Kunst & Architektur · Abschnitt 2/5

Modernisme

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Modernisme

Um die Jahrhundertwende 1900 erlebte Palma einen Modernisme-Boom — die katalanische Spielart des Jugendstils, verwandt mit dem Art Nouveau in Frankreich und dem Wiener Sezessionsstil. Reiche Kaufleute und Adlige ließen sich repräsentative Stadtpalais im neuen Stil bauen, und Palma wurde — nach Barcelona — zur zweitwichtigsten Modernisme-Stadt der katalanischsprachigen Welt.

Can Forteza Rey

Das vielleicht auffälligste Gebäude Palmas steht an der Placa del Mercat: Die Fassade von Can Forteza Rey explodiert förmlich in Farbe und Form — Keramikkacheln, schmiedeeiserne Balkone, phantasievolle Tier- und Pflanzenmotive. Entworfen von Lluis Forteza Rey (1908–1909), ist es ein Paradebeispiel für den dekorativen Überschwang des Modernisme. Das Gebäude ist in Privatbesitz und kann nur von außen bewundert werden — aber das lohnt sich.

Gran Hotel (CaixaForum)

Das Gran Hotel (1903) von Lluis Domenech i Montaner — demselben Architekten, der den Palau de la Musica Catalana und das Hospital de Sant Pau in Barcelona schuf — war das erste Luxushotel Palmas. Die prachtvolle Fassade mit Keramikdekor, Blumenmotiven und schmiedeeisernen Balkonen wurde aufwendig restauriert und beherbergt heute das Kulturzentrum CaixaForum mit wechselnden Ausstellungen. Im Erdgeschoss ist eine Dauerausstellung mit Werken des mallorquinischen Malers Hermen Anglada Camarasa — Eintritt frei.

Almacenes El Aguila

Das ehemalige Kaufhaus El Aguila (1908) an der Placa del Mercat beeindruckt mit seiner monumentalen Fassade — Keramikverkleidung, große Glasflächen und ein markanter Adler (Aguila) auf dem Dach. Ein Zeugnis des bürgerlichen Selbstbewusstseins der mallorquinischen Handelselite.

Can Casasayas und Pensio Menorquina

Die Zwillingsgebäude Can Casasayas und die ehemalige Pension Menorquina (1908–1911) an der Placa del Mercat fallen durch ihre geschwungenen, fast fließenden Fassaden auf — oft als „Palmas kleine Casa Batllo" bezeichnet. Die Wellenbewegungen der Balkone und die organischen Formen erinnern tatsächlich an Gaudis Meisterwerke in Barcelona. Entworfen vom Architekten Francesc Roca i Simo.

Ein Modernisme-Spaziergang durch Palma lässt sich in 2–3 Stunden machen: Start an der Placa del Mercat (Gran Hotel, Can Forteza Rey, Can Casasayas), weiter durch die Altstadt zum Passeig des Born und in die Seitenstraßen — überall verstecken sich Jugendstil-Details: Fassadenfliesen, Holztüren mit Bleiverglasung, schmiedeeiserne Laternen.

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