Literatur, Musik & Kunst
Irische Literatur — Die Insel der Dichter
Irland hat vier Nobelpreisträger für Literatur: W.B. Yeats (1923), George Bernard Shaw (1925), Samuel Beckett (1969) und Seamus Heaney (1995). Dazu Giganten wie James Joyce, Oscar Wilde, Jonathan Swift, Bram Stoker (Dracula!) und heute Sally Rooney, Colm Tóibín, Sebastian Barry.
James Joyce und sein Ulysses machten Dublin zum literarischen Weltkulturerbe. Der Roman spielt an einem einzigen Tag (16. Juni 1904, „Bloomsday") in Dublin. Am Bloomsday verkleiden sich die Dubliner in edwardianischen Kostümen und pilgern zu den Schauplätzen.
Oscar Wilde — geboren am Merrion Square 1, dessen bunte Statue heute an der Ecke liegt — brachte den irischen Witz zur Weltliteratur. Die Dublin Literary Pub Crawl (16 €) verbindet Literatur und Pints: Schauspieler führen durch die Pubs, in denen Joyce, Behan und Flann O'Brien tranken und schrieben.
Irische Musik — Von Trad Sessions bis U2
Musik ist Irlands Herzschlag. In jedem Pub, jedem Dorf findet irgendwo eine Trad Session statt: Musiker treffen sich spontan und spielen — Fiddle, Tin Whistle, Uilleann Pipes (irischer Dudelsack), Bodhrán (Rahmentrommel), Gitarre, Banjo. Die Stücke sind Reels, Jigs, Hornpipes — manche hunderte Jahre alt.
Beste Orte für Trad Sessions:
- Galway: Tigh Neachtain, Crane Bar, Monroe's Tavern
- Dublin: The Cobblestone (Smithfield), O'Donoghue's (Merrion Row)
- Doolin, Co. Clare: Gus O'Connor's, McGann's — Irlands Trad-Hauptstadt
- Dingle: Fast jeder Pub hat Sessions im Sommer
Über Trad hinaus: U2, The Cranberries, Sinéad O'Connor, Van Morrison, Hozier, The Pogues, Enya, Glen Hansard, Fontaines D.C. — für ein Land dieser Größe eine unglaubliche Dichte an Weltklasse-Talent.
Riverdance (1994 beim Eurovision Song Contest uraufgeführt) revolutionierte den irischen Stepptanz weltweit. Das Fleadh Cheoil na hÉireann ist das größte Traditional-Music-Festival der Welt — eine Woche, 400.000 Besucher, kostenlos.
Tipp
Für das authentischste Trad-Erlebnis: Geh nicht in den touristischsten Pub, sondern in den daneben. Rede nicht während der Musik. Und wenn die Session endet, kaufe den Musikern eine Runde — das ist die beste Art, sich zu bedanken.
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