Cap de Formentor★★★
Das Cap de Formentor ist Mallorcas dramatischster Ort — eine 20 Kilometer lange, schmale Halbinsel, die wie ein zerklüfteter Finger ins Mittelmeer ragt. Steilklippen fallen 300 Meter senkrecht ins tiefblaue Meer, die Serpentinenstraße windet sich in haarsträubenden Kurven an Abgründen entlang, und am äußersten Ende steht ein einsamer Leuchtturm auf 210 Metern Höhe, als Wächter über das Ende der Welt. Dies ist zweifellos einer der spektakulärsten Orte im gesamten Mittelmeerraum.
Die Fahrt beginnt in Port de Pollença und führt zunächst zum Mirador de Mal Pas (auch Mirador Es Colomer) — einem Aussichtspunkt auf 300 Metern Höhe, der einen Blick bietet, den man nie vergisst: Die zerklüftete Klippe El Colomer ragt wie ein Wachtturm aus dem Meer, das Wasser schimmert in allen Blautönen von Türkis bis Tintenblau, und bei klarer Sicht sieht man bis Menorca. Es gibt einen Parkplatz und einen kurzen Fußweg zum Aussichtspunkt (5 Min.).
Weiter geht es durch dichten Kiefernwald und über haarsträubende Serpentinen zum Platja de Formentor — einem der schönsten Strände der Insel. Feiner, weißer Sand, umrahmt von Kiefern, die bis ans Wasser reichen, und kristallklares Wasser in unwirklichen Türkistönen. Das legendäre Hotel Formentor (1929 eröffnet, Gäste wie Winston Churchill, Grace Kelly, Charlie Chaplin) thront über dem Strand und verleiht dem Ort einen Hauch von Glamour vergangener Zeiten.
Der letzte Abschnitt zum Leuchtturm (Far de Formentor) ist der wildeste: Die Straße schraubt sich durch karge, windgepeitschte Landschaft zum äußersten Punkt der Halbinsel. Der Leuchtturm (1863 erbaut) steht auf einer Klippe 210 Meter über dem Meer. Der Blick bei Sonnenuntergang — wenn die Klippen golden leuchten, das Meer glüht und die Sonne langsam im Wasser versinkt — ist der beste Sunset-Spot auf Mallorca. Plane für den Sonnenuntergang aber genügend Zeit für die Rückfahrt im Dunkeln ein (Serpentinen ohne Straßenbeleuchtung!).
Der Leuchtturm selbst ist nicht begehbar, aber das Gelände drumherum ist frei zugänglich. Es gibt eine kleine Bar mit Getränken und Snacks (saisonabhängig). Die Felsenküste um den Leuchtturm ist wild und fotogen — aber Vorsicht an den unbefestigten Kanten!
💡 Tipp
Die beste Tageszeit für Cap de Formentor: Morgens (8–10 Uhr) für den Mirador und den Strand, wenn es noch leer ist. Für den Leuchtturm zum Sonnenuntergang kommen. In der Nebensaison (Oktober–Mai) kannst du die gesamte Strecke selbst fahren — dann ist es magisch ruhig. Radfahrer lieben die Strecke im Frühjahr (Achtung: sehr steil, Rennrad-Niveau!).
Achtung
Im Sommer (15. Juni – 15. September) ist die Zufahrt zum Leuchtturm für Privatfahrzeuge ab dem Abzweig Platja de Formentor GESPERRT. Du musst den Shuttlebus ab Port de Pollença nehmen (ca. 3€, regelmäßig). Zum Strand und zum Mirador darfst du weiterhin selbst fahren. Außerhalb der Sperrzeit wird die Straße sehr eng — Gegenverkehr mit Reisebussen erfordert Nerven. Fahre nie zu schnell, es gibt enge Kurven ohne Leitplanken!