Tsunami (2004) & Wirtschaftskrise (2022)
Zwei weitere Katastrophen haben Sri Lanka in jüngerer Zeit erschüttert — und beide haben das Land nachhaltig geprägt.
Tsunami 2004
Am 26. Dezember 2004 traf eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Geschichte Sri Lanka mit voller Wucht. Eine bis zu 10 Meter hohe Welle traf die Süd- und Ostküste — über 35.000 Menschen starben, 500.000 wurden obdachlos. Ganze Küstenstädte wurden ausgelöscht. Der berühmteste Fall: Der „Tsunami-Zug" bei Peraliya nahe Hikkaduwa, in dem über 1.700 Menschen ertranken — die größte Eisenbahnkatastrophe aller Zeiten.
Sri Lanka hat sich seitdem wiederaufgebaut — Frühwarnsysteme wurden installiert, Pufferzonen an der Küste eingerichtet. Gedenkstätten und Museen entlang der Südküste erinnern an die Opfer.
Wirtschaftskrise 2022
Im April 2022 brach Sri Lankas Wirtschaft zusammen: Staatspleite, Inflation über 60 %, Benzin- und Nahrungsmittelknappheit, stundenlange Stromausfälle. Massenproteste führten zum Sturz von Präsident Gotabaya Rajapaksa. Die Krise wurde durch eine Kombination aus Misswirtschaft, der COVID-Pandemie und dem umstrittenen Verbot chemischer Düngemittel ausgelöst.
Für Reisende hat die Wirtschaftskrise ein Paradoxon geschaffen: Die starke Abwertung der Rupie hat Sri Lanka für ausländische Besucher deutlich günstiger gemacht, während die Einheimischen unter den hohen Preisen leiden. Tourismuseinnahmen sind wichtiger denn je für das Land — jeder Besucher hilft direkt bei der wirtschaftlichen Erholung.
💡 Tipp
In Hikkaduwa und Peraliya gibt es bewegende Tsunami-Gedenkstätten. Der Tsunami Photo Museum in Telwatta (bei Hikkaduwa) dokumentiert die Katastrophe eindrücklich. Ein Besuch ist emotional fordernd, aber eine wichtige Erinnerung an die Verwundbarkeit dieser Küste.