Atlantikküste
Frankreichs Atlantikküste erstreckt sich über fast 2.000 Kilometer von der belgischen Grenze bis zum Baskenland — und ist das genaue Gegenteil der Côte d'Azur: rauer, wilder, weniger schick, aber gerade deshalb für viele der authentischere Küstenabschnitt.
Die Bretagne im Nordwesten ist die keltische Seele Frankreichs. Granit-Klippen stürzen ins stürmische Meer, Leuchttürme trotzen der Brandung, und die Gezeiten gehören zu den stärksten Europas — in der Bucht des Mont Saint-Michel beträgt der Tidenhub bis zu 15 Meter. Die Rosa Granitküste (Côte de Granit Rose) bei Ploumanac'h und die Pointe du Raz an der Westspitze sind Naturschauspiele ersten Ranges.
Weiter südlich liegt die Vendée mit ihren breiten Sandstränden und familienfreundlichen Badeorten. Die Île de Ré vor La Rochelle — verbunden durch eine elegante Brücke — ist mit ihren weißgetünchten Häusern, Salinen und Radwegen das Sylt der Franzosen.
Das Bassin d'Arcachon bei Bordeaux ist berühmt für seine Austern, die Dune du Pilat (mit 110 Metern die höchste Wanderdüne Europas) und die endlosen Pinienwälder der Landes — das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas, im 19. Jahrhundert künstlich angelegt, um die Sümpfe trockenzulegen.
Ganz im Süden trumpft die Baskische Küste auf: Biarritz ist die Surf-Hauptstadt Europas, das Fischerdorf Saint-Jean-de-Luz ein Bilderbuchort, und die Wellen von Anglet und Hossegor ziehen Surfer aus aller Welt an.
💡 Tipp
Die Île de Ré und die Île d'Oléron lassen sich perfekt mit dem Fahrrad erkunden — flaches Terrain, autofreie Wege, Austern-Hütten am Weg. Räder kann man überall leihen.