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Geschichte Kubas · Abschnitt 3/3

Sozialismus, Sowjetunion & Gegenwart

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Sozialismus, Sowjetunion & Gegenwart

Nach dem Sieg verstaatlichte Fidel Castro Unternehmen, Plantagen und Immobilien — einschließlich der Mafia-Casinos und US-Firmen. Die USA reagierten mit einem Handelsembargo (seit 1962 in Kraft und bis heute bestehend), das Kuba wirtschaftlich isolierte. Castro wandte sich der Sowjetunion zu.

Die Kubakrise (1962)

Im Oktober 1962 stationierte die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba — 150 km vor Florida. 13 Tage lang stand die Welt am Rand eines Atomkriegs. Die Krise endete mit dem Abzug der Raketen im Gegenzug für das Versprechen der USA, Kuba nicht zu invadieren. Es war der gefährlichste Moment des Kalten Krieges.

Sowjetära & Período Especial

Von 1961 bis 1991 wurde Kuba massiv von der Sowjetunion subventioniert: Öl, Lebensmittel, Industriegüter im Tausch gegen Zucker. Als die Sowjetunion 1991 zusammenbrach, verlor Kuba über Nacht 80% seines Handelsvolumens. Es folgte das Período Especial (Sonderperiode) — die schlimmste Wirtschaftskrise der kubanischen Geschichte. Das BIP brach um 35% ein, es gab Stromausfälle, Hunger, kein Benzin. Viele Kubaner verloren 10–15 kg Körpergewicht.

Kuba überlebte durch Tourismus (ab 1995 massiv ausgebaut), Überweisungen der Exilkubaner (remesas) und venezolanisches Öl (unter Hugo Chávez). Fidel Castro regierte bis 2006, dann übergab er die Macht an seinen Bruder Raúl Castro, der vorsichtige Wirtschaftsreformen einleitete: Privatunternehmen (cuentapropistas), Casas Particulares, Paladares.

Heute

Seit 2019 regiert Miguel Díaz-Canel — der erste Nicht-Castro seit 1959. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt: die Währungsreform 2021 (Abschaffung des CUC, nur noch CUP) führte zu massiver Inflation. Proteste im Juli 2021 (die größten seit 1959) zeigten die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Die Emigrationswelle hält an — über 300.000 Kubaner verließen das Land allein 2022. Kuba befindet sich im schwierigsten Moment seit dem Período Especial.

Achtung

Politik ist in Kuba ein sensibles Thema. Kubaner diskutieren unter sich offen und kritisch, aber öffentliche Regimekritik hat Konsequenzen. Als Besucher sollte man zuhören, Fragen stellen, aber nicht belehren. Die Realität ist komplexer als jedes Schwarz-Weiß-Schema.

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