StartseiteReiseführerIslandSüdküsteWestmännerinseln (Vestmannaeyjar)
Südküste · Abschnitt 10/11

Westmännerinseln (Vestmannaeyjar)

🇮🇸 Island Reiseführer

Südküste|
RegionenWestmännerinseln (Vestmannaeyjar)

Westmännerinseln (Vestmannaeyjar)★★

Fähre: 1.700 ISK (11€). Eldheimar Museum: 2.500 ISK (17€)

Vulkaninsel vor der Südküste

Die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) sind eine Inselgruppe von 15 Inseln und 30 Felsnadeln vor der Südküste — nur eine davon ist bewohnt: Heimaey (4.500 Einwohner). Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und erlebten zwei der dramatischsten Naturereignisse des 20. Jahrhunderts:

Der Ausbruch von 1973

Am 23. Januar 1973 öffnete sich mitten in der Nacht eine 1,5 km lange Eruptionsspalte am Rand der Stadt auf Heimaey. Lavafontänen schossen in den Himmel, und ein Lavastrom begann, den Hafen zu verschütten — die Lebensader der Fischergemeinde. Die gesamte Bevölkerung (5.300 Menschen) wurde innerhalb weniger Stunden per Boot auf das Festland evakuiert — eine logistische Meisterleistung.

Dann kam die genialste Idee der Vulkanbekämpfungsgeschichte: Die Isländer pumpten 6,3 Milliarden Liter Meerwasser auf die vorrückende Lava, um sie abzukühlen und den Lavastrom umzuleiten. Es funktionierte! Der Hafen wurde gerettet — und ist heute dank der erstarrten Lava sogar besser geschützt als vor dem Ausbruch. 400 Häuser wurden unter Lava und Asche begraben, aber die Stadt wurde wiederaufgebaut. Das Eldheimar-Museum zeigt ein ausgegrabenes Haus unter der Asche — Islands „Pompeji".

Surtsey — Die neueste Insel der Welt

Vor der Küste der Westmännerinseln entstand 1963–1967 durch einen Unterwasserausbruch die Insel Surtsey — die jüngste Insel der Erde. Benannt nach dem nordischen Feuerriesen Surtr, ist sie ein UNESCO-Welterbe und natürliches Labor: Wissenschaftler beobachten, wie das Leben eine komplett neue Insel besiedelt. Betreten ist streng verboten — nur Forscher mit Sondergenehmigung dürfen an Land.

Papageitaucher-Paradies

Die Westmännerinseln beherbergen die größte Papageitaucher-Kolonie der Welt. Im August, wenn die jungen Papageitaucher (Pysja) zum ersten Mal fliegen, verirren sie sich regelmäßig in die Stadt, angelockt von den Straßenlaternen. Die Kinder von Heimaey sammeln sie dann ein und bringen sie am nächsten Morgen an die Klippen, wo sie in die Freiheit geworfen werden — das Puffin Patrol, eine der herzerwärmendsten Traditionen Islands.

Anreise

Fähre Herjólfur von Landeyjahöfn (an der Südküste, nahe Seljalandsfoss): 35 Minuten, ca. 1.700 ISK (11€) pro Person. Auch mit Auto möglich. Im Winter bei Sturm wird die Fähre auf Þorlákshöfn (2,5h Überfahrt) umgeleitet. Alternativ: Flug von Reykjavík (20 Min.).

💡 Tipp

Die Westmännerinseln sind ein perfekter Tagesausflug von der Südküste — oder eine Übernachtung wert. Das Eldheimar-Museum ist außergewöhnlich, und die Wanderung auf den Eldfell (Vulkan von 1973, 221m) bietet einen Panoramablick über die Inseln. An manchen Stellen ist die Erde unter deinen Füßen noch warm! Im August: Puffin Patrol mit den Kindern der Insel — ein unvergessliches Erlebnis.

Reise nach Island planen

* Partnerlinks – bei Buchung erhalten wir eine Provision, ohne Mehrkosten für dich