Die Meze-Kultur
In Griechenland isst man nicht — man teilt. Das Prinzip der Meze (Mezedes, Plural) ist zentral: Viele kleine Gerichte werden in die Mitte des Tisches gestellt, und jeder nimmt sich, was er möchte. Es gibt keine "mein Teller, dein Teller"-Mentalität. Wer ein einzelnes Hauptgericht bestellt, erntet mitleidige Blicke.
Eine typische Bestellung in einer Taverne sieht so aus: Man bestellt 5-8 verschiedene Meze für den Tisch, dazu Brot, einen Bauernsalat (Horiatiki) und eine Karaffe Hauswein. Das Essen kommt, wenn es fertig ist — nicht alles gleichzeitig. Entspann dich. Es wird nachbestellt, wenn der Appetit wächst. Das Ganze dauert 2-3 Stunden, mindestens.
Die wichtigsten kalten Meze:
- Tzatziki: Joghurt, Gurke, Knoblauch, Olivenöl — das griechische Grundnahrungsmittel
- Taramosalata: Fischrogen-Creme, cremig-salzig, auf Brot oder pur
- Melitzanosalata: Geräucherte Auberginen-Creme — besser als jeder Hummus
- Fava: Püree aus gelben Linsen/Platterbsen, besonders auf Santorin berühmt
- Dolmadakia: Gefüllte Weinblätter mit Reis und Kräutern
- Htipiti: Scharfe Creme aus gerösteten Paprika und Feta
Die wichtigsten warmen Meze:
- Saganaki: Panierter, gebratener Käse (meist Graviera oder Kefalotyri) — flammenlos besser als flambiert
- Kalamarakia: Frittierte Tintenfischringe — an der Küste ein Muss
- Kolokythokeftedes: Zucchini-Frikadellen, besonders gut auf den Kykladen
- Garides Saganaki: Garnelen in Tomatensauce mit Feta überbacken
- Tiropitakia: Kleine Blätterteigtaschen mit Käse
💡 Tipp
Je hässlicher das Restaurant von außen, desto besser das Essen. Die besten Tavernen haben Plastikstühle, Papier-Tischdecken und keine Speisekarte in zehn Sprachen. Wenn der Wirt dich in die Küche führt und dir die Töpfe zeigt — Volltreffer.