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Praktisch · Kapitel 15

Praktische Infos A–Z

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PraktischKapitel 15: Praktische Infos A–Z
Praktisch · Kapitel 15

Praktische Infos A–Z

Alles Wichtige für deinen Frankreich-Urlaub auf einen Blick — alphabetisch sortiert, von ärztlicher Versorgung bis Zoll. Abspeichern, ausdrucken, mitnehmen.

Ärztliche Versorgung

Frankreichs Gesundheitssystem gehört zu den besten der Welt (WHO-Ranking: Platz 1 — ja, wirklich). Für EU-Bürger mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC, auf der Rückseite der deutschen Gesundheitskarte) gelten die gleichen Bedingungen wie für Franzosen.

Arztbesuch

  • Médecin généraliste (Allgemeinarzt) — Praxisgebühr ca. 26,50 € (Tarif Secteur 1, Kassenarzt). Manche Ärzte praktizieren im "Secteur 2" mit freien Honoraren — vorher fragen
  • SOS Médecins — ärztlicher Hausbesuchsdienst, der auch nachts und am Wochenende kommt. Telefonisch erreichbar, in jeder größeren Stadt verfügbar. Kosten: 50–75 € (wird teilweise erstattet)
  • In Apotheken (Pharmacie, grünes Kreuz) bekommt man kompetente Beratung — französische Apotheker sind exzellent ausgebildet und können bei leichten Beschwerden oft direkt helfen

Notfall

  • SAMU (15) — medizinischer Notdienst, schickt bei Bedarf den Notarzt
  • Pompiers (18) — Feuerwehr, übernimmt auch Rettungseinsätze
  • 112 — europäischer Notruf, funktioniert immer
  • Urgences — Notaufnahme im Krankenhaus. Wartezeiten können lang sein (4–8 Stunden bei nicht-lebensbedrohlichen Fällen sind keine Seltenheit)

Wichtig: In Frankreich zahlt man beim Arzt zunächst selbst (tiers payant ist nicht immer möglich) und lässt sich den Betrag anschließend von der Krankenkasse erstatten. Belege (feuille de soins) unbedingt aufheben!

Tipp

Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport (ab ca. 10 €/Jahr) ist dringend empfohlen — die EHIC deckt keinen Rücktransport und keine Privatärzte ab.

Banken & Geld

Frankreich ist ein Euro-Land — kein Geldwechsel nötig für Reisende aus der Eurozone. Kartenzahlung ist weit verbreitet und funktioniert fast überall.

Kartenzahlung

  • Carte Bancaire (CB) ist das französische Debitkartensystem — Visa und Mastercard werden überall akzeptiert, wo CB akzeptiert wird (also fast überall)
  • Kontaktloses Bezahlen (sans contact) funktioniert bis 50 € ohne PIN, darüber mit PIN
  • Apple Pay / Google Pay — in den meisten Geschäften, Restaurants und Supermärkten akzeptiert
  • American Express — wird in vielen kleineren Geschäften und Restaurants nicht akzeptiert
  • Mindestbetrag — manche kleine Geschäfte verlangen einen Mindestbetrag (oft 5 oder 10 €) für Kartenzahlung

Bargeld

  • Geldautomaten (Distributeur Automatique de Billets, DAB) sind überall verfügbar — in Banken, Postämtern, Bahnhöfen, Supermärkten
  • Gebühren — Abhebungen mit der Girocard (EC-Karte) kosten je nach Bank 3–7 € pro Vorgang. Mit Reise-Kreditkarten (DKB, N26, Revolut) oft gebührenfrei
  • An Mautstationen (Péage) kannst du bar oder mit Karte zahlen. Die meisten Automaten akzeptieren keine 50- oder 100-€-Scheine
  • Auf Märkten und in kleinen Dorfcafés ist Bargeld noch König

Bankfilialen

Öffnungszeiten: meist Mo–Fr 9:00–12:30 und 14:00–17:00 Uhr. Samstags teilweise geöffnet. An Feiertagen und oft auch montags geschlossen.

Einkaufen

Frankreich bietet vom Hypermarché bis zur Boutique alles — und die Einkaufskultur unterscheidet sich deutlich von Deutschland.

Supermärkte & Lebensmittel

  • Hypermarchés (Carrefour, Leclerc, Auchan, Intermarché) — riesige Einkaufszentren am Stadtrand mit enormer Auswahl, auch Non-Food. Öffnungszeiten: Mo–Sa 8:30–21:00 oder länger
  • Supermarchés (Monoprix, Casino, Carrefour Market) — mittelgroß, oft in der Innenstadt. Monoprix hat gute Eigenmarken und Bio-Sortiment
  • Épiceries / Supérettes — kleine Nachbarschaftsläden, oft bis 22:00 oder später geöffnet, auch sonntags. Preise höher als im Hypermarché
  • Bio-Läden — Biocoop, Naturalia und La Vie Claire haben ein breites Angebot. "Bio" oder "AB" (Agriculture Biologique) auf dem Etikett kennzeichnet Bio-Produkte

Sonntags einkaufen

In Frankreich sind die meisten Geschäfte sonntags geschlossen — das Gesetz schützt den Ruhetag stärker als in vielen anderen Ländern. Ausnahmen: Bäckereien (bis Mittag), Blumenläden, Épiceries und bestimmte touristische Zonen (Champs-Élysées, Marais in Paris). Supermärkte: manche öffnen Sonntagvormittag bis 13:00.

Schlussverkauf (Soldes)

Die Soldes (Schlussverkauf) sind gesetzlich geregelt — zweimal im Jahr, jeweils 4 Wochen: Wintersoldes ab Mitte Januar, Sommersoldes ab Ende Juni. Rabatte von 30–70 %. Außerhalb der Soldes-Perioden sind Rabattaktionen eingeschränkt (anders als in Deutschland).

Detaxe (Mehrwertsteuererstattung)

Nicht-EU-Bürger können sich ab einem Einkauf von 100,01 € in einem Geschäft die TVA (Mehrwertsteuer, 20 %) teilweise erstatten lassen. Im Geschäft nach dem "Bordereau de détaxe" fragen, am Flughafen am Détaxe-Automaten scannen.

Feiertage

Frankreich hat 11 gesetzliche Feiertage (jours fériés). An Feiertagen sind Banken, Behörden, viele Geschäfte und manche Restaurants geschlossen. Wenn ein Feiertag auf einen Dienstag oder Donnerstag fällt, machen viele Franzosen eine Brücke (faire le pont) — der Montag bzw. Freitag wird zum verlängerten Wochenende.

DatumFeiertagHinweis
1. JanuarJour de l'An (Neujahr)Alles geschlossen
Variabel (März/April)Lundi de Pâques (Ostermontag)Karfreitag ist kein Feiertag (außer Elsass)
1. MaiFête du Travail (Tag der Arbeit)Einziger Tag, an dem wirklich alles schließt. Maiglöckchen schenken!
8. MaiVictoire 1945 (Kriegsende)Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs
Variabel (Mai/Juni)Ascension (Christi Himmelfahrt)Immer Donnerstag — très beliebt für Brücken-Wochenenden
Variabel (Mai/Juni)Lundi de Pentecôte (Pfingstmontag)Offiziell Arbeitstag (Journée de solidarité), de facto aber frei
14. JuliFête Nationale (Nationalfeiertag)Militärparade auf den Champs-Élysées, Feuerwerk am Eiffelturm, Bals des Pompiers
15. AugustAssomption (Mariä Himmelfahrt)Mitten in der Ferienzeit, viele Geschäfte zu
1. NovemberToussaint (Allerheiligen)Friedhofsbesuche, Chrysanthemen auf Gräbern
11. NovemberArmistice (Waffenstillstand 1918)Gedenken am Arc de Triomphe
25. DezemberNoël (Weihnachten)Réveillon (Weihnachtsabendessen) am 24. ist der Höhepunkt

Achtung

Am 14. Juli ist in vielen Städten wirklich viel los — Feuerwerk, Straßenfeste, Tanzveranstaltungen der Feuerwehr (Bals des Pompiers). Großartig zum Mitfeiern, aber Hotels in Paris und an der Küste sind ausgebucht. Frühzeitig reservieren!

Internet & Telefon

Seit dem 15. Juni 2017 gilt in der EU "Roam like at home" — deutsche, österreichische und Schweizer Mobilfunkkunden (Schweiz: abhängig vom Tarif) nutzen ihr Datenvolumen in Frankreich ohne Aufpreis wie zu Hause.

Mobilfunk

  • Netzabdeckung — in Städten und an der Küste hervorragend (4G/5G). In ländlichen Gebieten, im Zentralmassiv und in den Bergen können Funklöcher auftreten
  • Französische Prepaid-SIM — bei Bedarf bei Free Mobile, Orange, SFR oder Bouygues erhältlich. Free Mobile bietet für 2 €/Monat 50 MB Daten und unbegrenzte SMS in Frankreich — das günstigste Angebot Europas
  • eSIM — Orange und Free bieten eSIM an, aktivierbar online

WLAN

  • Hotels und Ferienwohnungen — fast überall kostenloses WLAN, Qualität variiert stark
  • Cafés und Restaurants — die meisten bieten kostenloses WLAN an. Code steht oft auf dem Kassenbon oder an der Wand
  • Öffentliches WLAN — an Bahnhöfen (SNCF bietet kostenloses WLAN in den meisten Großbahnhöfen), in Bibliotheken und in manchen Parks
  • TGV — WLAN ist in allen TGV verfügbar (kostenlos in der 1. Klasse, begrenzt in der 2. Klasse). Qualität schwankt je nach Strecke

Nützliche Nummern

  • Vorwahl Frankreich: +33
  • Notruf: 112 (europäisch), 15 (SAMU), 17 (Polizei), 18 (Feuerwehr)
  • Auskunft: 118 xxx (verschiedene Anbieter, kostenpflichtig)

Klima & beste Reisezeit

Frankreich hat dank seiner geographischen Vielfalt mehrere Klimazonen — die beste Reisezeit hängt stark davon ab, wohin du möchtest.

Klimazonen

  • Ozeanisch (Bretagne, Normandie, Nordfrankreich) — milde Winter, kühle Sommer, häufiger Regen. Temperaturen: 5–8 °C im Winter, 18–22 °C im Sommer. Beste Zeit: Juni–September
  • Kontinental (Elsass, Burgund, Zentralfrankreich) — kalte Winter, warme Sommer, deutliche Temperaturunterschiede. Temperaturen: -2 bis 4 °C im Winter, 24–30 °C im Sommer. Beste Zeit: Mai–Oktober
  • Mediterran (Provence, Côte d'Azur, Languedoc, Korsika) — milde Winter, heiße trockene Sommer, viel Sonne (2.800+ Stunden/Jahr). Temperaturen: 8–12 °C im Winter, 28–35 °C im Sommer. Beste Zeit: April–Juni & September–Oktober
  • Gebirge (Alpen, Pyrenäen, Zentralmassiv) — schneereiche Winter, milde Sommer. Skisaison: Dezember–April. Wandersaison: Juni–September

Wann wohin?

  • Paris — ganzjährig reizvoll. Am angenehmsten: April–Juni und September–Oktober. Juli/August: heiß, manche Restaurants in Betriebsferien
  • Côte d'Azur — Hochsaison Juli/August (überfüllt, heiß, teuer). Ideal: Mai–Juni und September
  • Provence — Lavendelblüte: Mitte Juni bis Mitte August (Hochplateau von Valensole). Optimal: Mai–Oktober
  • Loire-Schlösser — April–Oktober. Im Frühling blühende Gärten, im Herbst Weinlese
  • Skifahren — Dezember–April (Alpen), Dezember–März (Pyrenäen)

Achtung

Im Juli und August sind die Franzosen selbst im Urlaub — die Küstenorte und der Süden sind dann überfüllt, die Preise auf dem Höhepunkt und die Autobahnen verstopft (besonders am ersten und letzten Augustwochenende — "chassé-croisé"). Wer kann, reist im Juni oder September.

LGBTQ+

Frankreich ist eines der liberalsten Länder der Welt für LGBTQ+-Reisende. Die gleichgeschlechtliche Ehe (mariage pour tous) ist seit 2013 legal, Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist gesetzlich verboten, und die französische Gesellschaft — insbesondere in den Großstädten — ist weitgehend tolerant und offen.

Paris — LGBTQ+-Hauptstadt

Paris hat eine der lebendigsten queeren Szenen Europas. Das Marais (3./4. Arrondissement, rund um die Rue des Archives und Rue Sainte-Croix de la Bretonnerie) ist das historische LGBTQ+-Viertel mit Bars, Clubs, Buchhandlungen und Shops. Die Marche des Fiertés (Pride Parade) Ende Juni zieht jedes Jahr über 500.000 Teilnehmer an.

  • Beliebte Bars und Clubs: Open Café, Le Cox (Marais), Rosa Bonheur (Parc des Buttes-Chaumont), La Machine du Moulin Rouge
  • Queere Buchhandlung: Les Mots à la Bouche (Marais)
  • Monat des LGBTQ+-Filmfestivals: Chéries-Chéris im November

Außerhalb von Paris

Montpellier gilt als die LGBTQ+-freundlichste Stadt der Provinz. Lyon, Bordeaux, Nantes, Toulouse und Marseille haben ebenfalls lebendige Szenen. In ländlichen Gebieten und kleineren Städten ist die Akzeptanz weniger ausgeprägt — offene Anfeindungen sind selten, aber demonstrative Zuneigungsbekundungen können Blicke auf sich ziehen.

Nizza und Cannes an der Côte d'Azur haben etablierte LGBTQ+-Szenen. Die Île du Levant (Hyères) und der Plage de l'Espiguette (bei Montpellier) sind als FKK-/LGBTQ+-freundliche Strände bekannt.

Notfälle

Im Notfall gilt: Ruhe bewahren und die richtige Nummer wählen.

Notrufnummern

NummerDienstWann anrufen?
112Europäischer NotrufImmer, wenn du unsicher bist — wird an den richtigen Dienst weitergeleitet
15SAMU (Notarzt)Medizinischer Notfall, Vergiftung, Herzinfarkt
17Police (Polizei)Diebstahl, Überfall, Bedrohung
18Pompiers (Feuerwehr)Feuer, Unfall, Rettung — in ländlichen Gebieten oft schneller als der SAMU
114Notruf per SMSFür Gehörlose oder wenn Sprechen nicht möglich ist
3114Suizidprävention24/7 erreichbar

Polizei

In Frankreich gibt es zwei Polizeikräfte: Die Police Nationale (in Städten über 20.000 Einwohner) und die Gendarmerie (militärisch organisiert, für ländliche Gebiete und Autobahnen zuständig). Für Touristen macht das keinen praktischen Unterschied.

Bei Diebstahl oder Verlust muss eine Anzeige (plainte/déclaration) bei der Polizei oder Gendarmerie erstattet werden — nötig für die Versicherung. Das geht auch online: pre-plainte-en-ligne.gouv.fr (Vorregistrierung, dann persönliches Erscheinen).

Botschaften im Notfall

  • Deutsche Botschaft Paris: +33 1 53 83 45 00
  • Österreichische Botschaft Paris: +33 1 40 63 30 63
  • Schweizer Botschaft Paris: +33 1 49 55 67 00
  • Krisenvorsorgeliste: elefand.diplo.de — vor der Reise registrieren!

Öffnungszeiten

Frankreichs Öffnungszeiten folgen einem eigenen Rhythmus — und die Mittagspause ist keine Legende, sondern heilig.

Typische Öffnungszeiten

  • Geschäfte: Mo–Sa 10:00–19:00 (Boutiquen), große Kaufhäuser bis 20:00 oder 21:00. Viele kleine Geschäfte schließen 12:30–14:00 (Mittagspause!)
  • Supermärkte: Mo–Sa 8:30–20:00 oder 21:00. Hypermarchés oft bis 21:30 oder 22:00
  • Bäckereien: Di–So 6:30–13:00 und 15:30–19:30 (viele montags geschlossen). In touristischen Gebieten durchgehend
  • Banken: Mo–Fr 9:00–12:30 und 14:00–17:00, manchmal Sa-Vormittag
  • Post (La Poste): Mo–Fr 8:30–12:00 und 14:00–17:30, Sa 8:30–12:00. In großen Städten durchgehend
  • Museen: Meist 10:00–18:00, oft montags oder dienstags geschlossen. Große Pariser Museen haben Abendöffnungen (Louvre: Mi+Fr bis 21:45)
  • Restaurants: Mittagessen 12:00–14:00, Abendessen 19:00–22:00. Zwischen den Mahlzeiten ("le coup de feu") ist die Küche geschlossen — wer um 15:00 ein warmes Essen sucht, hat ein Problem

Sonntags

Der Sonntag ist in Frankreich ein Ruhetag. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Geöffnet sind: Bäckereien (Vormittag), Blumenhändler, Zeitungskioske, kleine Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte in touristischen Sonderzonen. In Paris sind das Marais, die Champs-Élysées und das Viertel um den Gare Saint-Lazare sonntags geöffnet.

Tipp

Die Mittagspause ist für Franzosen unantastbar. Plane dein Sightseeing so, dass du zwischen 12:00 und 14:00 in einem Restaurant sitzt — nicht vor einer geschlossenen Boutique oder einem Amt stehst.

Post

La Poste ist die französische Post — erkennbar am gelb-blauen Logo. Sie ist erstaunlich zuverlässig und bietet neben Briefversand auch Bankdienstleistungen (Banque Postale) an.

Briefmarken & Versand

  • Postkarte/Brief nach Deutschland: 1,96 € (Lettre prioritaire internationale, Stand 2025). Laufzeit: 2–5 Werktage
  • Briefmarken (timbres) gibt es bei La Poste, am Automaten, in Tabac-Geschäften und an manchen Zeitungskiosken
  • Briefkästen sind gelb und haben zwei Schlitze: einen für lokale Post, einen für alles andere (Autres destinations)
  • Pakete — La Poste bietet Colissimo (Inlandspaket), Chronopost (Express) und internationalen Versand. Paketshops in vielen Geschäften (Relais Colis, Mondial Relay)

Hinweis: La-Poste-Filialen in kleinen Städten werden zunehmend durch Agences Postales Communales (im Rathaus) oder Relais Poste (im Lebensmittelgeschäft) ersetzt. Grunddienste sind dort verfügbar.

Sicherheit

Frankreich ist für Touristen ein grundsätzlich sicheres Reiseland. Die häufigsten Probleme sind Kleinkriminalität — insbesondere Taschendiebstahl und Trickbetrug in Paris und an der Côte d'Azur.

Taschendiebe in Paris

Paris ist Europas Hotspot Nummer eins für Taschendiebe — professionell organisiert, dreist und äußerst geschickt. Die Hotspots:

  • Metro — vor allem Linien 1, 4 und die RER B (Richtung Flughafen). Am gefährlichsten: beim Ein- und Aussteigen, wenn sich die Türen schließen
  • Eiffelturm — das Umfeld, nicht der Turm selbst. "Petition"-Trick (Unterschrift sammeln als Ablenkung), Hütchenspieler, gefälschte Souvenirs
  • Sacré-Cœur / Montmartre — Armbändchen-Trick (Männer binden dir ein Freundschaftsbändchen ums Handgelenk und verlangen dann Geld)
  • Champs-Élysées — Trickbetrüger, überteuerte Restaurants
  • Gare du Nord — der Bahnhof und sein Umfeld sind nicht die beste Gegend, besonders nachts

Schutzmaßnahmen

  • Geldbörse in die vordere Hosentasche oder eine Bauchtasche unter der Kleidung
  • Rucksack in der Metro nach vorne tragen
  • In Cafés die Tasche nie an die Stuhllehne hängen, sondern auf dem Schoß behalten
  • Nie das Handy offen auf den Cafétisch legen — "Handyraub im Vorbeifahren" (Vol à l'arrachée) ist eine Spezialität
  • Kopien von Reisepass und Tickets getrennt vom Original aufbewahren (oder digital in der Cloud)

Weitere Sicherheitsthemen

  • Autoaufbrüche — besonders an der Côte d'Azur, auf Rastplätzen und an Stränden. Nichts Sichtbares im Auto lassen, auch keinen leeren Rucksack
  • Banlieues (Vorstädte) — Touristen haben dort normalerweise nichts zu suchen. Die Viertel sind nicht pauschal gefährlich, aber nachts besser meiden
  • Terrorwarnung — Frankreich hat seit 2015 erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. An touristischen Hotspots, Bahnhöfen und in der Metro patrouillieren Soldaten (Opération Sentinelle). Das ist normal und soll Sicherheit vermitteln

Achtung

In der Metro-Linie 1 (Châtelet – La Défense) und der RER B (Flughafen CDG) sind Taschendiebe besonders aktiv. Halte deine Wertsachen eng am Körper, besonders wenn sich Gruppen junger Menschen auffällig um dich herum positionieren.

Strom

Frankreich nutzt 230 V Wechselstrom, 50 Hz — identisch mit Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Steckdosen sind Typ E (französischer Standard mit Erdungsstift in der Dose) und Typ C (Eurostecker, zweipolig). Der Unterschied zu Typ F (deutsches Schuko): Bei Typ E sitzt der Erdungsstift in der Dose, nicht am Stecker. Deutsche Schuko-Stecker passen dennoch in die meisten französischen Dosen — die Toleranz ist groß genug.

Reisende aus dem DACH-Raum benötigen in der Regel keinen Adapter. Bei älteren französischen Dosen (ohne Aussparung für den Schuko-Rahmen) kann es eng werden — ein flacher Eurostecker hilft.

Reisende aus Großbritannien, USA oder Australien brauchen einen Adapter (Typ C/E). In Supermärkten und Elektrogeschäften (Fnac, Darty) günstig erhältlich.

Trinkgeld

In Frankreich ist das Trinkgeld (pourboire) in der Gastronomie bereits im Preis enthalten — auf jeder Rechnung steht "service compris" (Bedienung inbegriffen, 15 % Servicezuschlag). Du musst also kein Trinkgeld geben, kannst es aber tun, wenn du zufrieden warst.

Übliche Praxis

  • Restaurant: 5–10 % der Rechnung, wenn der Service gut war. Oft rundet man auf oder lässt ein paar Euro auf dem Tisch. Bei einem Menü für 40 € sind 2–5 € angemessen
  • Café: 20–50 Cent auf dem Tresen liegen lassen (für einen Kaffee/Getränk). Nicht obligatorisch, aber üblich
  • Taxi: Auf den nächsten Euro aufrunden oder 1–2 € extra. Bei größeren Fahrten 5–10 %
  • Hotel: Gepäckträger 1–2 € pro Koffer, Zimmermädchen 1–2 € pro Nacht (auf dem Kopfkissen oder Nachttisch)
  • Fremdenführer: 2–5 € pro Person bei Gruppenführungen
  • Friseur: 2–5 € üblich

Wichtig: Trinkgeld in bar hinterlassen — selbst wenn du mit Karte zahlst. In vielen Restaurants kommt ein "Tip" über die Karte nicht beim Personal an.

Maut (Péage)

Die meisten französischen Autobahnen (Autoroutes, "A"-Straßen) sind mautpflichtig. Frankreich hat eines der teuersten Mautsysteme Europas — aber die Autobahnen sind dafür hervorragend ausgebaut und weniger stauanfällig als die deutschen.

Kosten (Richtwerte)

  • Paris – Lyon (ca. 460 km): ca. 35 € Maut
  • Paris – Marseille (ca. 775 km): ca. 65 € Maut
  • Paris – Bordeaux (ca. 585 km): ca. 50 € Maut
  • Lyon – Nizza (ca. 470 km): ca. 40 € Maut

Bezahlung

  • An den Mautstellen (gares de péage): Bargeld, Kreditkarte (Visa, Mastercard), keine Girocard/EC-Karte
  • Télépéage — elektronisches Mautgerät (Transponder), das ans Armaturenbrett geklebt wird. Abrechnung per Kreditkarte. Anbieter: Bip&Go, VINCI Autoroutes. Spart Zeit an den Mautstellen (eigene Spuren). Für Urlauber ab 2 Wochen lohnend
  • Achtung: 50- und 100-€-Scheine werden an Automaten oft nicht akzeptiert. Genügend Kleingeld oder Karte bereithalten

Mautfreie Alternativen

Die Routes Nationales (N-Straßen) und Départementales (D-Straßen) sind mautfrei, dafür langsamer und führen oft durch schöne Landschaften. Wer Zeit hat, spart erheblich — und sieht mehr vom Land. Die Stadtumfahrungen großer Städte (Périphérique Paris, Rocade Bordeaux/Toulouse) sind ebenfalls mautfrei.

Umweltzonen (ZFE)

Paris, Lyon, Marseille, Straßburg, Toulouse, Nizza und weitere Städte haben Umweltzonen (Zones à Faibles Émissions). Du brauchst eine Crit'Air-Vignette (Umweltplakette), die online bestellt werden kann (certificat-air.gouv.fr, 3,72 €). Ohne Vignette drohen 68–135 € Bußgeld. Die Vignette gilt dauerhaft und wird anhand der Fahrzeugpapiere ausgestellt.

Tipp

Die Website autoroutes.fr zeigt dir vorab die exakten Mautkosten für deine Strecke. Die App ViaMichelin berechnet Routen wahlweise mit oder ohne Maut — inklusive Benzinkosten.

Zoll

Innerhalb der EU gibt es keine Zollkontrollen — du kannst Waren für den persönlichen Gebrauch frei ein- und ausführen. Allerdings gelten Richtwerte, bei deren Überschreitung der Zoll nachfragen darf, ob die Waren wirklich für den Eigenbedarf bestimmt sind:

Richtwerte für den persönlichen Gebrauch (EU-intern)

  • Tabak: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Rauchtabak
  • Alkohol: 10 l Spirituosen, 20 l Zwischenerzeugnisse (Sherry, Port), 90 l Wein (max. 60 l Schaumwein), 110 l Bier
  • Kaffee: 10 kg

Besondere Vorschriften

  • Lebensmittel: Innerhalb der EU keine Einschränkungen. Bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern: kein Fleisch, keine Milchprodukte, maximal 2 kg Obst/Gemüse
  • Medikamente: Für den persönlichen Gebrauch in ausreichender Menge erlaubt. Für verschreibungspflichtige Medikamente ein ärztliches Attest mitführen (idealerweise auf Französisch oder Englisch)
  • Bargeld: Bei der Einreise aus/nach einem Nicht-EU-Land müssen Barmittel über 10.000 € deklariert werden
  • Kulturgüter: Antiquitäten und Kunstwerke über 50 Jahre und einem Wert über 50.000 € benötigen eine Ausfuhrgenehmigung
  • Fälschungen: Gefälschte Markenware (Louis Vuitton, Chanel etc.) darf weder ein- noch ausgeführt werden. Der Zoll kontrolliert, und die Strafen sind empfindlich

Streiks

Frankreich ist ein streikfreudiges Land — das ist keine Klischee, sondern Realität und demokratische Tradition. Für Reisende sind Streiks vor allem dann relevant, wenn Bahn (SNCF), Metro (RATP) oder Fluggesellschaften (Air France) betroffen sind.

Was du wissen musst

  • Streiks müssen 48 Stunden vorher angekündigt werden (préavis de grève) — es kommt also nie völlig überraschend
  • Ein Minimaldienst (service minimum) muss bei öffentlichen Verkehrsmitteln aufrechterhalten werden — es fährt immer etwas, nur weniger
  • Die Websites der Verkehrsbetriebe informieren tagesaktuell über betroffene Linien und Fahrpläne
  • TGVs sind bei Streiks oft weniger betroffen als Regionalzüge (TER)
  • Alternativen: Fernbusse (Flixbus), BlaBlaCar (Mitfahrgelegenheit), Taxi, Mietwagen

Demonstrationen

Große Demonstrationen (manifestations) finden meist samstags statt und sind in der Regel friedlich. Die Route wird vorher bekannt gegeben. Halte dich fern vom Anfang und Ende des Zuges sowie von Seitenstraßen — dort kommt es am ehesten zu Ausschreitungen. Bei Tränengas-Einsatz: Gesicht mit einem feuchten Tuch bedecken, gegen den Wind gehen.

Rauchen

Seit 2007 gilt in Frankreich ein umfassendes Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Bars, Cafés, Bahnhöfen und am Arbeitsplatz. Seit 2008 auch in Diskotheken und Spielkasinos.

  • Terrassen: Auf offenen Außenterrassen von Cafés und Restaurants darf geraucht werden — auf überdachten Terrassen nur, wenn mindestens eine Seite offen ist
  • Hotels: Die meisten Hotels sind rauchfrei. Raucherzimmer sind selten geworden
  • Strände: Immer mehr Strände werden rauchfrei erklärt — Schilder beachten
  • E-Zigaretten: In geschlossenen öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln verboten, auf Terrassen erlaubt
  • Zigarettenpreise: Ca. 12–13 € pro Schachtel (deutlich teurer als in Deutschland). Viele Franzosen kaufen in Spanien oder Andorra ein

Barrierefreiheit

Frankreich hat seit 2005 ein Gesetz zur Barrierefreiheit (loi handicap), das alle öffentlichen Gebäude und Verkehrsmittel verpflichtet, barrierefrei zu werden. Die Umsetzung hinkt der Theorie allerdings deutlich hinterher.

Wo es funktioniert

  • TGV und Fernzüge — haben Rollstuhlplätze und barrierefreie Toiletten. Reservierung über den Service "Accès Plus" der SNCF (48 Stunden vorher, kostenlose Begleitung am Bahnhof)
  • Pariser Metro — die neuere Linie 14 ist vollständig barrierefrei. Alle anderen Linien sind es weitgehend nicht (historische Bahnhöfe ohne Aufzüge). Die Busse hingegen sind fast alle mit Rampen ausgestattet
  • Große Museen — Louvre, Musée d'Orsay, Centre Pompidou sind gut zugänglich mit Rampen und Aufzügen
  • Moderne Hotels (ab 3 Sterne) müssen barrierefreie Zimmer anbieten

Wo es schwierig wird

  • Altstädte — Kopfsteinpflaster, enge Gassen und Treppen in historischen Zentren (Montmartre, Altstadt von Lyon, mittelalterliche Dörfer)
  • Ältere Metro-Stationen — tiefe Schächte ohne Aufzüge, steile Treppen
  • Bürgersteige — oft schmal, zugeparkt oder mit Pollern versperrt

Hilfreiche Ressource: jaccede.com — Plattform mit Barrierefreiheits-Bewertungen für Restaurants, Hotels und öffentliche Orte in Frankreich.

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