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Kunst & Kultur · Abschnitt 5/6

Stierkampf — die große Debatte

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Stierkampf — die große Debatte

Kein Thema spaltet Spanien so wie die Corrida de Toros. Für die einen ist sie eine jahrhundertealte Kunstform von tragischer Schönheit, für die anderen institutionalisierte Tierquälerei. Als Reisender sollte man beide Seiten kennen.

Tradition & Kultur

Der Stierkampf hat in Spanien eine über 300-jährige Geschichte. Hemingway verherrlichte ihn, Goya malte ihn, García Lorca schrieb über ihn. Die besten Matadore (Toreros) — wie der legendäre Manolete (1917–1947, starb in der Arena) — genießen in bestimmten Kreisen einen Status zwischen Popstar und Heiligem.

Die Plaza de Toros de Las Ventas in Madrid (23.000 Plätze) ist das „Wimbledon des Stierkampfs". Die Feria de San Isidro (Mai/Juni) ist die wichtigste Stierkampfsaison.

Die Gegenbewegung

Die Ablehnung des Stierkampfs wächst rasant — besonders unter jungen Spaniern. Umfragen zeigen, dass über 60% der Bevölkerung dagegen sind (bei unter 30-Jährigen über 80%). Katalonien verbot den Stierkampf 2010 (vom Verfassungsgericht 2016 teilweise aufgehoben, faktisch aber tot). Auf den Kanarischen Inseln ist er seit 1991 verboten. Die Balearen verschärften die Regeln 2017 massiv.

Die EU hat 2015 Subventionen für Stierkampfzucht gestrichen. Viele Städte erklären sich als „Anti-Stierkampf-Gemeinde". Die Besucherzahlen sinken seit Jahren.

Als Tourist

Es steht jedem frei, einen Stierkampf zu besuchen oder nicht. Wer die kulturelle Seite verstehen will, ohne der Corrida beizuwohnen, kann die Stierkampfmuseen in Sevilla (Real Maestranza), Madrid (Las Ventas) oder Ronda (älteste Stierkampfarena Spaniens, 1785) besuchen. In Ronda entwickelte Pedro Romero den modernen Stierkampf zu Fuß (vorher wurde vom Pferd gekämpft).

Achtung

Das Thema Stierkampf ist in Spanien emotional aufgeladen. Vermeidet es, Spanier darüber zu belehren — sie kennen beide Seiten der Debatte besser als jeder Tourist. Respektvolle Neugier ja, moralische Überlegenheit nein.

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