Atlantikküste — Raue Schönheit
Portugals Atlantikküste ist keine liebliche Mittelmeerriviera — sie ist wild, dramatisch und kraftvoll. Über 800 km erstreckt sie sich von der grünen Minho-Küste im Norden bis zu den goldenen Klippen der Algarve im Süden, und jeder Abschnitt hat seinen eigenen Charakter.
Die Westküste
Die Westküste zwischen Nazaré und Ericeira ist das Reich der Surfer. In Nazaré brechen die größten Wellen der Welt — der Unterwasser-Canyon von Nazaré bündelt die atlantische Dünung zu monströsen Wellen von über 25 Metern Höhe. 2017 ritt der Brasilianer Rodrigo Koxa eine 24,38-Meter-Welle — Weltrekord. Vom Fort von São Miguel Arcanjo kann man das Spektakel im Winter (November–Februar) beobachten.
Peniche und Ericeira (Europas einziges World Surfing Reserve) sind die Mekkas des europäischen Surfens. Hier gibt es Wellen für jedes Niveau, Surfschulen an jedem Strand und eine lebendige Surfer-Community.
Der Südwesten — Costa Vicentina
Der Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina ist einer der besterhaltenen Küstenabschnitte Europas — 100 km nahezu unverbaute Klippen, einsame Strände und eine Wildblumenvielfalt, die im Frühling (März–Mai) atemberaubend ist. Der Rota Vicentina (Fischerweg) führt in mehreren Etappen entlang der Klippen — einer der schönsten Fernwanderwege Europas.
Die Algarve
Die Algarve im Süden bietet zwei Gesichter: Die Südküste (Sotavento und Barlavento) hat goldene Sandstrände, spektakuläre Felsklippen und Grotten — die Ponta da Piedade bei Lagos und die Benagil-Höhle sind Ikonen. Die Westküste der Algarve (Costa Vicentina) ist dagegen wild und windig, mit mächtiger Brandung und wenig Bebauung. Die Ria Formosa, ein Lagunengebiet bei Faro, ist ein Paradies für Vogelbeobachter mit über 200 Vogelarten, darunter Flamingos.
💡 Tipp
Die Benagil-Höhle ist am schönsten frühmorgens, wenn die Sonne durch das Deckenloch scheint. Mit dem Kajak (ab Benagil-Strand, ca. 20 €) oder per Boot erreicht man sie — Schwimmen ist möglich, aber wegen der Strömung nur für geübte Schwimmer ratsam.