Praktische Infos A–Z
Ärztliche Versorgung
Österreich hat ein exzellentes Gesundheitssystem. Die medizinische Versorgung ist flächendeckend — auch in alpinen Regionen gibt es Ärzte, Krankenhäuser und Rettungshubschrauber.
Für EU-/EWR-Bürger
Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) hast du Anspruch auf medizinische Versorgung zu denselben Bedingungen wie Österreicher. Arztbesuche bei Kassenärzten sind damit abgedeckt — du zahlst nichts oder nur geringe Selbstbehalte. Bei Wahlärzten (Privatärzte) zahlst du selbst und bekommst einen Teil von deiner Heimatkasse erstattet.
Für Schweizer
Schweizer verwenden die Rückseite der Schweizer Versichertenkarte (die EHIC-Funktion hat). Gleiche Rechte wie EU-Bürger.
Notruf & Rettung
- 144 — Rettung/Notarzt
- 141 — Ärztefunkdienst (außerhalb der Ordinationszeiten)
- 140 — Bergrettung (in den Alpen lebenswichtig!)
- 142 — Telefonseelsorge
Apotheken
Apotheken haben reguläre Öffnungszeiten (Mo–Fr 8–18 Uhr, Sa 8–12 Uhr). Außerhalb dieser Zeiten gibt es den Nacht- und Wochenenddienst: Ein Aushang an jeder Apotheke zeigt, welche Apotheke Dienst hat, oder online unter apo24.at. Viele Medikamente, die in Deutschland rezeptfrei sind, sind in Österreich rezeptpflichtig — bei Unsicherheit vorher informieren.
Achtung
Bergrettungseinsätze können extrem teuer werden (Hubschrauber ab 3.500 €). Eine Reiseversicherung mit Bergrettungsdeckung ist für Wanderer und Skifahrer dringend empfohlen. Alternativ: Mitgliedschaft im Österreichischen Alpenverein (ÖAV, ab 67 € pro Jahr) — inkludiert Bergrettungsversicherung und Hüttenrabatte.
Banken & Geld
Österreich nutzt den Euro (€) seit 2002. Für Reisende aus Deutschland und anderen Euroländern entfallen Wechselgebühren. Schweizer müssen Franken in Euro tauschen — am günstigsten an Wechselstuben in Grenzstädten oder per Kreditkarte.
Bargeld
Österreicher lieben Bargeld — deutlich mehr als Deutsche. In vielen traditionellen Wirtshäusern, Berghütten, auf Bauernmärkten und in kleinen Geschäften wird nur Bargeld akzeptiert. Selbst in Wien gibt es Lokale, die keine Karten nehmen. Regel: Immer mindestens 100 € in bar dabei haben.
Geldautomaten
ATMs (Bankomaten) findest du flächendeckend — in Städten an jeder Ecke, in Dörfern meist bei der Bank oder Raiffeisenkasse. Für EU-Bürger mit Euro-Konto: keine Gebühren beim Abheben (SEPA). Schweizer und Nicht-EU-Bürger zahlen je nach Bank 2–5 € pro Abhebung.
Kartenzahlung
Bankomatkarte (Debitkarte/EC-Karte) wird am weitesten akzeptiert. Visa und Mastercard funktionieren in Hotels, größeren Restaurants und Geschäften. American Express wird seltener akzeptiert. Kontaktlos zahlen (NFC) ist inzwischen Standard.
Bankfilialen
Öffnungszeiten: Mo–Fr 8:00–12:30 und 13:30–15:00 Uhr, donnerstags bis 17:30 Uhr. Am Wochenende geschlossen.
Tipp
In Berghütten des Alpenvereins wird grundsätzlich nur bar gezahlt. Auch Mautstationen, Parkautomaten in kleinen Orten und Bauernmarkt-Stände sind oft bargeldlos. Nimm genug Bargeld mit, wenn du in die Berge fährst!
Einkaufen
Österreich bietet eine Mischung aus internationalen Ketten, traditionellem Fachhandel und lokalen Spezialitäten.
Supermärkte
- Billa / Billa Plus (ehemals Merkur) — der größte Supermarkt Österreichs, überall zu finden
- Spar / Eurospar / Interspar — zweite große Kette, oft gute Auswahl an regionalen Produkten
- Hofer — der österreichische Aldi (gleicher Konzern), günstig und beliebt
- Lidl — wie in Deutschland, in Österreich weit verbreitet
- Unimarkt — regionale Kette in Oberösterreich
Typische Mitbringsel
- Mozartkugeln — die Original Salzburger (Fürst, handgefertigt) vs. die industriellen (Mirabell, Reber). Die echten erkennst du an der Silber-Blau-Verpackung
- Manner Schnitten — die rosa Waffel aus Wien, eine Institution seit 1890
- Steirisches Kürbiskernöl — nur mit dem g.g.A.-Siegel (geschützte geographische Angabe) ist es echt
- Schnaps — Marillenbrand aus der Wachau, Zirbenschnaps aus Tirol, Williams aus Vorarlberg
- Tracht — Dirndl und Lederhose vom Fachgeschäft (Loden Plankl, Tostmann) sind Qualitätsprodukte für Generationen
- Augarten Porzellan — Wiener Porzellanmanufaktur seit 1718
Mehrwertsteuer-Rückerstattung (Tax Free)
Reisende mit Wohnsitz außerhalb der EU können sich die Mehrwertsteuer (20 %) ab einem Einkaufswert von 75,01 € pro Geschäft zurückerstatten lassen. Im Laden nach dem Tax-Free-Formular fragen, beim Zoll am Flughafen abstempeln lassen, Erstattung am Tax-Free-Schalter oder per Post.
Feiertage
An gesetzlichen Feiertagen sind Geschäfte, Banken und Behörden geschlossen. Supermärkte in Bahnhöfen und Tourismusgebieten haben oft Sondergenehmigungen. Restaurants bleiben meist geöffnet.
| Datum | Feiertag | Hinweis |
|---|---|---|
| 1. Jänner | Neujahr | Alles geschlossen |
| 6. Jänner | Heilige Drei Könige | Sternsinger ziehen von Haus zu Haus |
| Variabel (März/April) | Ostermontag | Ostermärkte ab Mitte März |
| 1. Mai | Staatsfeiertag (Tag der Arbeit) | SPÖ-Maiaufmärsche in Wien am Rathausplatz |
| Variabel (Mai/Juni) | Christi Himmelfahrt | Donnerstag, oft Brückentag |
| Variabel (Mai/Juni) | Pfingstmontag | Beliebtes Ausflugswochenende |
| Variabel (Mai/Juni) | Fronleichnam | Donnerstag, Prozessionen in ländlichen Gemeinden |
| 15. August | Mariä Himmelfahrt | Kräuterweihe in vielen Kirchen |
| 26. Oktober | Nationalfeiertag | Tag der Neutralitätserklärung 1955. Tag der offenen Tür in Ministerien und Museen |
| 1. November | Allerheiligen | Friedhofsbesuche, Gräberschmuck |
| 8. Dezember | Mariä Empfängnis | Traditionell Beginn der Weihnachtseinkäufe |
| 25. Dezember | Christtag | Heiligabend (24.12.) ist kein Feiertag, aber Geschäfte schließen um 14 Uhr |
| 26. Dezember | Stephanitag | Zweiter Weihnachtsfeiertag |
Wichtig: In Österreich sagt man "Jänner" statt Januar und "Feber" statt Februar. Silvester heißt hier oft einfach "Altjahrstag". An Silvester findet in Wien der berühmte Silvesterpfad statt — eine Partymeile in der Innenstadt mit Musik, Walzer und Feuerwerk.
Internet & SIM
Österreich hat eine gute Mobilfunkabdeckung und ein schnelles Internet — auch in den meisten Alpentälern. In sehr abgelegenen Berghütten und Tälern kann es allerdings Funklöcher geben.
Für EU-Bürger
Dank EU-Roaming-Verordnung nutzt du deinen deutschen Handyvertrag in Österreich ohne Aufpreis — telefonieren, SMS, mobiles Internet zu denselben Konditionen wie zuhause. Das gilt auch für Schweizer Tarife mit EU-Roaming-Option (vorher prüfen!).
Österreichische SIM-Karten
Wenn du eine lokale SIM brauchst (Langzeitaufenthalt, Nicht-EU-Bürger):
- A1 — größtes Netz, beste Abdeckung auch in den Bergen
- Magenta (ehemals T-Mobile) — gute Abdeckung, kompetitive Preise
- Drei (3) — gutes Netz, günstige Datenpakete
- HoT (Hofer Telekom) — Prepaid, sehr günstig, nutzt das Drei-Netz
Prepaid-SIM-Karten gibt es bei Hofer, in Supermärkten und in Mobilfunkshops. Registrierung mit Ausweispflicht seit 2019. Preise: ab ca. 10 € für 10 GB Datenvolumen.
WLAN
Hotels, Cafés und Restaurants bieten fast überall kostenloses WLAN. In Wien gibt es an vielen öffentlichen Plätzen freies Stadt-WLAN (Freenaut). Auf Berghütten ist WLAN die Ausnahme — und wenn vorhanden, meist langsam und teuer.
Klima & beste Reisezeit
Österreichs Klima ist gemäßigt mitteleuropäisch mit starken regionalen Unterschieden — das pannonische Flachland im Osten hat andere Temperaturen als die Hochalpen im Westen.
Jahreszeiten
- Frühling (April–Mai) — mild, wechselhaft, Kirschblüte in der Wachau. Perfekt für Städtereisen und Wanderungen in niedrigeren Lagen. Wien: 10–20 °C
- Sommer (Juni–August) — warm bis heiß im Osten (Wien oft über 35 °C), angenehm in den Bergen (20–25 °C in den Tälern). Beste Zeit für Wandern und Seen. Gewitter am Nachmittag in den Bergen
- Herbst (September–Oktober) — goldener Herbst, Weinlese, Almabfahrt. Oft stabile Hochdrucklagen. Die schönste Jahreszeit für die Wachau und die Südsteiermark
- Winter (November–März) — kalt, Schnee ab 500–800 m. Wien: -5 bis +5 °C, Berge: deutlich kälter. Skisaison Dezember bis April. Christkindlmärkte ab Ende November
Regionale Unterschiede
- Wien & Osten — pannonisch geprägt, heiße Sommer, kalte Winter, relativ trocken
- Alpenraum — kühler, niederschlagsreicher, Schnee ab Oktober/November. Föhn (warmer Fallwind) kann im Inntal plötzlich für 20 °C im Jänner sorgen
- Kärnten & Südsteiermark — mediterran beeinflusst, mildeste Winter, wärmste Seen
- Vorarlberg — atlantisch beeinflusst, regenreicher als der Rest
Tipp
Die Monate September und Oktober sind für Kulturreisen ideal: Milde Temperaturen, goldenes Licht, Weinlese, weniger Touristen und günstigere Preise als im Sommer. In Wien ist der Herbst die schönste Jahreszeit.
LGBTQ+
Österreich ist ein weitgehend tolerantes Reiseland für LGBTQ+-Reisende. Die Gleichstellung hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Rechtliche Lage
- Ehe für alle — seit Jänner 2019, nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs
- Adoptionsrecht — gleichgeschlechtliche Paare können gemeinsam adoptieren
- Diskriminierungsschutz — im Arbeitsrecht, bei Gütern und Dienstleistungen
- Drittes Geschlecht — seit 2018 im Personenstandsregister anerkannt
Wien — LGBTQ+-Hauptstadt Mitteleuropas
Wien hat eine lebendige queere Szene: Das Rosa-Lila-Viertel rund um den Naschmarkt (6. Bezirk) und die Wienzeile ist das Zentrum. Die Regenbogenparade (Vienna Pride, im Juni) zieht über eine halbe Million Menschen an — eine der größten in Europa. Bars und Clubs: Why Not (Tiefer Graben, Bar), Café Savoy (Linke Wienzeile, elegantes Kaffeehaus), Felixx (Gumpendorfer Straße, Bar).
Ländliche Gebiete
Außerhalb der Großstädte ist die Gesellschaft konservativer. Offene Feindseligkeit ist selten, aber gleichgeschlechtliche Paare sollten in sehr ländlichen und traditionellen Gebieten (Tirol, Salzburger Land, Oberösterreich) mit zurückhaltenderen Reaktionen rechnen. Gewalt gegen LGBTQ+-Personen ist in Österreich extrem selten.
Notfälle
Die wichtigsten Notrufnummern in Österreich:
| Nummer | Dienst |
|---|---|
| 112 | Europaweiter Notruf (wird weitergeleitet) |
| 122 | Feuerwehr |
| 133 | Polizei |
| 144 | Rettung / Notarzt |
| 140 | Bergrettung |
| 130 | Wasserrettung |
| 141 | Ärztefunkdienst |
Botschaften & Konsulate
Deutsche Botschaft Wien: Metternichgasse 3, 1030 Wien, Tel. +43 1 711 54-0
Schweizer Botschaft Wien: Prinz Eugen-Straße 9a, 1030 Wien, Tel. +43 1 795 05
Passverlust
Bei Passverlust sofort bei der Polizei eine Verlustanzeige erstatten, dann zur Botschaft/zum Konsulat für einen Notreiseausweis. Vorab: Kopien aller wichtigen Dokumente digital speichern (Cloud oder E-Mail an sich selbst).
Pannenhilfe
ÖAMTC (Österreichs ADAC): Tel. 120. ARBÖ: Tel. 123. Beide helfen auch Nicht-Mitgliedern (kostenpflichtig). ADAC-Mitglieder werden vom ÖAMTC kostenlos betreut.
Öffnungszeiten
Österreich hat strengere Ladenschlussgesetze als Deutschland — der Sonntag ist heilig.
Geschäfte
- Montag–Freitag: 9:00–18:30 Uhr (Einkaufszentren bis 19:00 oder 20:00 Uhr)
- Samstag: 9:00–17:00 oder 18:00 Uhr
- Sonntag: geschlossen (Ausnahme: Bahnhöfe, Flughäfen, Tourismusgebiete mit Sondergenehmigung)
Supermärkte
- Montag–Freitag: 7:00–19:30 Uhr (manche bis 20:00 Uhr)
- Samstag: 7:00–18:00 Uhr
- Sonntag: geschlossen (Billa am Hauptbahnhof Wien und Flughäfen offen)
Restaurants
Küche in der Regel von 11:30–14:00 Uhr und 18:00–21:30 Uhr. Viele traditionelle Wirtshäuser haben einen Ruhetag (oft Montag oder Dienstag). Wiener Kaffeehäuser sind durchgehend geöffnet (meist 7:00–22:00 Uhr oder länger).
Museen
In der Regel Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr, oft ein langer Tag bis 21:00 Uhr (meist Donnerstag). Montag ist der klassische Schließtag — aber nicht überall: Manche Wiener Museen haben am Dienstag geschlossen. Vor dem Besuch immer prüfen.
Tipp
Der Billa am Wiener Hauptbahnhof hat am Sonntag geöffnet (bis 21 Uhr) — ein Rettungsanker, wenn du am Wochenende etwas brauchst. Auch der Spar am Praterstern und die Shops am Flughafen Wien-Schwechat sind sonntags geöffnet.
Sicherheit
Österreich ist eines der sichersten Reiseländer der Welt. Gewaltkriminalität ist extrem selten, die Polizeipräsenz angemessen, das allgemeine Sicherheitsgefühl hoch — auch nachts in den Städten.
Worauf du achten solltest
- Taschendiebstahl — in Wien auf touristischen Hotspots (Stephansplatz, Naschmarkt, Prater, U-Bahn) und in Menschenmengen aufpassen. Wertsachen nah am Körper tragen, Rucksack nach vorne
- Nepp in Touristenlokalen — in Wien gibt es vereinzelt Lokale, die Touristen überhöhte Preise berechnen oder unbestellte Dinge auf die Rechnung setzen. Immer die Speisekarte lesen, Preise prüfen, Rechnung kontrollieren
- Autoaufbrüche — an touristischen Parkplätzen (Wanderparkplätze, Sehenswürdigkeiten) keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen lassen
Berge & Natur
Die größten Sicherheitsrisiken in Österreich sind nicht krimineller Natur, sondern alpine Gefahren:
- Wetterumschwünge — in den Bergen kann das Wetter innerhalb von Minuten von Sonnenschein zu Gewitter umschlagen. Bergtouren früh starten, Wettervorhersage beachten
- Absturzgefahr — auf markierten Wegen bleiben, geeignetes Schuhwerk tragen, eigene Fähigkeiten realistisch einschätzen
- Lawinen — im Winter und Frühling abseits gesicherter Pisten. Lawinenlagebericht beachten
- Gewitter — auf exponierten Graten und Gipfeln lebensgefährlich. Metallgegenstände ablegen, Vertiefungen aufsuchen
Strom
Österreich nutzt 230 V Wechselstrom, 50 Hz — identisch mit Deutschland und der Schweiz.
Steckdosen: Typ C (Eurostecker) und Typ F (Schuko). Reisende aus dem DACH-Raum brauchen keinen Adapter.
Reisende aus Großbritannien, den USA oder Australien benötigen einen Adapter (Typ C/F). In Wien in jedem Elektrogeschäft oder Drogeriemarkt günstig erhältlich (ca. 5 €).
Trinkgeld
In Österreich ist Trinkgeld üblich und erwartet — aber weniger formalisiert als in den USA. Man sagt beim Bezahlen, auf welchen Betrag aufgerundet werden soll.
Übliche Beträge
- Restaurant: 5–10 % der Rechnung. Bei einer Rechnung von 37 € auf 40 € aufrunden, bei 85 € auf 90–95 €. Man sagt beim Bezahlen: "Machen Sie 40" oder "Stimmt so"
- Kaffeehaus: Aufrunden auf den nächsten vollen Euro oder 50 Cent mehr
- Taxi: Aufrunden auf den nächsten Euro oder 5–10 %
- Hotel: Kofferträger 1–2 € pro Gepäckstück, Zimmermädchen 1–2 € pro Tag
- Friseur: 5–10 %
- Skifahren: Skilehrer am Ende des Kurses 5–10 € pro Tag, nicht verpflichtend
Wie man Trinkgeld gibt
In Österreich gibt man das Trinkgeld beim Bezahlen direkt an den Kellner — nicht auf dem Tisch liegen lassen (wird als unhöflich empfunden). Wenn du mit Karte zahlst, sage den gewünschten Betrag inklusive Trinkgeld an, bevor der Kellner den Betrag eingibt. Oder zahle mit Karte und gib das Trinkgeld separat in bar.
Tipp
Das Wort "Stimmt so" beim Bezahlen bedeutet, dass der Rest Trinkgeld ist. Wenn du exakt passend zahlen willst, sage "Getrennt, bitte" oder nenne den exakten Betrag. Auf keinen Fall die Münzen einfach auf den Tisch werfen — das gilt als Beleidigung.
Vignette & Maut
Wer in Österreich Autobahnen und Schnellstraßen nutzen will, braucht eine Vignette — sonst drohen saftige Strafen (ab 120 € Ersatzmaut).
Digitale Vignette
Seit 2018 gibt es die Digitale Vignette, die online unter asfinag.at gekauft wird und ans Kennzeichen gebunden ist — kein Kleben nötig. Achtung: Die digitale Vignette wird erst 18 Tage nach dem Kauf gültig! Also rechtzeitig vor der Reise kaufen.
Preise (Stand 2025/2026)
| Dauer | PKW | Motorrad |
|---|---|---|
| 10 Tage | ca. 11,50 € | ca. 4,60 € |
| 2 Monate | ca. 28,90 € | ca. 11,50 € |
| Jahresvignette | ca. 96,40 € | ca. 38,20 € |
Klebevignetten gibt es an Tankstellen, ÖAMTC/ARBÖ-Stützpunkten und Trafiken (Kioske) in Grenznähe.
Sondermaut
Einige Strecken kosten zusätzlich zur Vignette eine Sondermaut:
- Brenner Autobahn (A13) — ca. 11,50 € einfach (Innsbruck–Brenner)
- Tauernautobahn (A10) — ca. 13 € einfach (Salzburg–Villach)
- Arlberg Schnellstraße (S16) — ca. 11 € einfach
- Karawankentunnel (A11) — ca. 7,90 € einfach (Villach–Slowenien)
- Großglockner-Hochalpenstraße — ca. 40 € pro PKW (Mai–Oktober)
Achtung
Die Vignettenpflicht beginnt direkt an der Grenze — nicht erst nach dem ersten Autobahnkreuz! Wer ohne Vignette auf die Autobahn fährt, riskiert 120 € Ersatzmaut, die direkt vor Ort zu zahlen ist. An den Grenzübergängen von Deutschland und der Schweiz gibt es Tankstellen, die Vignetten verkaufen.
Zoll
Innerhalb der EU gibt es keine Zollkontrollen — du kannst Waren für den persönlichen Bedarf frei ein- und ausführen. Richtwerte (keine Obergrenzen, aber bei Überschreitung kann der persönliche Bedarf infrage gestellt werden): 800 Zigaretten, 10 Liter Spirituosen, 110 Liter Bier.
Einreise aus der Schweiz
Die Schweiz ist kein EU-Mitglied — es gelten Zollfreigrenzen:
- 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak
- 1 Liter Spirituosen (über 22 % vol.) oder 2 Liter unter 22 %
- 4 Liter Wein und 16 Liter Bier
- Waren im Wert bis 300 € (bei Flugreisen 430 €)
Verbote & Einschränkungen
- Waffen, Drogen — verboten
- Bargeld über 10.000 € — Anmeldepflicht bei der Ein-/Ausreise aus/in die EU
- Lebensmittel tierischen Ursprungs aus Nicht-EU-Ländern — stark eingeschränkt
- Geschützte Tier- und Pflanzenarten — Washingtoner Artenschutzübereinkommen beachten (betrifft z.B. bestimmte Holzprodukte, Elfenbein, exotische Leder)
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