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Regionen · Kapitel 4

Gran Canaria

Kanarische Inseln Reiseführer

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RegionenKapitel 4: Gran Canaria
Regionen · Kapitel 4

Gran Canaria

Gran Canaria wird nicht ohne Grund „Miniaturkontinent" genannt: Auf nur 1.560 km² Fläche vereint die nahezu kreisrunde Insel Sahara-Dünen im Süden, subtropischen Lorbeerwald im Norden, eine 2.000-Meter-Bergwelt im Zentrum und eine kosmopolitische Hauptstadt am Meer. Las Palmas de Gran Canaria ist mit über 380.000 Einwohnern die größte Stadt der Kanaren und überrascht mit einer UNESCO-Altstadt, Surfstränden und einer lebendigen Kulturszene. Im Süden locken die berühmten Dünen von Maspalomas und das Nachtleben von Playa del Inglés. Dazwischen liegt ein Inselinneres, das die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen — und das ist ihr Verlust.

Dünen von Maspalomas★★★

Dunas de Maspalomas, 35100 San Bartolomé de Tirajana
Frei zugänglich, rund um die Uhr. Leuchtturm nur von außen.
Kostenlos. Kameltour: 12 €. Strandliege Playa del Inglés: 5 €.

Die Dunas de Maspalomas sind das ikonische Postkartenmotiv Gran Canarias — und zu Recht. Das Naturschutzgebiet (Reserva Natural Especial) erstreckt sich über 403 Hektar an der Südspitze der Insel und umfasst drei Ökosysteme: die Wanderdünen selbst, eine Oasenlagune (La Charca) und einen Palmenhain. Die bis zu 10 Meter hohen Sanddünen wirken wie ein Stück Sahara, das sich in den Atlantik verirrt hat — tatsächlich stammt der Sand zum Teil aus der nahen Westsahara, angereichert durch zermahlene Muscheln und Korallen.

Die Dünenlandschaft ist lebendig und in ständiger Bewegung: Der Passatwind formt die Sandrücken täglich neu. Am eindrucksvollsten ist die Szenerie bei Sonnenauf- oder -untergang, wenn die Dünen in Gold- und Rottöne getaucht werden und die langen Schatten surreale Muster zeichnen. Der Weg durch die Dünen vom Hotel-Bereich bis zum Faro de Maspalomas (Leuchtturm, 1890) dauert ca. 30–40 Minuten — festes Schuhwerk ist besser als Flip-Flops, der Sand wird mittags glühend heiß.

La Charca: Die Brackwasserlagune am östlichen Rand der Dünen ist ein überraschend artenreiches Biotop — Reiher, Regenpfeifer, Stelzenläufer und sogar gelegentlich Fischadler lassen sich hier beobachten. Ein Holzsteg führt um die Lagune. Vogelbeobachter sollten ein Fernglas mitbringen und morgens kommen.

Strände rund um die Dünen:

  • Playa de Maspalomas — 2,7 km goldener Sand direkt an den Dünen. Weniger überlaufen als Playa del Inglés, FKK-Bereich im mittleren Abschnitt.
  • Playa del Inglés — Der große Touristenstrand (2,7 km) östlich der Dünen. Volle Infrastruktur mit Liegen (5 €), Bars, Wassersport.
  • Playa de Meloneras — Westlich des Leuchtturms, ruhiger und gehobener. Gehobene Restaurants an der Promenade.

Tipp

Kameltour durch die Dünen: 12 € pro Person (20 Minuten) — touristisch, aber macht Spaß, besonders mit Kindern. Für Fotos: gegen 18 Uhr kommen, wenn das Licht golden wird und die Tagestouristen weg sind. Die Dünen sind Naturschutzgebiet — bitte auf den markierten Wegen bleiben und keinen Müll hinterlassen.

Las Palmas & Vegueta (UNESCO)★★★

Las Palmas de Gran Canaria, 35001
Casa de Colón: Mo–Sa 10–18 Uhr, So 10–15 Uhr. Museo Canario: Mo–Fr 10–20 Uhr, Sa/So 10–14 Uhr.
Casa de Colón: 4 €. Museo Canario: 5 €. Kathedralenturm: 1,50 €.

Las Palmas de Gran Canaria ist die größte Stadt der Kanarischen Inseln und eine der kosmopolitischsten Städte Spaniens — eine Atlantik-Metropole mit 380.000 Einwohnern, die europäische, afrikanische und lateinamerikanische Einflüsse vereint. Die Stadt erstreckt sich über eine schmale Halbinsel (La Isleta) und die angrenzende Küste, und wer sie nur als Kreuzfahrtstopp kennt, verpasst eine der unterschätztesten Städte Europas.

Vegueta — das historische Gründungsviertel (1478) — ist seit 2004 als Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und architektonisch faszinierend. Die kopfsteingepflasterten Gassen, stillen Plätze und koloniale Herrschaftshäuser erinnern an Havanna oder Cartagena — kein Zufall, denn von hier brachen die Conquistadoren in die Neue Welt auf, und die Architektur wurde zum Vorbild.

Die Highlights von Vegueta:

  • Catedral de Santa Ana — Die mächtige Kathedrale (Baubeginn 1497) vereint Gotik, Renaissance und Neoklassizismus. Der Aufstieg auf den Turm (1,50 €) bietet den besten Blick über die Altstadt.
  • Casa de Colón — Kolumbus machte auf seiner ersten Reise 1492 hier Station, um sein Schiff reparieren zu lassen. Das Museum in einem wunderschönen Palast mit grünen Holzbalkonen dokumentiert die Entdeckungsreisen und die Verbindung der Kanaren mit Amerika. Eintritt: 4 €.
  • Museo Canario — Hervorragendes archäologisches Museum zur Kultur der Ureinwohner (Guanchen). Mumien, Keramik, Schädel, Idole. Eintritt: 5 €.
  • Mercado de Vegueta — Der Jugendstil-Markt (1858) ist ein kulinarisches Erlebnis: tropische Früchte, kanarischer Käse, Gofio, frischer Fisch. Sonntagmorgens findet draußen ein Flohmarkt statt.

Triana: Nördlich von Vegueta liegt das Geschäfts- und Einkaufsviertel Triana mit der Flaniermeile Calle Mayor de Triana (Fußgängerzone mit Jugendstil-Fassaden), dem Parque San Telmo und dem quirligen Mercado del Puerto — eine umgebaute Markthalle, die heute mit über 30 Gastro-Ständen zum besten Food-Court der Kanaren avanciert ist.

Playa de Las Canteras: Der 3 km lange Stadtstrand wird regelmäßig unter die besten Stadtstrände der Welt gewählt — und dieses Lob ist verdient. Feiner goldener Sand, vorgelagerte Felsriffe (La Barra), die für ruhiges Wasser sorgen, Surfspots am südlichen Ende (La Cícer) und eine lebendige Strandpromenade mit Restaurants und Bars. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 19–23 °C.

Tipp

Vegueta ist am schönsten am Sonntag: weniger Verkehr, Flohmarkt vor dem Mercado, und viele Museen haben freien Eintritt. Das Viertel Triana erreicht man vom Hafen in 10 Minuten zu Fuß. Der gelbe Guagua-Bus (Stadtbus) kostet 1,40 € pro Fahrt.

Playa del Inglés★★€€

Playa del Inglés, 35100 San Bartolomé de Tirajana
Strandliege: 5 €. Jetski: 60 €/30 Min. Club-Eintritt: 10–20 €.

Playa del Inglés ist das touristische Epizentrum Gran Canarias — ein in den 1960er Jahren aus dem Boden gestampftes Urlauberzentrum, das heute mit über 100 Hotels und Apartmentanlagen die meisten Besucher der Insel beherbergt. Die Bebauung ist architektonisch wenig inspirierend (Beton der 70er Jahre), aber die Infrastruktur ist perfekt: Alles, was ein Sonnenurlaub braucht, ist fußläufig erreichbar.

Der Strand selbst ist hervorragend: 2,7 km feiner goldener Sand, sanft abfallend, mit guter Schwimmtiefe und Rettungsschwimmern. Die Liege + Sonnenschirm kostet 5 €/Tag. Am östlichen Ende geht der Strand fließend in die Dünen von Maspalomas über — ein Spaziergang, der sich lohnt.

Einkaufen: Die Einkaufszentren Yumbo Centrum (200 Geschäfte, Restaurants, Bars, Kino), Cita und Kasbah bieten alles von Designerkopien bis Elektronik. Verhandeln ist üblich. Das Yumbo Centrum ist abends auch das Zentrum der LGBTQ+-Szene Gran Canarias mit zahlreichen Bars und Clubs.

Nachtleben: Playa del Inglés hat eine der lebhaftesten Nachtleben-Szenen der Kanaren. Neben den Bars im Yumbo Centrum gibt es die Avenida de Tirajana mit internationalen Restaurants, Cocktailbars und Diskotheken. Der Pacha (ja, der gleiche wie auf Ibiza) hat hier eine Dependance. Eintritt in Clubs: 10–20 €, meist mit einem Getränk inklusive.

Wassersport: Jetski (30 Min: 60 €), Parasailing (50 €), Banana-Boot (12 €), Glasbodenboot-Tour zu den Delfinen (25 €). Surfkurse am Strand: ab 35 € für 2 Stunden.

Tipp

Wer Playa del Inglés als Basis wählt, aber auch die Insel erkunden will: Mietwagen ab 20 €/Tag, Busverbindungen (Global) in alle Richtungen für 2–8 €. Die günstigsten Restaurants finden sich abseits der Strandpromenade in den Seitenstraßen — Menú del día ab 8,50 €.

Roque Nublo★★★

Roque Nublo, Tejeda, 35360 Gran Canaria
Frei zugänglich, ganzjährig.
Kostenlos. Parkplatz an der GC-600 ebenfalls frei.

Der Roque Nublo — der „Wolkenfels" — ist das Wahrzeichen Gran Canarias und eines der beeindruckendsten geologischen Monumente der Kanaren. Der 80 Meter hohe Basalt-Monolith ragt auf 1.813 Metern Höhe aus einem Hochplateau im Zentrum der Insel und war den Ureinwohnern (Guanchen) als heiliger Ort bekannt.

Die Wanderung zum Roque Nublo gehört zu den Pflichtprogrammen auf Gran Canaria. Vom Parkplatz an der Straße GC-600 (bei La Goleta) sind es ca. 1,5 km (30–40 Minuten) auf einem gut markierten Weg durch Kiefernwald hinauf zum Felsfuß. Der Weg ist moderat anspruchsvoll — keine schwierigen Kletterpassagen, aber festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Oben erwartet Sie ein 360°-Panorama, das an klaren Tagen bis zum Teide auf Teneriffa reicht.

Neben dem Roque Nublo steht der Roque del Fraile (der „Mönchsfels") — eine Felsnadel, die aussieht wie ein betender Mönch. Zusammen bilden die beiden Felsen ein unvergessliches Fotomotiv, besonders im Gegenlicht bei Sonnenuntergang.

Das Bergland im Zentrum: Die Umgebung des Roque Nublo — die Caldera de Tejeda — ist Gran Canarias „grand canyon": Eine riesige vulkanische Senke, umgeben von zerklüfteten Bergkämmen und durchzogen von tiefen Barrancos. Die Straße von Tejeda nach Artenara (die höchstgelegene Gemeinde Gran Canarias, 1.270 m) bietet spektakuläre Ausblicke. Im Dorf Artenara sind viele Häuser in den Fels gehauen — es gibt sogar eine Höhlenkirche (Ermita de la Cuevita) und ein Höhlenrestaurant (Restaurante Mirador La Cilla, Hauptgerichte ab 10 €).

Tipp

Die Wanderung zum Roque Nublo ist bei Sonnenuntergang am schönsten — aber planen Sie genug Zeit für den Rückweg im Dunkeln ein (Stirnlampe mitnehmen!). Vormittags ist die Fernsicht in der Regel besser als nachmittags. Es gibt kein Wasser und keine Versorgung oben — alles selbst mitbringen.

Puerto de Mogán — Klein-Venedig★★

Puerto de Mogán, 35138 Mogán
Freitagsmarkt: Fr 9–14 Uhr.
U-Boot: 35 € (Erwachsene), 20 € (Kinder). Tauchen: ab 40 €. Bootstour Güi Güi: ab 20 €.

Puerto de Mogán ist der charmanteste Küstenort Gran Canarias — ein kleines Fischerdorf an der Südwestküste, das seinen Spitznamen „Klein-Venedig" den von Bougainvillea überwucherten Kanälen verdankt, die den Hafen durchziehen. Weiß getünchte Häuser mit blauen, gelben und grünen Fensterläden, Blumenampeln an jeder Ecke, bunte Fischerboote im Hafen — Puerto de Mogán ist eine Augenweide und das Gegenteil der Bettenburgen von Playa del Inglés.

Das Dorf wurde in den 1980er Jahren als „Anti-Massentourismus"-Projekt geplant: Kein Gebäude darf höher als zwei Stockwerke sein, die Architektur ist einheitlich kanarisch-mediterran, und der Ort hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt. Das Ergebnis ist einer der hübschesten Orte der gesamten Kanaren.

Was man in Mogán tun sollte:

  • Freitagsmarkt — Der größte Wochenmarkt im Süden Gran Canarias. Frisches Obst, Käse, Kunsthandwerk, Gewürze, Aloe-Vera-Produkte. Lohnt sich!
  • Strand Playa de Mogán — Kleiner, geschützter Sandstrand mit ruhigem Wasser, perfekt für Familien. Liege + Schirm: 6 €.
  • Tauchen — Puerto de Mogán ist einer der besten Tauchspots der Kanaren. Klare Sicht (20–30 m), Wassertemperatur 19–24 °C, und das versunkene Schiffswrack „Cermona II" in 18 m Tiefe ist ein Highlight. Schnuppertauchgang ab 55 €, Tauchgang mit Ausrüstung ab 40 €.
  • U-Boot-Tour — Das gelbe U-Boot „Golden Shark" taucht auf 20 m Tiefe ab. Durch die großen Bullaugen sieht man Fischschwärme, Rochen und das Wrack. 35 € Erwachsene, 20 € Kinder. Touristisch, aber Kinder lieben es.
  • Bootstour nach Güi Güi — Per Boot (ab 20 €, hin und zurück) zum abgelegenen Strand Güi Güi, der nur per Boot oder über eine anspruchsvolle 3-stündige Wanderung erreichbar ist. Einer der wildesten und schönsten Strände Gran Canarias.

Tipp

Den Freitagsmarkt vor 11 Uhr besuchen, danach wird es voll. Die Restaurants am Hafenbecken sind alle etwas teurer — bessere Preise und authentischere Küche findet man in den Gassen hinter dem Hafen. Das Restaurant „La Bodeguilla Juanana" hat hervorragende Tapas ab 5 €.

Teror★★

Teror, 35330 Gran Canaria
Basílica: täglich 8–19:30 Uhr. Sonntagsmarkt: So 8–14 Uhr.
Basílica: kostenlos. Casa de los Patronos: 2 €. Finca de Osorio: kostenlos.

Teror ist die religiöse Hauptstadt Gran Canarias und eines der besterhaltenen historischen Dörfer der Insel. Das Städtchen (12.000 Einwohner) liegt auf 543 Metern Höhe im grünen, fruchtbaren Norden und ist berühmt für die Basílica de Nuestra Señora del Pino — das Heiligtum der Schutzpatronin Gran Canarias. Der Legende nach erschien die Jungfrau Maria 1481 in einer Pinie, und die heutige barocke Basilika (18. Jh.) ist das wichtigste Pilgerziel der Kanaren.

Die Plaza del Pino vor der Basilika ist von prächtigen Kolonialhäusern mit den typisch kanarischen Holzbalkonen umgeben — die am besten erhaltene Platzarchitektur der Insel. Besonders schön: das Casa de los Patronos de la Virgen (17. Jh.), heute Museum mit Originaleinrichtung (Eintritt: 2 €). Die Balkone sind aus kanarischem Kiefernholz (Tea-Holz) geschnitzt und in Braun- und Grüntönen gestrichen.

Sonntagsmarkt: Jeden Sonntag verwandelt sich Teror in einen riesigen Markt. Hunderte Stände bieten lokale Spezialitäten: Chorizo de Teror (weiche, streichfähige Paprikawurst — ein Unikat!), Queso de flor (Blütenkäse aus Distelblüten), Bienmesabe (Mandeldessert), Honig, Marmeladen und Kunsthandwerk. Der Markt ist authentisch und bei Einheimischen mindestens so beliebt wie bei Touristen. Zwischen den Ständen spielen Folklore-Gruppen, und die Bars servieren kleine Chorizo-Brötchen (Bocadillo de chorizo, 2,50 €).

Umgebung: Von Teror aus lohnt ein Abstecher in die Finca de Osorio — ein 200 Hektar großes Landgut mit einem alten Kastanienwald, botanischen Gärten und Wanderwegen. Eintritt frei, perfekt für einen ruhigen Vormittag.

Tipp

Für den Sonntagsmarkt früh kommen (vor 10 Uhr) und in einer der Bars an der Plaza frühstücken — Café con leche und Bocadillo de chorizo de Teror ist das ultimative Gran-Canaria-Frühstück. Parken am Ortsrand und zu Fuß ins Zentrum. Am 8. September (Día del Pino) findet die große Wallfahrt statt — tausende Pilger wandern aus allen Teilen der Insel nach Teror.

Barranco de Guayadeque — Höhlendörfer★★

Barranco de Guayadeque, 35260 Agüimes / Ingenio
Centro de Interpretación: Di–Sa 9–17 Uhr, So 10–18 Uhr.
Centro de Interpretación: 3 €. Höhlenrestaurant Hauptgericht: 10–16 €.

Der Barranco de Guayadeque ist die spektakulärste Schlucht Gran Canarias und ein Ort, der die Zeit vergessen hat. Die 15 km tiefe Schlucht im Osten der Insel war schon den Ureinwohnern ein wichtiger Siedlungsort — über 800 Wohnhöhlen wurden hier archäologisch nachgewiesen, und in manchen wird noch heute gelebt. In den Dörfern Montaña de las Tierras und Cueva Bermeja sind komplette Wohnhäuser, eine Kapelle, Restaurants und sogar eine Bar in den Fels geschlagen.

Die Ermita de la Virgen de Guayadeque — eine Höhlenkirche aus dem 18. Jahrhundert — ist das spirituelle Zentrum der Schlucht. Die schlichte Kapelle wurde direkt in die Felswand gehauen und wird von den Bewohnern der umliegenden Höhlenwohnungen noch heute für Gottesdienste genutzt.

Höhlenrestaurants: Das kulinarische Highlight des Barrancos sind die in den Fels gehauenen Restaurants — Essen in einer Höhle, die natürlich kühl bleibt und eine einzigartige Atmosphäre bietet:

  • Restaurante Tagoror — Das bekannteste Höhlenrestaurant, rustikal eingerichtet mit rohen Felswänden, Kerzenlicht und traditioneller kanarischer Küche. Ziegenfleisch vom Grill (Carne de cabra), Papas arrugadas, hausgemachter Ziegenkäse. Hauptgerichte: 10–16 €.
  • Restaurante Vega — Etwas kleiner, familiengeführt, exzellentes Kaninchen in Salmorejo-Soße. Menú del día: 12 €.

Wandern: Der Barranco bietet mehrere Wanderrouten, von einfachen Spaziergängen entlang des Talbodens bis zu anspruchsvollen Aufstiegen auf die Kammhöhe. Die beliebteste Route führt von der Straßenend-Wendeplatte (Parkplatz) durch den oberen Barranco und dann hinauf nach Montaña de las Tierras — ca. 6 km, 2,5 Stunden, moderate Schwierigkeit.

Archäologisches Zentrum: Das Centro de Interpretación del Barranco de Guayadeque am Eingang der Schlucht erklärt die Geschichte der Höhlenbesiedlung, die Flora und Fauna und die Geologie. Eintritt: 3 €. Hier startet auch ein markierter Rundweg (1 km) durch die Vegetation der Schlucht.

Tipp

Die Straße durch den Barranco ist eng und einspurig — Gegenverkehr erfordert Geduld und gutes Augenmaß. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger als am Wochenende, wenn die Einheimischen zum Sonntagsessen in die Höhlenrestaurants strömen. Reservierung am Wochenende empfohlen!

Essen & Nachtleben★★€€

Menú del día: 8–12 €. Tapas-Abend: 15–25 €. Gehobenes Restaurant: 40–70 €. Bier in der Bar: 2,50 €. Ron Miel: 1,50 € (Digestif).

Gran Canarias Küche teilt die Grundlagen mit den anderen Kanarischen Inseln — Papas arrugadas, Mojo-Soßen, Gofio — hat aber auch eigene Spezialitäten, die man unbedingt probieren sollte.

Typische Gerichte Gran Canarias:

  • Ropa vieja canaria — Der kanarische Kichererbseneintopf mit Rindfleisch, Huhn und Gemüse ist auf Gran Canaria besonders beliebt und wird in praktisch jeder traditionellen Bodega serviert. Portion: 8–12 €.
  • Sancocho canario — Das Festtagsgericht der Insel: gesalzener Fisch (Cherne, Sama), gekocht mit Süßkartoffeln, Kartoffeln und Gofio, serviert mit Mojo. Nur in traditionellen Restaurants, 12–18 €.
  • Chorizo de Teror — Die weiche, streichfähige Paprikawurst aus dem Bergdorf Teror ist ein Unikat der Kanaren. Am besten auf frischem Brot (Pan de puño). Erhältlich auf dem Sonntagsmarkt in Teror oder in Supermärkten (ca. 4 €/Stück).
  • Queso de flor de Guía — Halbfester Käse aus Schafsmilch, mit Artischockendistel-Extrakt zum Gerinnen gebracht (statt tierischem Lab). Geschützte Herkunftsbezeichnung, leicht blumiger Geschmack. Ab 12 €/kg auf Märkten.
  • Bienmesabe — Dessert aus gemahlenen Mandeln, Zucker, Eigelb, Zitrone und Zimt. Sündhaft süß und eine kanarische Tradition seit dem 16. Jahrhundert.
  • Ron Miel — Honigrum, das Nationalgetränk der Kanaren. Als Digestif nach dem Essen oder auf Eis. Eine Flasche Arehucas Ron Miel kostet im Supermarkt ca. 8 €.

Restauranttipps:

  • Mercado del Puerto (Las Palmas) — Die umgebaute Markthalle ist der beste Food-Court der Kanaren: über 30 Stände mit japanischer, peruanischer, kanarischer, italienischer Küche. Tapas ab 4 €, Cocktails ab 6 €. Freitag- und Samstagabend live DJs.
  • Restaurante El Herreño (Las Palmas, Vegueta) — Seit 1960, Traditionsrestaurant mit exzellenter kanarischer Küche. Sancocho und Ropa vieja in Perfektion. Hauptgerichte: 10–15 €.
  • La Aquarela (Playa del Hombre) — Michelin-Empfehlung, kreative Fusionsküche mit Atlantik-Panorama. Degustationsmenü: 65 €.
  • Restaurante Grill La Cumbre (San Mateo) — Bergrestaurant mit Grillfleisch und Panoramablick. Costillas (Rippchen): 9 €. Sonntags reservieren!

Nachtleben:

  • Las Palmas (Vegueta/Triana) — Die Gassen rund um die Plaza de Santo Domingo und die Calle Pelota sind am Wochenende voller Bars und Clubs. Craft-Beer, Cocktails, Live-Musik. Bier: 2,50–3,50 €.
  • Las Palmas (Mesa y López) — Moderneres Ausgehviertel mit Rooftop-Bars und Lounges.
  • Playa del Inglés (Yumbo Centrum) — Über 200 Bars, Clubs und Restaurants auf mehreren Etagen. Internationales Publikum, LGBTQ+-freundlich, Party bis 6 Uhr morgens.
  • Maspalomas (Meloneras) — Gehobeneres Nachtleben mit Cocktailbars an der Promenade. Ruhiger als Playa del Inglés.

Tipp

In traditionellen Restaurants bestellen Sie das „Menú del día" (Tagesgericht) — für 8–12 € bekommen Sie Vorspeise, Hauptgang, Dessert und Getränk. Das ist oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Destilería Arehucas in Arucas (nördlich von Las Palmas) bietet kostenlose Führungen mit Rum-Verkostung — sehr empfehlenswert.

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