Geschichte Spaniens · Abschnitt 2/5

Reconquista (722–1492)

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Reconquista (722–1492)

Die Reconquista — die christliche „Rückeroberung" — begann der Legende nach 722 mit der Schlacht von Covadonga in Asturien, wo ein westgotischer Adliger namens Pelayo die Mauren besiegte. Historisch war es wohl nur ein kleines Scharmützel, aber es wurde zum Gründungsmythos Spaniens.

Die Reconquista war kein einheitlicher Kreuzzug, sondern ein 800 Jahre währender Prozess, der von wechselnden Allianzen, Bürgerkriegen und pragmatischem Pragmatismus geprägt war. Christliche Könige verbündeten sich mit maurischen Herrschern gegen andere Christen, muslimische Fürsten suchten christliche Hilfe gegen Rivalen.

Die großen Meilensteine

  • 1085: Eroberung von Toledo durch Alfons VI. von Kastilien — ein Wendepunkt
  • 1212: Die Schlacht von Las Navas de Tolosa brach die Macht der Almohaden endgültig
  • 1236: Ferdinand III. von Kastilien erobert Córdoba
  • 1248: Fall von Sevilla
  • 1469: Heirat von Isabel von Kastilien und Fernando von Aragón — die „Katholischen Könige" (Reyes Católicos) vereinen die beiden mächtigsten christlichen Reiche
  • 2. Januar 1492: Fall von Granada, dem letzten maurischen Königreich. Boabdil, der letzte Sultan, soll beim Verlassen der Stadt geweint haben — seine Mutter sagte: „Weine wie ein Weib um das, was du als Mann nicht verteidigen konntest."

1492 war ein Schicksalsjahr: Granada fiel, Kolumbus „entdeckte" Amerika, und die Juden wurden aus Spanien vertrieben. Die Vertreibung der Sepharden (spanische Juden) und später der Morisken (zwangskonvertierte Muslime, endgültig 1609) war eine kulturelle und wirtschaftliche Katastrophe, von der sich Spanien jahrhundertelang nicht erholte.

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