Essen & Trinken · Abschnitt 1/9

Die Meze-Kultur

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Die Meze-Kultur

In Griechenland isst man nicht — man teilt. Das Prinzip der Meze (Mezedes, Plural) ist zentral: Viele kleine Gerichte werden in die Mitte des Tisches gestellt, und jeder nimmt sich, was er möchte. Es gibt keine "mein Teller, dein Teller"-Mentalität. Wer ein einzelnes Hauptgericht bestellt, erntet mitleidige Blicke.

Eine typische Bestellung in einer Taverne sieht so aus: Man bestellt 5-8 verschiedene Meze für den Tisch, dazu Brot, einen Bauernsalat (Horiatiki) und eine Karaffe Hauswein. Das Essen kommt, wenn es fertig ist — nicht alles gleichzeitig. Entspann dich. Es wird nachbestellt, wenn der Appetit wächst. Das Ganze dauert 2-3 Stunden, mindestens.

Die wichtigsten kalten Meze:

  • Tzatziki: Joghurt, Gurke, Knoblauch, Olivenöl — das griechische Grundnahrungsmittel
  • Taramosalata: Fischrogen-Creme, cremig-salzig, auf Brot oder pur
  • Melitzanosalata: Geräucherte Auberginen-Creme — besser als jeder Hummus
  • Fava: Püree aus gelben Linsen/Platterbsen, besonders auf Santorin berühmt
  • Dolmadakia: Gefüllte Weinblätter mit Reis und Kräutern
  • Htipiti: Scharfe Creme aus gerösteten Paprika und Feta

Die wichtigsten warmen Meze:

  • Saganaki: Panierter, gebratener Käse (meist Graviera oder Kefalotyri) — flammenlos besser als flambiert
  • Kalamarakia: Frittierte Tintenfischringe — an der Küste ein Muss
  • Kolokythokeftedes: Zucchini-Frikadellen, besonders gut auf den Kykladen
  • Garides Saganaki: Garnelen in Tomatensauce mit Feta überbacken
  • Tiropitakia: Kleine Blätterteigtaschen mit Käse

💡 Tipp

Je hässlicher das Restaurant von außen, desto besser das Essen. Die besten Tavernen haben Plastikstühle, Papier-Tischdecken und keine Speisekarte in zehn Sprachen. Wenn der Wirt dich in die Küche führt und dir die Töpfe zeigt — Volltreffer.

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