Der Bürgerkrieg (1983–2009)
Sri Lankas 26 Jahre dauernder Bürgerkrieg zwischen der singhalesischen Regierung und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE, „Tamil Tigers") ist die schmerzhafteste Wunde der jüngeren Geschichte. Über 100.000 Menschen starben, Hunderttausende wurden vertrieben.
Ursachen
Nach der Unabhängigkeit 1948 marginalisierten singhalesische Regierungen zunehmend die tamilische Minderheit: Sinhala wurde 1956 zur einzigen Amtssprache, Tamilen wurden bei der Universitätszulassung benachteiligt, und die systematische Diskriminierung trieb die tamilische Jugend in die Arme radikaler Gruppen.
Der Krieg
1983 eskalierte die Gewalt im „Schwarzen Juli" — anti-tamilische Pogrome in Colombo und anderen Städten, bei denen über 3.000 Tamilen getötet und Zehntausende vertrieben wurden. Die LTTE unter Velupillai Prabhakaran führte danach einen erbitterten Guerillakrieg für einen unabhängigen Tamilenstaat „Tamil Eelam" im Norden und Osten.
Der Krieg war von Gräueltaten auf beiden Seiten geprägt: Die LTTE setzte Kindersoldaten und Selbstmordattentäter ein, die Regierungsarmee wurde schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. Die letzten Monate 2009 waren besonders brutal — Tausende Zivilisten starben im Kreuzfeuer, als die Armee die LTTE in einer kleinen Zone im Nordosten einschloss.
Versöhnung
Seit dem Kriegsende 2009 hat sich Sri Lanka bemerkenswert erholt. Der Norden ist wieder zugänglich, Jaffna blüht auf, und die Infrastruktur wurde ausgebaut. Aber die Wunden heilen langsam: Viele Tamilen vermissen ihre Angehörigen, Rechenschaft wurde kaum geleistet, und das Militär ist im Norden weiterhin präsent.
Achtung
Der Bürgerkrieg ist ein sensibles Thema. Sei respektvoll, wenn du im Norden nach der Vergangenheit fragst — viele Familien haben Angehörige verloren. Die LTTE wird in Sri Lanka als Terrororganisation eingestuft; öffentliche Sympathiebekundungen können zu Problemen führen.