Weiße Dörfer (Pueblos Blancos)
Die Pueblos Blancos sind Andalusiens Postkartenmotiv: weiß getünchte Bergdörfer, die sich an steile Felsen klammern, umgeben von Olivenhainen und Korkeichenwäldern, mit maurischen Festungsruinen auf den Gipfeln. Die meisten liegen in der Sierra de Grazalema und der Serranía de Ronda, einem Naturpark mit tiefen Schluchten, Geiern und Wanderwegen.
Eine Rundfahrt durch die weißen Dörfer ist eine der schönsten Autotouren Andalusiens — man braucht aber zwingend einen Mietwagen, denn die Busverbindungen sind spärlich bis nicht existent.
💡 Tipp
Die Rundfahrt Ronda → Grazalema → Zahara de la Sierra → Olvera → Setenil de las Bodegas → zurück nach Ronda ist in einem Tag machbar (ca. 150 km), aber mit einer Übernachtung in Grazalema oder Zahara deutlich entspannter.
Die schönsten Dörfer
★★★ Zahara de la Sierra
Das fotogenste aller weißen Dörfer: ein perfekter Kegel weißer Häuser unter einer maurischen Burgruine, am Ufer eines türkisfarbenen Stausees. Der Aufstieg zur Burg (20 Min.) wird mit einem atemberaubenden Rundblick belohnt. Am Stausee eine Badestelle (Área Recreativa Arroyomolinos) mit türkisem Wasser.
Tipp: In der Bar „Los Estancos" am Hauptplatz gibt es die beste Tapa der Sierra — für 2€.
★★ Grazalema
Der regenreichste Ort Spaniens (man glaubt es kaum in Andalusien) und Zentrum des gleichnamigen Naturparks. Perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen: die Garganta Verde (Grüne Schlucht, 12 km, Genehmigung nötig) ist spektakulär. Im Dorf: handgewebte Wolldecken (Artesanía Textil) als Souvenir.
★★ Setenil de las Bodegas
Einzigartig: ein Dorf, das buchstäblich unter und in Felsen gebaut wurde. Die Häuser der Calle Cuevas del Sol und Calle Cuevas de la Sombra (Sonnen- und Schattenhöhlen) sind in die überhängenden Felswände hineingebaut — die Felsen bilden die Decke. Surreal und extrem fotogen. Dazu hervorragende Tapas-Bars.
★ Arcos de la Frontera
Das westliche Tor zur Ruta de los Pueblos Blancos: eine dramatische Lage auf einem Felssporn über dem Río Guadalete. Die Altstadt ist steil, eng und atmosphärisch. Die Plaza del Cabildo am Klippenrand hat einen der besten Aussichtspunkte Andalusiens.
★ Olvera
Thront unter einer imposanten Festung und einer neugotischen Kirche auf dem Hügel. Weniger besucht als Zahara, aber genauso fotogen. Von Olvera führt die Vía Verde de la Sierra (36 km), ein Radweg auf einer alten Bahntrasse durch Tunnels und über Viadukte — traumhaft schön.