Indian Summer & Vermont★★★
Wenn sich Ende September die Wälder Neuenglands in ein Meer aus Scharlachrot, leuchtendem Orange, tiefem Gold und warmem Kupfer verwandeln, beginnt der Indian Summer — eines der großartigsten Naturschauspiele der Welt. Keine Postkarte, kein Foto und kein 4K-Video kann einfangen, wie es sich anfühlt, durch diese Farbexplosion zu fahren. Vermont ist dabei das Epizentrum: 80 % des Bundesstaates sind bewaldet, überwiegend mit Ahornbäumen, deren Blätter die intensivsten Farben entwickeln.
Stowe
Stowe ist Vermonts postkartenreifster Ort — ein charmantes Bergdorf am Fuße des Mount Mansfield (1.339 m, Vermonts höchster Berg) mit einer weißen Kirchturmspitze, die aus den Herbstblättern herausragt, als wäre sie für ein Kalender-Cover inszeniert. Die Mountain Road (Route 108) von Stowe zum Smugglers' Notch ist eine der spektakulärsten Foliage-Strecken der USA — 16 km durch einen Tunnel aus Farben. Im Winter verwandelt sich Stowe in eines der besten Skigebiete des Ostens. Die Trapp Family Lodge (ja, die Sound-of-Music-Familie wanderte hierher aus!) bietet Unterkünfte im österreichischen Stil ab 250 $/Nacht und kostenlose Wanderwege durch die Herbstlandschaft.
Burlington & der Lake Champlain
Burlington, Vermonts größte Stadt (45.000 Einwohner — hier ist alles klein), liegt am Ufer des Lake Champlain mit Blick auf die Adirondack Mountains in New York State. Die Church Street Marketplace, eine autofreie Fußgängerzone mit Backsteingebäuden, lokalen Boutiquen und Straßenmusikern, ist der lebendigste Ort des Bundesstaates. Burlingtons Bier- und Restaurantszene ist erstaunlich gut für eine Stadt dieser Größe — die Farm-to-Table-Bewegung hat hier tiefe Wurzeln. Am Seeufer kannst du Kajaks mieten (25 $/Std.) und bei Sonnenuntergang über den See paddeln.
Green Mountains & Foliage Routes
Die Green Mountains durchziehen Vermont von Nord nach Süd und sind im Herbst ein einziges Farbenmeer. Die besten Routen für Leaf Peeping:
- Route 100 — Vermonts „Hauptstraße", 320 km von der kanadischen Grenze nach Süden durch das Herz der Green Mountains. Die schönsten Abschnitte liegen zwischen Stowe und Killington.
- Route 7A — Durch das Tal westlich der Green Mountains, vorbei an covered bridges (überdachten Holzbrücken), Antiquitätenläden und dem Norman Rockwell Museum in Arlington.
- Smugglers' Notch (Route 108) — Ein enger Gebirgspass, der im Winter geschlossen wird, im Herbst aber atemberaubend ist. Riesige Felsblöcke, dramatische Felsen und die intensivsten Farben.
Vermont hat über 100 überdachte Holzbrücken (covered bridges) — mehr als jeder andere Bundesstaat außer Pennsylvania. Die fotogensten: Emily's Bridge in Stowe (angeblich spukt es dort), der Taftsville Covered Bridge bei Woodstock (1836, die älteste noch in Betrieb) und die West Cornwall Bridge in Connecticut.
Ahornsirup & Ben & Jerry's
Vermont produziert 50 % des amerikanischen Ahornsirups — und der Unterschied zu Industrie-Sirup ist wie zwischen frisch gepresstem Orangensaft und Brause. Im März und April kannst du Sugar Houses (Ahornsirup-Farmen) besuchen und zusehen, wie der Saft aus den Bäumen gewonnen und eingekocht wird. Die Morse Farm Maple Sugarworks bei Montpelier bietet kostenlose Führungen das ganze Jahr. Ein Liter purer Vermont-Ahornsirup kostet 15–25 $ — das perfekte Mitbringsel.
Die Ben & Jerry's Factory in Waterbury ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Vermonts. Die 30-minütige Führung (6 $) zeigt die Produktion und endet mit einer Kostprobe. Der Flavor Graveyard auf dem Gelände — ein humorvoller Friedhof eingestellter Eissorten — ist ein urkomisches Fotomotiv.
💡 Tipp
Die Laubfärbung beginnt in Nordvermont Mitte September und wandert nach Süden — Anfang bis Mitte Oktober ist der Peak in den meisten Gebieten. Websites wie foliagenetwork.com und Vermont.com/foliage zeigen den aktuellen Stand der Färbung. Buche Unterkünfte spätestens im Juli — während der Foliage-Saison ist Vermont restlos ausgebucht, und die Preise verdoppeln sich.