Die Inselmitte · Abschnitt 5/7

Manacor

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Manacor

Manacor ist mit ca. 45.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Mallorcas — und wahrscheinlich die am meisten unterschätzte. Die Stadt ist kein Schönheitspreis-Kandidat: Industriegebiete am Rand, wenig restaurierte Altstadt, kaum touristische Infrastruktur. Aber genau das macht Manacor zu einem der authentischsten Orte der Insel, wo man das echte, ungefilterte Mallorca erlebt.

Bekannt ist Manacor vor allem für zwei Dinge: Kunstperlen und Möbel. Die Firma Majorica (gegründet 1890) stellt hier seit über 130 Jahren die berühmtesten Kunstperlen der Welt her — aus einem patentierten Verfahren mit Fischschuppen-Essenz und Glas. Die Fabrik an der Straße nach Palma bietet kostenlose Führungen (Mo–Fr 9–13 Uhr) und einen Fabrikverkauf, in dem Perlen-Ketten, Ohrringe und Armbänder 20–40% günstiger als im Handel sind. Eine Majorica-Perlenkette (45 cm, klassisch) kostet im Fabrikverkauf ab ca. 40 €.

Die Möbelindustrie ist weniger touristisch relevant, aber Teil der DNA der Stadt. Manacor produziert einen Großteil der mallorquinischen Möbel — von rustikalen Olivenholz-Stücken bis zu modernem Design. Einige Werkstätten in der Zona Industrial sind für Besucher geöffnet.

Der Montagsmarkt auf der Plaça de sa Mora und den umliegenden Straßen ist einer der größten der Insel: Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren, Pflanzen. Nicht besonders hübsch, aber ein echtes Erlebnis. Hier gibt es alles — vom lebenden Huhn bis zur Designer-Sonnenbrille (Fälschung natürlich). Die Einheimischen kommen zum Einkaufen, nicht zum Bummeln.

In der Altstadt lohnen die Pfarrkirche Nostra Senyora dels Dolors (imposanter neogotischer Turm, 80 m hoch, einer der höchsten Kirchtürme Mallorcas), der Wochenmarkt-Platz und einige wenige restaurierte Gassen. Das Museu d'Història de Manacor im Torre dels Enagistes (14. Jh.) zeigt archäologische Funde aus der Umgebung, darunter frühchristliche Mosaiken aus der Basilika Son Peretó.

Manacor ist auch die Heimatstadt von Rafael Nadal — der Tennis-Legende hat hier seine Akademie (Rafa Nadal Academy, Carretera Cales de Mallorca), die besichtigt werden kann. Sportmuseum, Padel-Courts, Tennis-Camps für alle Altersgruppen. Führung durch das Sportmuseum ca. 12 €.

Fazit: Manacor ist kein Ort zum Verweilen, aber ein interessanter Halbtages-Stopp auf dem Weg zur Ostküste (die Tropfsteinhöhlen von Porto Cristo sind nur 15 Minuten entfernt). Montags wegen des Marktes, sonst für die Majorica-Fabrik oder die Nadal-Academy.

💡 Tipp

Manacor lässt sich perfekt mit einem Tagesausflug an die Ostküste kombinieren: Morgens Markt in Manacor (montags), dann Majorica-Fabrik, Mittagessen in der Stadt (Restaurant Sa Torre, Carrer Rei Sanç — solide mallorquinische Küche, 10–18€), nachmittags die Tropfsteinhöhlen Coves del Drac in Porto Cristo. Rückfahrt über die Autobahn nach Palma in 50 Minuten.

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