Tag im Sommer. Die Hochsaison (Juli/August) kann brutal teuer werden — 100–150 €/Tag für einen normalen Mittelklassewagen. Frühzeitig buchen! Über Vergleichsportale (billiger-mietwagen.de, CHECK24) mindestens 6–8 Wochen vorher. Empfehlenswerte Anbieter: Hertz, Enterprise, National. Tipp: Automatik-Wagen sind deutlich teurer (oft +50 %), aber im Linksverkehr empfehlenswert — links schalten mit der linken Hand ist anfangs verwirrend.
Versicherung & Kaution
Irische Mietwagenfirmen sind berüchtigt für hohe Versicherungskosten und Kautionen. Am Schalter wird massiv versucht, teure Zusatzversicherungen zu verkaufen. Die beste Strategie: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung vorab über den Vergleichsportal buchen und am Schalter alles Weitere ablehnen. Die Kaution per Kreditkarte (oft 1.000–2.000 €) wird als Autorisierung geblockt und nach Rückgabe freigegeben.
Straßen & Tempolimits
Irlands Straßen reichen von exzellenten Autobahnen (M-Straßen, meist mautfrei) bis zu abenteuerlich engen Landstraßen, auf denen zwei Autos nur mit Einziehen der Spiegel aneinander vorbeikommen. Tempolimits: 120 km/h Autobahn, 100 km/h Nationalstraße, 80 km/h Regionalstraße, 50 km/h innerorts. Die M50 um Dublin hat eine elektronische Maut (eFlow) — beim Mietwagenanbieter klären! In Nordirland gelten Meilen statt Kilometer.
Achtung
Irlands enge Landstraßen mit hohen Hecken und blinden Kurven sind der gefährlichste Aspekt des Autofahrens hier. Fahre langsamer als das Tempolimit, besonders auf R-Straßen (Regionalstraßen). An engen Stellen hat der bergauf fahrende Verkehr Vorfahrt. Und: Die irischen Autofahrer sind entspannt — wer drängelt, outet sich sofort als Tourist.
Busse & Bahnen
Irland ohne Auto? Machbar, aber mit Einschränkungen. Die Hauptstädte und größeren Orte sind gut verbunden, aber auf dem Land — wo die schönsten Ecken liegen — wird es dünn.
🚌 Bus Éireann & Expressbusse
Bus Éireann (buseireann.ie) ist Irlands nationale Busgesellschaft und betreibt das umfangreichste Netz auf der Insel. Die Expressbusse verbinden alle größeren Städte zuverlässig und günstig.
| Strecke | Dauer | Preis ab |
|---|---|---|
| Dublin → Galway | 2:45h | 16 € |
| Dublin → Cork | 3:15h | 18 € |
| Dublin → Killarney | 4:00h | 22 € |
| Dublin → Belfast | 1:40h | 12 € |
| Galway → Cliffs of Moher | 2:00h | 10 € |
GoBus und Citylink sind private Alternativen auf den Hauptrouten (Dublin–Galway, Dublin–Cork) und oft günstiger und komfortabler als Bus Éireann.
🚂 Irish Rail (Iarnród Éireann)
Irlands Zugnetz ist überschaubar, aber die Hauptstrecken sind schnell und bequem. Dublin ist der zentrale Knotenpunkt mit zwei Hauptbahnhöfen: Heuston Station (Züge nach Cork, Galway, Limerick, Killarney) und Connolly Station (Züge nach Belfast, Rosslare, Sligo).
| Strecke | Dauer | Preis ab |
|---|---|---|
| Dublin → Cork | 2:30h | 25 € |
| Dublin → Galway | 2:15h | 20 € |
| Dublin → Belfast | 2:10h | 15 € |
| Dublin → Killarney | 3:30h | 30 € |
Online-Tickets auf irishrail.ie sind deutlich günstiger als am Schalter — buche im Voraus für die besten Preise. Der Irish Explorer Pass (5 Tage aus 15 für 160 €) kann sich für Intensivreisende lohnen.
Organisierte Touren
Für Reisende ohne Auto sind Tagestouren ab Dublin eine exzellente Alternative: Paddy Wagon Tours, Wild Rover Tours und andere Anbieter fahren täglich zu den Cliffs of Moher, nach Giant's Causeway, Glendalough und in die Wicklow Mountains. Preise: 40–70 € pro Tour inklusive Transport und Eintritt. Die Guides sind meist hervorragend und liefern Entertainment auf dem Niveau eines Stand-up-Comedians.
Tipp
Die Buslinie 350 von Galway zu den Cliffs of Moher (Bus Éireann, ca. 10 €) ist der günstigste Weg zu Irlands berühmtester Sehenswürdigkeit ohne Auto. Sie fährt mehrmals täglich und hält direkt am Besucherzentrum. Kombiniere mit einem Stopp im charmanten Doolin — das Dorf ist Irlands inoffizielle Trad-Musik-Hauptstadt.
Der Wild Atlantic Way
Der Wild Atlantic Way ist nicht einfach eine Straße — er ist ein Lebensgefühl. Diese 2.500 Kilometer lange Küstenroute von Kinsale in Cork bis zur Inishowen-Halbinsel in Donegal ist die längste ausgewiesene Küstenstraße der Welt und Irlands Meisterwerk des Tourismus-Marketings, das zu einem echten Erlebnis geworden ist.
Die Route ist mit blauen Schildern und dem Wild-Atlantic-Way-Logo (eine stilisierte Welle) markiert und folgt der Küste durch Countys Cork, Kerry, Clare, Galway, Mayo, Sligo und Donegal. Entlang der Route gibt es 188 offizielle „Discovery Points" — Aussichtspunkte, Strände, historische Stätten und Naturwunder, jeweils mit einem kleinen Hinweisschild.
Route & Zeitplanung
- Die volle Route (2.500 km): Plane mindestens 14 Tage, besser 3 Wochen. Wer versucht, den WAW in einer Woche durchzurasen, verpasst den Sinn der Sache — es geht um langsames Reisen, spontane Stopps und Pub-Abende
- Highlight-Route (7–10 Tage): Galway → Cliffs of Moher → Dingle → Ring of Kerry → Killarney. Die beliebteste und eindrucksvollste Teilstrecke
- Tagesetappen: Plane nie mehr als 200 km pro Tag — die Straßen sind kurvig, schmal und voller Fotostopps. 100–150 km sind realistisch, wenn du die Landschaft genießen willst
15 Signature Discovery Points (Höhepunkte)
Der WAW hat 15 besonders ausgezeichnete „Signature Points", darunter:
- Cliffs of Moher — Die ikonischste Küstenlandschaft Irlands
- Skellig Michael — Klosterinsel und Star-Wars-Drehort
- Slieve League — Europas höchste Meeresklippen (dreimal höher als die Cliffs of Moher!)
- Loop Head — Dramatisches Kap in Clare
- Malin Head — Irlands nördlichster Punkt
- Downpatrick Head — Spektakulärer Felsenstapel (Sea Stack) im Meer
Fahrtrichtung: Am besten von Norden nach Süden — so fährst du auf der küstennahen Seite der Straße (links) und hast immer freien Blick aufs Meer. In der Gegenrichtung sitzt du auf der Bergseite und verpasst die Aussicht.
Tipp
Der Wild Atlantic Way ist NICHT für Eilige. Der größte Fehler, den Reisende machen: zu viele Kilometer pro Tag planen. Irlands schönste Momente passieren zwischen den Sehenswürdigkeiten — am Straßenrand, in einem zufällig entdeckten Pub, bei einem Gespräch mit einem Schafbauern. Lass den Plan los, lass dich treiben, und du wirst Irland finden.
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