Fuerteventura
Corralejo & die Großen Dünen★★★
Corralejo im Norden Fuerteventuras ist das touristischste Städtchen der Insel — und dennoch weit entfernt vom Beton-Wahnsinn anderer Kanaren-Resorts. Die ehemalige Fischersiedlung hat sich ihren Charme bewahrt: eine lebhafte Hafenpromenade mit Fischrestaurants, eine quirlige Fußgängerzone in der Altstadt und — nur wenige Minuten südlich — eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Kanaren.
Parque Natural de Corralejo
Die Dünen von Corralejo erstrecken sich über 7 km entlang der Nordostküste und bedecken eine Fläche von rund 2.600 Hektar. Der feine, goldweiße Sand besteht hauptsächlich aus zerriebenen Muscheln und Korallen — daher die helle, fast karibische Farbe. Die Dünen wurden 1982 zum Naturpark erklärt, nachdem Hotelbaupläne gestoppt wurden (zwei Hotels aus den 70ern stehen allerdings noch als Mahnmale mitten im Park).
Entlang der Dünenlandschaft reihen sich mehrere Strände aneinander, die zu den schönsten der Kanaren gehören:
- Playa del Moro: Windgeschütztere Bucht, türkises Wasser, ideal zum Schwimmen. Beliebter bei Familien.
- Playa del Pozo: Breitere Bucht, weniger überlaufen, guter Einstieg in den Dünenpark.
- Playa de la Concha: Klein, geschützt, kristallklares Wasser — Schnorcheln möglich.
- Flag Beach: Der Kitesurf-Hotspot schlechthin. An windigen Tagen dutzende Kites am Himmel.
Wichtig: Die Strände im Naturpark haben keine Infrastruktur — kein Sonnenschirmverleih, keine Rettungsschwimmer, keine Strandbars. Wasser, Sonnencreme und Windschutz mitbringen! Der Wind kann vor allem nachmittags kräftig auffrischen.
Corralejo-Stadt
Die Calle de la Iglesia und die angrenzenden Gassen bilden das Herz von Corralejo: Restaurants, Surfshops, Souvenir-Läden. Am Hafen legen Fähren nach Lanzarote (35 Min., ab 15 € mit Naviera Armas oder Fred Olsen) und zur Insel Lobos (15 Min., 15 € Hin/Rück) ab. Die Hafenpromenade ist abends der Treffpunkt: Sonnenuntergang mit Blick auf Lobos und Lanzarote, dazu ein kühles Dorada-Bier.
Tipp
Morgens vor 10 Uhr sind die Dünenstrände fast menschenleer — perfekt für Fotos der unberührten Sandlandschaft. Wer FKK-Strände sucht: Je weiter man in den Dünenpark hineinläuft, desto textilfreier wird es. Die Strände im mittleren Abschnitt sind überwiegend FKK.
Playa de Sotavento★★★
Wenn Reisemagazine von den schönsten Stränden Europas schwärmen, landet Sotavento verlässlich in den Top 5. Und das völlig zu Recht: Dieser 9 km lange Sandstreifen an der Südostküste der Jandía-Halbinsel ist eine Naturgewalt für sich — endloser weißer Sand, türkisfarbene Lagunen, die bei Ebbe entstehen, und ein fast unwirkliches Lichtspiel zwischen Himmel und Wasser.
Sotavento besteht eigentlich aus mehreren zusammenhängenden Stränden:
- Playa de la Barca: Der nördliche Abschnitt, Austragungsort des jährlichen Windsurfing & Kiteboarding World Cup (Juli). Hier bildet sich bei Ebbe eine riesige Lagune — knöcheltief, warm, unwirklich schön.
- Playa de Risco del Paso: Der mittlere Abschnitt, beliebt bei Windsurfern und Kitern. Breite Sandfläche, die bei Ebbe zum Wattwandern einlädt.
- Playa de Sotavento (im engeren Sinne): Der südliche Teil, etwas geschützter, mit den Costa-Calma-Hotels im Hintergrund.
Das Besondere an Sotavento ist die Gezeiten-Dynamik: Bei Ebbe zieht sich das Meer teils hunderte Meter zurück und hinterlässt flache, warme Lagunen zwischen Sandbank und Strand — perfekt zum Planschen, für Kinder und für jene Instagram-Fotos, auf denen man scheinbar übers Wasser läuft. Bei Flut verwandelt sich der Strand in ein Paradies für Windsurfer und Kiter.
Infrastruktur: Am Playa de la Barca gibt es einen Strandparkplatz (kostenlos), eine einfache Strandbar (Chiringuito, Getränke 3–5 €, Snacks 6–10 €) und Surfschulen. Im Rest des Strands: nichts. Das ist der Reiz.
Tipp
Die Gezeiten prüfen! Die spektakulären Lagunen bilden sich nur bei Ebbe. Am schönsten: 2–3 Stunden vor und nach Niedrigwasser. Gezeitenkalender gibt es in jeder Hotelrezeption oder online unter tablademareas.com.
Betancuria — die historische Hauptstadt★★
Betancuria ist der geschichtsträchtigste Ort Fuerteventuras und eine willkommene Abwechslung nach tagelangem Strandleben. Im grünen Tal des Barranco de Betancuria gelegen, war dieses Dorf mit heute kaum 800 Einwohnern einst die Hauptstadt der gesamten Insel — von der Eroberung durch den normannischen Ritter Jean de Béthencourt im Jahr 1404 bis ins 19. Jahrhundert.
Béthencourt wählte diesen Ort bewusst: Das Tal liegt geschützt im Inselinneren, unsichtbar vom Meer aus und damit sicher vor den Piratenüberfällen, die die Küstenorte heimsuchten. Die Berber und die nordafrikanischen Korsaren waren eine ständige Bedrohung — 1593 verwüsteten sie Betancuria dennoch und brannten die Kathedrale nieder.
Sehenswürdigkeiten
Iglesia de Santa María: Die wiederaufgebaute Kirche (17. Jh.) mit ihrem Mudéjar-Holzdach und dem barocken Altarretabel ist das Wahrzeichen des Orts. Im Inneren ein kleines Museum mit sakraler Kunst. Eintritt: 2 €.
Museo Arqueológico: Kleines, aber feines Museum zur Vor- und Frühgeschichte Fuerteventuras — die Mahos, die Ureinwohner der Insel, hinterließen Felsritzungen, Keramik und eine faszinierende Kultur. Eintritt: 3 €.
Ruinen des Franziskanerklosters: Oberhalb des Dorfes liegen die Überreste des 1416 gegründeten Klosters San Buenaventura — atmosphärisch und mit schönem Blick über das Tal. Frei zugänglich.
Anfahrt: Die FV-30 von La Oliva nach Betancuria führt über den Mirador de Morro Velosa (Aussichtspunkt auf 669 m, entworfen von César Manrique) mit einem 360°-Panorama über die karge Berglandschaft. Die Straße selbst ist ein Erlebnis — Serpentinen durch eine Mondlandschaft.
Tipp
Betancuria lässt sich perfekt mit einer Inseldurchquerung kombinieren: Corralejo → La Oliva → Mirador de Morro Velosa → Betancuria → Pájara → Costa Calma. Diese Route zeigt das „andere" Fuerteventura jenseits der Strände. Einplanen: halber Tag.
El Cotillo★★
El Cotillo an der Nordwestküste ist das Anti-Resort Fuerteventuras: ein verschlafenes Fischerdorf, das sich seinen rauen Charme bewahrt hat. Hier gibt es keine Hotelburgen, keine Einkaufszentren, keine animierten Poolbars — stattdessen ein Labyrinth aus weiß getünchten Häusern, eine Handvoll exzellenter Fischrestaurants am Hafen und zwei völlig verschiedene Strandwelten.
Strände im Norden: Die Lagunen
Nördlich des Dorfes erstrecken sich die Lagunas de El Cotillo — eine Reihe kleiner, natürlicher Felsbecken und Buchten mit ruhigem, kristallklarem Wasser. Die vorgelagerten Felsriffe brechen die Atlantikwellen, sodass die Lagunen fast schwimmbadstill sind. Perfekt für Familien mit Kindern und Schnorchler. Der bekannteste ist der Playa de los Lagos, aber es lohnt sich, weiterzulaufen — die abgelegeneren Pools sind oft menschenleer.
Strände im Süden: Die Surf-Küste
Südlich des Dorfes erstreckt sich der Playa del Castillo — ein breiter, offener Sandstrand mit voller Atlantik-Wucht. Hier laufen meterhohe Wellen auf und der Wind peitscht den Sand übers Ufer. Zum Schwimmen nur für Geübte — aber zum Surfen, Bodyboarden und Wellenbeobachten ein Traum. Am Strandende thront der Torre del Tostón, ein Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert (kleines Museum, 2 € Eintritt).
Das Dorf
Am alten Fischerhafen reihen sich Fischrestaurants aneinander: Frischer Fisch vom Kutter, Pulpo, Lapas (Napfschnecken), dazu Papas Arrugadas mit Mojo — ehrliche kanarische Küche für 10–18 € pro Gericht. Besonders empfehlenswert: La Vaca Azul direkt auf den Klippen über dem Meer (Reservierung dringend empfohlen, vor allem zum Sonnenuntergang).
Tipp
El Cotillo ist eine hervorragende Alternative zu Corralejo, wenn man es ruhiger möchte. Es gibt inzwischen einige hübsche Ferienwohnungen (ab 55 €/Nacht), kleine Surfschulen und sogar ein paar Yoga-Retreats. Wer hierher kommt, bleibt oft länger als geplant.
Jandía-Halbinsel★★
Der äußerste Süden Fuerteventuras ist ein Universum für sich. Die Halbinsel Jandía wird durch den Istmo de la Pared — eine schmale Landenge — vom Rest der Insel getrennt und bildet mit ihren 830-Meter-Bergen (der Pico de la Zarza ist Fuerteventuras höchster Gipfel), wilden Westküsten-Stränden und dem Naturpark ein einzigartiges Kontrastprogramm.
Morro Jable & Costa Calma
Morro Jable im Süden ist der touristischste Ort der Halbinsel: eine freundliche Kleinstadt mit langer Strandpromenade, Restaurants und Hotels. Der Playa del Matorral (4 km Sand) vor der Haustür ist hervorragend zum Baden. Von hier legen Fähren nach Gran Canaria ab (Fred Olsen, 2,5 Std., ab 30 €).
Costa Calma weiter nördlich ist ein reines Ferienresort — wenig Charme, aber die Hotels hier bieten direkten Zugang zum Südende des Sotavento-Strands.
Wanderung zum Pico de la Zarza (807 m)
Die Königswanderung Fuerteventuras: Vom Parkplatz am Ortsrand von Morro Jable führt ein gut markierter Weg in ca. 3–4 Stunden (hin und zurück) auf den höchsten Gipfel der Insel. Die Aussicht vom Gipfel ist atemberaubend: Im Süden die Westküste mit dem unzugänglichen Playa de Cofete, im Norden die gesamte Insel bis Corralejo. Schwierigkeit: mittel, festes Schuhwerk erforderlich, kein Schatten. Unbedingt früh starten (vor 9 Uhr) und genug Wasser mitnehmen (mind. 2 Liter).
Playa de Cofete
Der wildeste Strand Fuerteventuras — und einer der eindrucksvollsten der Kanaren. Ein 12 km langer, menschenleerer Sandstrand an der sturmgepeitschten Westküste, eingerahmt von steilen Bergen. Die Anfahrt über eine 18 km lange Schotterpiste ab Morro Jable ist ein Abenteuer für sich (Allradwagen empfehlenswert, normale Mietwagen fahren auf eigene Gefahr — und auf eigene Versicherung). Baden ist wegen der starken Strömungen und Wellen gefährlich — dies ist ein Strand zum Staunen, nicht zum Schwimmen.
Am Strand liegt die mysteriöse Villa Winter, ein Herrenhaus aus den 1940ern, um das sich Legenden von Nazi-U-Booten ranken (historisch nicht belegt, aber atmosphärisch). Von außen besichtigbar.
Tipp
Für die Piste nach Cofete gibt es eine gute Alternative: Organisierte Jeep-Touren ab Morro Jable (ab 45 € pro Person, halber Tag) bringen einen sicher hin und zurück und erzählen unterwegs die Geschichte der Villa Winter.
Achtung
Playa de Cofete: Absolutes Badeverbot bei starkem Wellengang! Die Strömung ist lebensgefährlich. Kein Rettungsdienst, kein Handyempfang am Strand. Die Schotterpiste dorthin ist bei Regen unpassierbar.
Surfen & Kitesurfen — der große Spots-Guide
Fuerteventura ist die Wassersport-Insel der Kanaren schlechthin. Die Kombination aus konstantem Wind (Passatwinde von April bis Oktober, Nordwest-Stürme im Winter), Atlantik-Swell, warmem Wasser (18–23°C ganzjährig) und endlosen Stränden macht sie zum europäischen Pendant von Hawaii. Hier trainieren Weltcup-Profis neben blutigen Anfängern — für jeden Level gibt es den passenden Spot.
Wellenreiten (Surfen)
Die Nordküste fängt den Atlantik-Swell am besten ein:
- El Cotillo — Playa del Castillo: Beachbreak mit konstanten Wellen, ideal für Anfänger und Fortgeschrittene. Im Winter regelmäßig über 2 m. Surfschulen vor Ort (Gruppenunterricht ab 35 €/2 Std.).
- Majanicho: Riffbreak nördlich von Corralejo, nur bei mittlerer bis großer Swell. Für Fortgeschrittene und Locals. Felsiger Einstieg.
- Rocky Point (Corralejo): Schneller Riffbreak, nur für erfahrene Surfer. Flaches Riff, gefährlich bei Niedrigwasser.
- La Pared (Westküste): Mächtiger Beachbreak mit starker Strömung. Surfschule „La Pared Surf School" bietet betreute Sessions (ab 40 €).
- Esquinzo (Südosten): Versteckter Pointbreak, funktioniert nur bei großem Nordwest-Swell. Locals-Spot.
Windsurfen
Fuerteventura ist eine der Top-3-Windsurfing-Destinationen weltweit:
- Playa de Sotavento: DER Spot. Jährlicher PWA World Cup (Juli). Flachwasser-Lagune bei Ebbe, Welle bei Flut. René Egli Windsurf Center (Mietequipment ab 60 €/Tag, Kurs ab 90 €/3 Std.).
- Flag Beach (Corralejo): Side-Shore-Wind, Flachwasser und Welle nebeneinander. Guter Allround-Spot.
- Costa Calma: Einsteigerfreundlicher Spot mit mehreren Surfcentern.
Kitesurfen
Die gleichen Spots funktionieren, dazu kommen:
- Flag Beach: Der Kite-Hotspot Nr. 1 auf Fuerteventura. Großer Sandstrand, sicherer Launch, konstanter Side-Shore-Wind. Kite-Schulen: CBCM, FreshSurf (Anfängerkurs 3 Tage ab 280 €).
- Playa de Sotavento — Risco del Paso: Flachwasser-Paradies bei Ebbe. Fortgeschrittene kiten im tiefen Wasser bei Flut.
- El Burro (bei Corralejo): Kleiner Geheimtipp-Spot, weniger überlaufen.
Beste Reisezeit
Windsurfen/Kiten: Mai–September (stärkster Wind, 20–35 Knoten). Aber auch im Winter surfbar. Wellenreiten: Oktober–März (größter Swell). Neopren: Im Sommer Shorty (2 mm), im Winter langer Anzug (3/2 mm).
Tipp
Anfänger-Tipp: Buchen Sie den Surfkurs vor Ort, nicht über Hotel-Animationsprogramme. Die spezialisierten Surfschulen (z. B. FreshSurf, Riders Surf 'n Bike, Quemao Class) bieten kleinere Gruppen (max. 6–8 Schüler), besseres Equipment und erfahrenere Lehrer. Mehrtages-Pakete sind deutlich günstiger als Einzelstunden.
Isla de Lobos★★
Zwischen Fuerteventura und Lanzarote liegt die winzige Isla de Lobos — nur 4,6 km² groß, unbewohnt und seit 1982 Naturschutzgebiet. Der Name stammt von den Mönchsrobben (lobos marinos), die hier einst heimisch waren und heute leider ausgestorben sind. Was geblieben ist: ein Naturparadies mit kristallklarem Wasser, einer Vulkanlandschaft en miniature und einer Ruhe, die man auf den Hauptinseln vergeblich sucht.
Die Überfahrt ab Corralejo dauert nur 15 Minuten mit einem Wassertaxi (Hin/Rück 15 €, mehrere Anbieter). Achtung: Seit 2019 ist die Besucherzahl auf 200 Personen gleichzeitig beschränkt. Eine kostenlose Genehmigung muss vorab online beantragt werden über die Website des Cabildo de Fuerteventura (lobospass.com). In der Hochsaison (Juli–September) unbedingt 1–2 Wochen vorher reservieren!
Was es zu sehen gibt
- Playa de la Concha (Lobos): Eine perfekte Halbmondbucht mit türkisem Wasser — einer der schönsten Naturstrände der Kanaren. Flach, ruhig, ideal zum Schnorcheln.
- Montaña de la Caldera (127 m): Wanderung zum Vulkankrater (45 Min. vom Anleger). Rundumblick über Lobos, Fuerteventura und Lanzarote.
- El Puertito: Winzige ehemalige Fischersiedlung mit natürlichem Felsschwimmbecken. Hier lebte bis in die 1960er eine Handvoll Fischer.
- Faro de Martiño: Kleiner Leuchtturm an der Nordspitze. Schöner Spaziergang, einsam.
Wichtig: Auf Lobos gibt es weder Restaurants noch Trinkwasser. Alles selbst mitbringen! Müll wieder mitnehmen. Sonnenschutz und festes Schuhwerk (Vulkangestein) sind Pflicht.
Tipp
Der perfekte Lobos-Tag: Frühes Boot (9:30 oder 10:00), erst Wanderung zur Caldera (kühler am Morgen), dann Playa de la Concha zum Baden und Picknicken, Rückfahrt am frühen Nachmittag. Schnorchelausrüstung mitnehmen — die Unterwasserwelt rund um Lobos ist überraschend artenreich.
Essen — Majorero-Käse & kanarische Küche€
Fuerteventuras Küche ist bodenständig, ehrlich und überraschend eigenständig. Die Insel hat eine lange Hirtentradition — Ziegen waren über Jahrhunderte das wichtigste Nutztier, und der Ziegenkäse ist bis heute das kulinarische Aushängeschild. Dazu kommen frischer Fisch, die allgegenwärtigen Papas Arrugadas und eine Handvoll Gerichte, die man so nur hier findet.
★★★ Queso Majorero
Der Majorero ist der einzige kanarische Käse mit Denominación de Origen (geschützte Herkunftsbezeichnung) und einer der besten Ziegenkäse Spaniens — wenn nicht Europas. Hergestellt aus der Rohmilch der Majorera-Ziege, einer einheimischen Rasse, die perfekt an das trockene Klima angepasst ist. Es gibt ihn in drei Reifegraden:
- Tierno (frisch): Mild, cremig, leicht säuerlich. Perfekt als Vorspeise mit Feigenmarmelade.
- Semicurado (halbreif): 2–6 Monate gereift, nussiger, festerer Teig. Oft mit Gofio (geröstetem Mehl) oder Pimentón (Paprika) in der Rinde.
- Curado (reif): Über 6 Monate gereift, intensiv, pikant, krümelig. Auf Augenhöhe mit gutem Manchego oder Pecorino.
Kauftipp: Direkt bei den Queserías (Käsereien) kaufen, z. B. Quesos Maxorata in Tuineje (Fabrikverkauf, Führungen möglich) oder auf den Wochenmärkten. Im Supermarkt kostet ein halbes Kilo Semicurado ab 8 €, in der Käserei ab 6 €.
Kanarische Klassiker
- Papas Arrugadas con Mojo: Runzelkartoffeln in Salzwasser gekocht, dazu Mojo Rojo (Paprika, Knoblauch, Kreuzkümmel, scharf) und Mojo Verde (Koriander oder Petersilie, mild). Das Nationalgericht der Kanaren — einfach und genial.
- Gofio: Geröstetes Mais- oder Weizenmehl, das Grundnahrungsmittel der Guanchen (Ureinwohner). Wird heute noch als Gofio escaldado (mit Fischbrühe angerührt) als Vorspeise serviert oder als Gofio amasado (mit Honig, Mandeln und Banane geknetet) als Dessert.
- Carne de Cabra (Ziegenfleisch): Geschmorte Ziege ist das traditionelle Festtagsessen. Zart, aromatisch, mit Kräutern und Weißwein. In Landgasthöfen (Guachinches) ab 12 €.
- Sancocho: Gesalzener Fisch (meist Wrackbarsch/Cherne), Süßkartoffeln, Gofio — das kanarische Eintopfgericht für Feiertage.
- Lapas: Napfschnecken, direkt auf dem Grill, nur mit Knoblauch und Zitrone. Eine Delikatesse der Küstendörfer (ab 8 €).
Restaurant-Tipps
- La Vaca Azul (El Cotillo): Frischer Fisch auf den Klippen. Legendäre Lage, gute Küche, 15–25 € pro Hauptgericht. Reservierung Pflicht.
- Restaurante Mahoh (Villaverde): Gehobene kanarische Küche in einer restaurierten Finca. Degustationsmenü ab 45 €. Eine der besten Adressen der Insel.
- Casa Marcos (Morro Jable): Familiäres Fischrestaurant am Hafen. Tagesfang, ehrliche Preise (12–20 €).
- Avenida (Corralejo): Tapas-Bar in der Altstadt, beliebt bei Einheimischen. Gute Croquetas, günstiger Hauswein. 8–15 €.
Tipp
Fuerteventuras Wochenmärkte sind der beste Ort, um Majorero-Käse, Mojo-Saucen, Gofio und andere lokale Produkte zu kaufen — deutlich günstiger als im Supermarkt und in besserer Qualität. Die wichtigsten: Corralejo (Mo + Fr Vormittag), La Lajita (Sa), Puerto del Rosario (Mi).
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