Wein
Griechenland ist eines der ältesten Weinbauländer der Welt — hier wurde Wein bereits vor 6.500 Jahren angebaut. Nach Jahrzehnten der Mittelmäßigkeit erlebt der griechische Wein eine Renaissance: Junge Winzer kombinieren autochthone Rebsorten mit modernen Methoden und produzieren Weine, die internationale Kritiker begeistern.
Die wichtigsten Rebsorten
- Assyrtiko: DER griechische Weißwein — mineralisch, säurebetont, knochentrocken. Am besten aus Santorin, wo die Reben in Korbform (Kouloura) am Boden wachsen, um dem Wind zu trotzen. Vulkanischer Boden gibt dem Wein einzigartige Mineralität.
- Moschofilero: Aromatischer Weißwein aus dem Peloponnes (Mantinia) — Rosenduft, leicht, perfekt als Aperitif.
- Malagousia: Wiederentdeckte Rebsorte — exotisch, duftend, modern. Ein Geheimtipp.
- Agiorgitiko (St. Georg): Der wichtigste Rotwein — aus Nemea (Peloponnes). Samtig, fruchtbetont, von einfach-fruchtig bis komplex-gereift.
- Xinomavro: "Saure Schwarze" — der griechische Nebbiolo. Aus Naoussa (Nordgriechenland), tanninreich, alterungsfähig, für Kenner.
- Mavrodaphne: Süßer Rotwein aus Patras — Dessertwein, oft mit Schokolade kombiniert.
Retsina — Liebe oder Hass
Retsina — mit Harz versetzter Weißwein — ist das polarisierendste Getränk Griechenlands. Die Tradition reicht bis in die Antike zurück (Harz diente zum Versiegeln der Amphoren). Der traditionelle Retsina schmeckt wie Terpentin — kein Wunder, dass er einen schlechten Ruf hat. Aber: Moderne Winzer produzieren Craft-Retsina mit dezenter Harznote, der erstaunlich gut zu Meeresfrüchten und Meze passt. Probiere es — aber nicht die Plastikflasche aus dem Supermarkt.