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Regionen · Kapitel 3

Teneriffa

Kanarische Inseln Reiseführer

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RegionenKapitel 3: Teneriffa
Regionen · Kapitel 3

Teneriffa

Teneriffa ist die größte und vielseitigste der Kanarischen Inseln — ein Kontinent im Kleinformat. Im Zentrum ragt der Teide auf, mit 3.718 Metern Spaniens höchster Berg, umgeben von einer Mondlandschaft aus erkalteter Lava. Im Norden wuchern subtropische Wälder in nebelfeuchten Schluchten, während der Süden mit seinen Sonnengarantie-Resorts Badeurlauber aus ganz Europa anzieht. Dazwischen liegen koloniale Altstädte, abgelegene Bergdörfer und eine Gastronomie, die von Guachinches (rustikalen Weinlokalen) bis zu Michelin-Sternen reicht. Teneriffa belohnt den Neugierigen: Wer über die Hotelanlage hinaus schaut, findet eine Insel, die immer wieder überrascht.

Teide Nationalpark (UNESCO)★★★

Parque Nacional del Teide, 38300 La Orotava
Nationalpark: ganzjährig geöffnet. Seilbahn: 9–17 Uhr (letzte Bergfahrt 16 Uhr), wetterabhängig.
Nationalpark kostenlos. Seilbahn: Erwachsene 39 €, Kinder (3–13) 18,50 €. Gipfelgenehmigung kostenlos.

Der Parque Nacional del Teide ist das Herzstück Teneriffas und seit 2007 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Zahlen sind beeindruckend: 18.990 Hektar Fläche, über 4 Millionen Besucher pro Jahr (meistbesuchter Nationalpark Europas) und in der Mitte der Pico del Teide — mit 3.718 Metern nicht nur Spaniens höchster Berg, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Welt.

Die Landschaft ist schlicht außerirdisch. Die riesige Caldera Las Cañadas (17 km Durchmesser) erstreckt sich auf rund 2.000 Metern Höhe und sieht aus wie ein Filmset für einen Mars-Film — tatsächlich wurde hier für „Kampf der Titanen" und „Fast & Furious 6" gedreht. Erkaltete Lavaströme in Schwarz, Rot und Ocker wechseln sich ab mit bizarren Felsformationen wie den Roques de García (dem Motiv auf dem alten 1.000-Peseten-Schein) und den Los Azulejos (grünlich schimmernde Felsen durch Eisenoxid-Verwitterung).

Auf den Gipfel: Die Seilbahn Teleférico del Teide bringt Sie von 2.356 m auf 3.555 m in nur 8 Minuten. Von der Bergstation bis zum Gipfel (3.718 m) sind es dann noch ca. 40 Minuten zu Fuß — aber Achtung: Für die letzten 163 Höhenmeter zum Kraterrand brauchen Sie eine kostenlose Genehmigung, die über die Website des Nationalparks beantragt werden muss. Die Kontingente sind auf 200 Personen pro Tag limitiert und oft Wochen im Voraus ausgebucht. Alternativ: Ohne Genehmigung darf man auf dem Wanderweg Telesforo Bravo bis zum Aussichtspunkt La Fortaleza (3.555 m) — auch von dort ist der Blick überwältigend.

Sternenhimmel: Der Teide ist einer der besten Orte weltweit für Sternenbeobachtung. Der Nationalpark trägt das Zertifikat Starlight Tourist Destination, und die geringe Lichtverschmutzung macht den Nachthimmel hier zum Erlebnis. Geführte Nachttouren mit Teleskop kosten ab 50 € und sind jeden Cent wert.

Tipp

Die Genehmigung für den Gipfelaufstieg unbedingt 2–3 Monate im Voraus online beantragen (reservasparquesnacionales.es). Morgens vor 9 Uhr ist die Seilbahn am leersten. Warme Kleidung einpacken — auf 3.500 m kann es selbst im Sommer unter 5 °C sein, während es an der Küste 30 °C hat.

Puerto de la Cruz & Loro Parque★★

Puerto de la Cruz, 38400 Teneriffa
Loro Parque: Erwachsene 42 €, Kinder (6–11) 29,50 €. Lago Martiánez: 5,50 €. Botanischer Garten: 3 €.

Puerto de la Cruz war Teneriffas erstes Touristenzentrum — lange bevor der Süden erschlossen wurde. Die Stadt an der Nordküste hat sich ihren authentischen kanarischen Charakter bewahrt: Eine koloniale Altstadt mit bunt bemalten Balkonen, der geschäftige Plaza del Charco als Herzstück, schattige Plätze unter Lorbeerbäumen und Fischerboote im alten Hafen. Hier urlauben traditionell viele Deutsche — die Speisekarten sind oft dreisprachig.

Das Wahrzeichen der Stadt sind die Meerwasserschwimmbäder Lago Martiánez, entworfen vom kanarischen Ausnahmekünstler César Manrique. Die weitläufige Anlage aus den 1970er Jahren mit ihren Salzwasser-Pools, Vulkanstein-Skulpturen und subtropischen Gärten fügt sich organisch in die Küstenlandschaft ein — typisch Manrique, der Architektur und Natur stets verschmelzen ließ. Eintritt: 5,50 €, Sonnenliege 3 €.

Loro Parque: Der berühmte Tier- und Erlebnispark im Westen der Stadt ist Teneriffas meistbesuchte Attraktion. Was 1972 als kleiner Papageienpark begann, ist heute ein riesiger Zoo mit der weltweit größten Papageiensammlung (über 350 Arten), Orcas, Delfinen, Pinguinen, Gorillas, Jaguaren und einem beeindruckenden Aquarium-Tunnel. Die Shows sind spektakulär, aber die Orca-Haltung ist umstritten — informieren Sie sich vorab und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Für Familien mit Kindern bleibt der Loro Parque ein unvergessliches Erlebnis.

Botanischer Garten: Der Jardín de Aclimatación (gegründet 1788 von König Carlos III.) ist einer der ältesten botanischen Gärten Spaniens. Auf bescheidener Fläche wachsen hier über 3.000 tropische und subtropische Pflanzen — darunter ein gewaltiger Feigenbaum (Ficus macrophylla) aus Australien, dessen Luftwurzeln ein ganzes Gebäude einnehmen könnten. Eintritt nur 3 €, ein Schnäppchen.

Tipp

Die Kombikarte Loro Parque + Siam Park (Wasserpark im Süden) kostet 72 € statt einzeln 86 € — lohnt sich, wenn Sie beides besuchen wollen. Taxis zwischen Nord und Süd kosten ca. 50 €, der Bus (TITSA Linie 110) nur 4,50 €.

Santa Cruz & San Cristóbal de La Laguna (UNESCO)★★★

Santa Cruz de Tenerife / San Cristóbal de La Laguna
Auditorio: Führungen Mo–Sa, 12:30 Uhr (10 €). Mercado de África: Mo–Sa 6–14 Uhr, So 6–13 Uhr.

Santa Cruz de Tenerife, die Inselhauptstadt, wird von vielen Touristen links liegen gelassen — ein Fehler. Die geschäftige Hafenstadt hat eine überraschend lebendige Kulturszene, den spektakulären Auditorio de Tenerife (entworfen von Santiago Calatrava, das „Sydney Opera House des Atlantiks"), hervorragendes Shopping auf der Calle Castillo und einen der verrücktesten Karnevale der Welt — der Karneval von Santa Cruz gilt nach Rio als der zweitgrößte weltweit.

Der Mercado de Nuestra Señora de África ist ein Muss: In den 1940er-Jahre-Hallen mit ihrem Patio im Kolonialstil türmen sich tropische Früchte, kanarische Käsesorten, Gewürze und frischer Fisch. Die Atmosphäre ist authentisch, die Preise fair, und die kleinen Bars im Markt servieren frischen Fisch ab 8 €.

San Cristóbal de La Laguna — kurz La Laguna — liegt nur 9 km nördlich von Santa Cruz und ist seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe. Die ehemalige Hauptstadt Teneriffas (gegründet 1496) war die erste nicht befestigte Kolonialstadt Spaniens, und ihr Straßenraster diente als Blaupause für die Stadtplanung in Lateinamerika — von Lima über Havanna bis Cartagena. Die Altstadt ist ein zusammenhängendes Ensemble aus über 600 historischen Gebäuden: prächtige Stadtpaläste mit Holzbalkonen, barocke Kirchen, stille Klöster und die älteste Universität der Kanaren (gegründet 1792).

Die Calle San Agustín und die Calle Obispo Rey Redondo (die „Kathedralenstraße") sind die architektonischen Prunkmeilen. Besonders sehenswert: das Casa de los Capitanes Generales (17. Jh.), die Catedral de La Laguna mit ihrer neoklassizistischen Fassade und der Palacio de Nava — ein Stadtpalast, der vom Manierismus über den Barock bis zum Neoklassizismus alle Stilepochen vereint. La Laguna ist auch Universitätsstadt mit 25.000 Studenten, was für lebendige Cafés, günstige Tapas-Bars und eine junge Atmosphäre sorgt.

Tipp

La Laguna lässt sich perfekt mit der historischen Straßenbahn (Tranvía) von Santa Cruz erreichen — Fahrzeit 20 Minuten, Preis 1,35 €. Der Karneval von Santa Cruz findet jedes Jahr im Februar/März statt. Wer dann auf Teneriffa ist: unbedingt hin!

Los Cristianos & Playa de las Américas★★€€

Los Cristianos / Playa de las Américas, 38650 Arona
Siam Park: Erwachsene 42 €, Kinder (3–11) 30 €. Kombiticket mit Loro Parque: 72 €.

Der touristische Süden Teneriffas — Sonnenschein an 350 Tagen im Jahr, auch wenn der Norden wolkenverhangen ist. Los Cristianos war einst ein verschlafenes Fischerdorf und hat sich trotz Massentourismus einen Rest an Authentizität bewahrt: Der alte Hafen ist noch aktiv (Fähren nach La Gomera), die Altstadt hinter der Strandpromenade hat charmante Ecken, und am Playa de los Cristianos mischt sich die einheimische Bevölkerung unter die Urlauber.

Playa de las Américas dagegen ist purer Tourismus: In den 1970ern auf dem Reißbrett geplant, reihen sich Hotels, Einkaufszentren, Bars und Restaurants entlang der Küste. Es gibt keine historische Substanz, aber dafür das beste Nachtleben der Insel: Die Avenida de las Américas und das Veronicas-Viertel sind bis in die Morgenstunden belebt. Für Party-Urlaub ist Playa de las Américas die erste Adresse.

Strände im Süden:

  • Playa de las Vistas — 850 m goldgelber Sand, ruhiges Wasser, ideal für Familien. Liege + Sonnenschirm: 6 €.
  • Playa del Camisón — Kleiner, geschützter Strand zwischen Los Cristianos und Las Américas.
  • Playa de Troya — Lebhafter Strand direkt an der Promenade, gut für Wassersport.

Siam Park: Der riesige Wasserpark im Thai-Stil wurde mehrfach zum besten Wasserpark der Welt gewählt. Die Tower of Power-Rutsche (28 m Freifall durch ein Haifischbecken) ist nichts für schwache Nerven. Tickets kosten 42 € für Erwachsene, aber der Spaßfaktor ist den Preis wert — rechnen Sie mit 4–6 Stunden.

Tipp

Wer Ruhe sucht, meidet Playa de las Américas und wählt stattdessen Los Cristianos oder Costa Adeje. Das öffentliche Bussystem TITSA verbindet alle Südorte günstig (Tageskarte 10 €). Für Siam Park: unter der Woche und am frühen Morgen kommen, Wochenenden sind überfüllt.

Costa Adeje★★€€€

Costa Adeje, 38660 Adeje
Barranco del Infierno: 8,50 €. Strandliege Playa del Duque: 8 €. Green Fees Golf: ab 80 €.

Costa Adeje ist der gehobene Gegenentwurf zu Playa de las Américas — nur wenige Kilometer weiter westlich, aber eine andere Welt. Hier stehen Fünf-Sterne-Resorts, Boutique-Hotels und luxuriöse Apartmentanlagen, die Restaurants haben Weinkarten statt Bier-Schilder, und die Strände sind gepflegter und ruhiger.

Die besten Strände:

  • Playa del Duque — Teneriffas elegantester Strand: feiner heller Sand, kristallklares Wasser, umgeben von gehobenen Beach-Clubs und Restaurants. Liege + Schirm: 8 €. Hier fühlt man sich fast wie an der Côte d'Azur.
  • Playa de Fañabé — Breiterer Familienstrand mit Wassersportangeboten, etwas lebhafter als El Duque.
  • Playa de Torviscas — Gut erreichbar, touristisch, aber mit ordentlicher Infrastruktur.

Barranco del Infierno: Die „Höllenschlucht" ist eine spektakuläre Wanderung direkt am Rand von Adeje — ein tiefer Canyon mit endemischen Pflanzen, der an einem Wasserfall endet. Die 6,5 km lange Route (hin und zurück) dauert ca. 3 Stunden und ist moderat anspruchsvoll. Wichtig: Es sind nur 300 Personen pro Tag zugelassen, Reservierung über die Website obligatorisch. Eintritt 8,50 €.

Golf: Costa Adeje ist Teneriffas Golf-Mekka. Der Golf Costa Adeje (27-Loch, Design: Pepe Gancedo) und der Abama Golf (18-Loch, Dave Thomas-Design) bieten ganzjährig perfekte Bedingungen. Green Fees: 80–180 € je nach Saison und Platz.

Tipp

Für den Barranco del Infierno unbedingt 1–2 Wochen vorher online reservieren (barrancodelinfierno.es). Festes Schuhwerk und 1,5 Liter Wasser pro Person mitnehmen. Die Wanderung ist bei Regen gesperrt.

Anaga-Gebirge★★★

Parque Rural de Anaga, Santa Cruz de Tenerife
Besucherzentrum Cruz del Carmen: täglich 9:30–16 Uhr.
Kostenlos. Parken an den Wanderparkplätzen ebenfalls frei.

Das Anaga-Gebirge im äußersten Nordosten Teneriffas ist das grüne Gegengewicht zur Vulkanwüste des Teide — und für viele Wanderer der schönste Teil der Insel. Seit 2015 ist das Gebiet UNESCO-Biosphärenreservat. Die dicht bewaldeten Bergrücken (bis 1.024 m) fangen die feuchten Passatwolken ab und schaffen einen mystischen Lorbeerwald (Laurisilva), der wie aus einem Tolkien-Roman wirkt: moosbehangene, knorrige Bäume, Farne so groß wie Regenschirme, und Nebelschwaden, die durch die Schluchten ziehen.

Das Anaga-Gebirge ist dünn besiedelt — nur wenige hundert Menschen leben in den verstreuten Weilern, von denen manche bis in die 1960er Jahre nur zu Fuß erreichbar waren. Diese Abgeschiedenheit hat eine einzigartige Flora bewahrt: Über 120 endemische Pflanzenarten wachsen hier, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.

Die besten Wanderungen:

  • Sendero de los Sentidos (Weg der Sinne) — 1,5 km Rundweg durch den Lorbeerwald, barrierefrei, perfekt für Familien. Start am Besucherzentrum Cruz del Carmen.
  • Punta de Hidalgo nach Chinamada — 8 km, 4 Stunden, anspruchsvoll. Durch tiefe Barrancos zu einem Dorf mit Höhlenwohnungen, die teilweise noch bewohnt sind.
  • Chamorga nach Roque Bermejo — 12 km, 5 Stunden. Die Königswanderung durch das abgelegenste Tal Teneriffas bis zum verlassenen Leuchtturm an der Nordspitze.
  • Cruz del Carmen nach Punta del Hidalgo — 10 km, 4,5 Stunden, meist bergab. Vom Nebelwald hinunter ans Meer — spektakuläre Aussichten garantiert.

Taganana: Das malerischste Dorf des Anaga-Gebirges klammert sich an einen steilen Berghang hoch über dem Meer. Die enge Zufahrtsstraße mit ihren Haarnadelkurven ist ein Abenteuer für sich. Unten am Strand Playa de Benijo brechen die Atlantikwellen dramatisch an den vorgelagerten Felsen — einer der fotogensten Orte Teneriffas. In den kleinen Restaurants am Strand gibt es fangfrischen Fisch (Vieja, Cherne) ab 12 €.

Tipp

Unbedingt wetterfeste Kleidung einpacken — im Anaga kann es auch an sonnigen Tagen an der Küste neblig und kühl sein. Das Besucherzentrum Cruz del Carmen hat kostenlose Wanderkarten und aktuelle Weginformationen. Mietwagen empfohlen, aber Vorsicht: Die Straßen sind extrem kurvig und eng.

Masca-Schlucht★★★

Masca, 38489 Buenavista del Norte
Schlucht: täglich 8–15 Uhr (letzter Eintritt). Nur mit Reservierung.
Genehmigung: ca. 5 €. Boot Masca → Los Gigantes: 10 €. Geführte Tour: 55–75 €.

Die Masca-Schlucht (Barranco de Masca) im Teno-Gebirge ist Teneriffas legendärste Wanderung — ein enger, tiefer Canyon, der sich vom Bergdorf Masca (600 m) hinunter bis ans Meer zieht. Die 4,5 km lange Route führt durch eine atemberaubende Szenerie aus steil aufragenden Felswänden, üppiger Vegetation und einem Flussbett, das je nach Jahreszeit trocken oder von Wasser durchzogen ist.

Das Dorf Masca allein ist schon einen Besuch wert. Das winzige Bergdorf (ca. 90 Einwohner) liegt spektakulär eingebettet zwischen den Felszacken des Teno-Gebirges und war bis 1991 nur über einen Maultierpfad erreichbar. Die Anfahrt über die kurvige Bergstraße von Santiago del Teide aus bietet Ausblicke, die einem den Atem rauben — und den Beifahrer oft auch.

Die Wanderung: Der Abstieg von Masca zum Strand dauert ca. 3 Stunden. Seit der Wiedereröffnung 2021 (nach mehrjähriger Sperrung wegen Steinschlaggefahr) ist die Schlucht nur noch mit Voranmeldung und in Begleitung eines autorisierten Guides begehbar. Die Rückkehr vom Strand erfolgt per Boot nach Los Gigantes (ca. 10 €, 20 Minuten) — oder man wandert denselben Weg zurück (deutlich anstrengender, 4 Stunden bergauf).

Schwierigkeit: Mittelschwer bis anspruchsvoll. Die Route erfordert Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und Schwindelfreiheit. An einigen Stellen muss über Felsen geklettert werden, und der Weg ist bei Nässe rutschig. Kinder unter 8 Jahren und Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten diese Wanderung nicht unternehmen.

Tipp

Die Genehmigung mindestens 2 Wochen vorher buchen, in der Hochsaison (Dez.–April) sogar früher. Geführte Touren inklusive Transport ab Los Cristianos kosten 55–75 € pro Person. Der Nachmittag ist ruhiger als der Vormittag.

Achtung

Die Schlucht ist seit 2021 genehmigungspflichtig! Ohne vorherige Online-Reservierung (caminomasca.com) und Guide kommt man nicht hinein. Maximal 125 Personen pro Tag. Mindestens 3 Liter Wasser pro Person mitnehmen. Bei Regen wird die Schlucht gesperrt.

Los Gigantes & Wale beobachten★★

Los Gigantes, 38683 Santiago del Teide
Whale Watching: ab 25 € (Katamaran), ab 35 € (Zodiac), ab 45 € (Segelboot). Kinder meist 50 % Ermäßigung.

Die Acantilados de los Gigantes — die „Klippen der Riesen" — sind eine der spektakulärsten Küstenformationen der Kanaren: Senkrechte Basaltfelsen, die bis zu 600 Meter aus dem Atlantik ragen. Die Ureinwohner (Guanchen) nannten die Klippen Tenegüide — „Teufelswand". Am eindrucksvollsten erlebt man sie vom Wasser aus, auf einer Bootstour.

Wal- und Delfinbeobachtung: Die Gewässer zwischen Teneriffa und La Gomera beherbergen eine residente Population von etwa 500 Kurzflossen-Grindwalen und zahlreiche Große Tümmler. Die Tiere leben hier ganzjährig in einer Meerestiefe von bis zu 2.000 Metern — die Sichtungsrate liegt bei über 90 %. Mit etwas Glück sieht man auch Pottwale, Blainville-Schnabelwale oder sogar Blauwale (selten, am ehesten im Frühjahr).

Touren: Whale-Watching-Boote starten von Puerto Colón (Costa Adeje) und Los Gigantes. Es gibt drei Kategorien:

  • Katamarane (2–3 Std.) — Ab 25 €, große Gruppen (bis 60 Personen), gut für Familien. Oft mit Schwimmstopp und Getränken.
  • Segelboote (3–4 Std.) — Ab 45 €, kleinere Gruppen (10–15 Personen), ruhigere Erfahrung, oft mit Mittagessen.
  • Zodiac-Schlauchboote (2 Std.) — Ab 35 €, kleine Gruppen (8–10), am nächsten an den Tieren, actionreich.

Der Ort Los Gigantes selbst ist ein ruhiger, etwas in die Jahre gekommener Ferienort mit einem kleinen Sporthafen, einem schwarzen Vulkanstrand (Playa de los Guíos, direkt am Fuß der Klippen — fantastische Kulisse!) und mehreren guten Fischrestaurants. Das Naturschwimmbecken Piscinas Naturales El Caletón in der Nachbargemeinde Garachico ist ebenfalls einen Abstecher wert: natürliche, vom Meer gespeiste Lavabecken, Eintritt frei.

Tipp

Achten Sie bei Whale-Watching-Anbietern auf das „Blue Boat"-Zertifikat — diese Boote halten die gesetzlichen Mindestabstände ein und stören die Tiere nicht. Touren morgens (9–10 Uhr) haben die ruhigste See und die besten Sichtungschancen. Seekranke sollten Tabletten 30 Minuten vorher nehmen.

Essen & Guachinches★★★

Guachinche-Mittagessen: 8–12 € inkl. Wein. Fischrestaurant: 15–25 €. Sterne-Restaurant: ab 80 €.

Die kanarische Küche ist ehrlich, herzhaft und überraschend vielfältig — eine Mischung aus spanischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Einflüssen. Auf Teneriffa hat sich darüber hinaus eine einzigartige kulinarische Tradition erhalten: die Guachinches.

Was ist ein Guachinche? Guachinches sind provisorische Wirtschaften, die von Winzerfamilien in Garagen, Hinterhöfen oder Nebengebäuden betrieben werden. Die Idee: Der Winzer schenkt seinen eigenen Wein aus und serviert dazu einfaches, hausgemachtes Essen — oft nur 3–4 Gerichte pro Tag, zubereitet von der Großmutter. Die Einrichtung ist spartanisch (Plastikstühle, Papierdecken), aber das Essen ist authentisch und spottbillig: Ein komplettes Mittagessen mit Wein kostet 8–12 € pro Person.

Guachinches haben keine festen Öffnungszeiten und keine Websites — sie öffnen, wenn der neue Wein fertig ist (meist Oktober bis Mai), und schließen, wenn er ausgetrunken ist. Man findet sie vor allem in den Weinbaugebieten des Nordens: La Orotava, Tacoronte, El Sauzal, La Matanza. Das Auffinden ist Teil des Abenteuers — fragen Sie Einheimische oder suchen Sie nach handgeschriebenen Schildern am Straßenrand.

Was Sie unbedingt probieren sollten:

  • Papas arrugadas con mojo — „Runzelkartoffeln": Kleine Kartoffeln, in Salzwasser gekocht, bis die Schale verschrumpelt und eine Salzkruste bildet. Dazu zwei Mojos: Mojo rojo (rot, Paprika-Chili) und Mojo verde (grün, Koriander oder Petersilie). Das Nationalgericht der Kanaren, simpel und göttlich.
  • Gofio — Geröstetes Mais- oder Weizenmehl, das Grundnahrungsmittel der Guanchen. Wird als Beilage, in Suppen oder als Dessert (Gofio amasado mit Mandeln und Honig) serviert.
  • Queso asado con mojo — Gegrillter kanarischer Ziegenkäse, oft mit Mojo und Palmensirup.
  • Conejo en salmorejo — Kaninchen in würziger Marinade, langsam geschmort. Ein Klassiker in den Guachinches.
  • Ropa vieja — „Alte Kleider": Kichererbseneintopf mit Rindfleisch, Huhn und Gemüse — kanarisches Soulfood.
  • Vieja a la espalda — Papageienfisch, im Ofen gebacken. Der beliebteste Frischfisch der Kanaren.
  • Bienmesabe — Dessert aus Mandeln, Honig, Eigelb und Zitrone. Süß und klebrig, ein kanarisches Unikat.

Weine: Teneriffa hat fünf Denominaciones de Origen (Herkunftsbezeichnungen) — mehr als jede andere Kanareninsel. Die Rebstöcke wachsen oft auf vulkanischem Boden in Höhenlagen von 400–1.500 Metern. Besonders die Listán Negro-Rotweine (leicht, fruchtig) und die Malvasía-Weißweine (aromatisch, blumig) sind hervorragend. Im Guachinche kostet eine Flasche Hauswein 3–5 €.

Restauranttipps abseits der Guachinches:

  • El Rincón de Juan Carlos (Los Gigantes) — Michelin-Stern, kreative kanarische Küche. Menü ab 95 €.
  • Tasca el Olivo (La Orotava) — Traditionelle Tapas, lokaler Wein, herzliche Atmosphäre. Tapas ab 4 €.
  • Cofradía de Pescadores (Puerto de la Cruz) — Fischereigenossenschaft mit Restaurant direkt am Hafen. Fangfrischer Fisch ab 10 €.
  • La Hierbita (Santa Cruz) — Seit 1893, ältestes Restaurant der Hauptstadt. Kanarische Klassiker in historischem Ambiente. Hauptgerichte ab 12 €.

Tipp

Guachinches sind ein Mittagsphänomen — die meisten öffnen zwischen 12 und 16 Uhr und haben abends geschlossen. Kommen Sie früh (gegen 12:30 Uhr), denn wenn das Essen aus ist, ist es aus. Die Facebook-Gruppe „Guachinches de Tenerife" listet aktuell geöffnete Lokale auf.

Garachico & Icod de los Vinos★★

Garachico / Icod de los Vinos, Teneriffa Nordküste
Parque del Drago: täglich 9–18 Uhr. Cueva del Viento: Di–Sa, nur mit Führung.
El Caletón: kostenlos. Parque del Drago: 5 €. Cueva del Viento: 20 € (Erwachsene), 8,50 € (Kinder).

Garachico war einst der wichtigste Hafen Teneriffas — bis 1706, als ein Ausbruch des Vulkans Trevejo die Stadt unter Lava begrub und den Hafen zerstörte. Heute ist Garachico ein verschlafenes Städtchen mit einer melancholischen Schönheit: prächtige Renaissancepaläste erinnern an den einstigen Wohlstand, und die vom Lavastrom geformten natürlichen Meeresschwimmbecken (El Caletón) sind eine der großen Attraktionen der Nordküste — kostenloses Baden in kristallklarem Meerwasser inmitten schwarzer Lavaformationen.

Die Plaza de la Libertad mit ihren alten Lorbeerbäumen, das Castillo de San Miguel (16. Jh., heute kleines Museum, 2 €) und die Iglesia de Santa Ana bilden ein harmonisches Ensemble. Garachico ist der perfekte Ort für einen halben Tag — flanieren, schwimmen, in einer Bar am Platz sitzen und die Ruhe genießen.

Icod de los Vinos liegt 15 Minuten östlich und ist berühmt für den Drago Milenario — den „Tausendjährigen Drachenbaum". Der knorrige Baum (tatsächlich wohl 600–800 Jahre alt, nicht 1.000) ist das meistfotografierte Pflanzendenkmal der Kanaren: 16 Meter hoch, Stammumfang von 6 Metern, und die Krone erstreckt sich über 50 m². Man kann ihn kostenlos von der Plaza Andrés de Lorenzo Cáceres sehen, aber der Eintritt in den umgebenden Parque del Drago (5 €) lohnt sich für Nahaufnahmen und den schönen botanischen Garten.

Weinfreunde aufgepasst: Die Cueva del Viento bei Icod ist die längste Lavahöhle Europas und eine der längsten der Welt (18 km Gangsystem, 200 m begehbar). Die geführte Tour durch die vulkanischen Tunnel dauert 2 Stunden und kostet 20 €. Voranmeldung nötig.

Tipp

Die natürlichen Pools von Garachico (El Caletón) sind bei Flut am besten — das Wasser wird dann frisch nachgefüllt und die Becken sind tiefer. Handtuch und Badeschuhe mitbringen, der Lavafels ist rau. Parken am Ortsrand und zu Fuß gehen.

Stadtrundgang

La Laguna Altstadt

2,5–3 Stunden 3,2 km

Ein Rundgang durch die UNESCO-Weltkulturerbe-Altstadt von San Cristóbal de La Laguna — die am besten erhaltene Kolonialstadt der Kanaren. Der Weg führt vorbei an prächtigen Stadtpalästen, barocken Kirchen und charmanten Plätzen. La Laguna war die Blaupause für die Stadtplanung in Lateinamerika und hat sich ihren historischen Charakter bewahrt wie kaum eine andere kanarische Stadt.

1

Plaza del Adelantado

Startpunkt am schönsten Platz der Stadt. Der rechteckige Platz mit seinem Marmorbrunnen (1870), den schattenspendenden Lorbeerbäumen und den umliegenden Herrschaftshäusern war jahrhundertelang das gesellschaftliche Zentrum. An der Nordseite steht das Kloster Santa Catalina de Siena (17. Jh.) mit seinem markanten Holzgitterfenster — hier konnten die Nonnen das Treiben auf dem Platz beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.

15 Minuten
2

Palacio de Nava

Nur wenige Schritte weiter steht der imposanteste Stadtpalast La Lagunas. Der Palacio de Nava vereint drei Jahrhunderte Architekturgeschichte in einer Fassade: manieristische Grundstruktur (16. Jh.), barocke Umgestaltung (17. Jh.) und neoklassizistische Elemente (18. Jh.). Die Steinbalkone, das Wappen und die korinthischen Säulen sind prächtig — ein Fotomotiv par excellence.

10 Minuten
3

Calle San Agustín

Die architektonische Prunkmeile La Lagunas. Auf dieser Straße reihen sich die schönsten Stadtpaläste aneinander: das Casa de Montañés mit seinem Holzbalkon, das Instituto de Canarias (älteste Bildungseinrichtung der Inseln, gegründet 1846) und zahlreiche Herrschaftshäuser mit den typisch kanarischen Innenhöfen. Blicken Sie durch die offenen Torbögen — die Patios mit ihren Holzgalerien und Brunnen sind oft spektakulärer als die Fassaden.

20 Minuten
4

Casa de los Capitanes Generales

Das ehemalige Haus der Generalkapitäne der Kanaren (17. Jh.) ist ein Musterbeispiel kanarischer Kolonialarchitektur: zweistöckige Holzgalerie um einen Innenhof, geschnitzter Balkon an der Fassade und ein imposantes Steinportal. Heute beherbergt es wechselnde Ausstellungen (Eintritt frei) und das Tourismusbüro, wo Sie kostenlose Stadtkarten bekommen.

15 Minuten
5

Catedral de La Laguna

Die Kathedrale (offiziell: Catedral de Nuestra Señora de los Remedios) wurde im 16. Jahrhundert gegründet, aber die heutige neoklassizistische Fassade stammt von 1913. Im Inneren beeindrucken der barocke Hochaltar, das geschnitzte Chorgestühl aus kanarischem Holz und die Kanzel aus Carrara-Marmor. Der Glockenturm bietet einen der besten Ausblicke über die Altstadt — fragen Sie an der Kasse, ob der Aufstieg möglich ist (2 €).

20 Minuten
6

Plaza de la Concepción & Iglesia

Der Endpunkt des Rundgangs ist die Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción — die älteste Kirche Teneriffas (1511). Ihr siebenstöckiger Glockenturm im Mudéjar-Stil ist das Wahrzeichen La Lagunas und von weitem sichtbar. Im Inneren: eine reich geschnitzte Kassettendecke im Mudéjar-Stil und ein barocker Altaraufsatz. Von hier sind es 5 Minuten zu Fuß zur Tranvía-Haltestelle für die Rückfahrt nach Santa Cruz.

20 Minuten
7

Mercado de La Laguna

Abschluss mit Genuss: Der Mercado Municipal liegt am Rand der Altstadt und bietet unter einem modernen Dach kanarische Käsesorten, tropische Früchte, frischen Fisch und lokale Weine. Die kleinen Bars im Markt sind perfekt für Tapas und ein Glas Wein zum Abschluss des Rundgangs. Empfehlung: Probieren Sie den Queso tierno (milder Ziegenkäse) und ein Glas Listán Negro. Frühstück oder Mittagessen: 6–10 €.

20 Minuten

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