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Regionen · Kapitel 6

Kärnten & Seen

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RegionenKapitel 6: Kärnten & Seen
Regionen · Kapitel 6

Kärnten & Seen

Kärnten ist Österreichs sonniger Süden — das Bundesland mit den meisten Sonnenstunden, den wärmsten Badeseen und einer mediterranen Lebensart, die man nördlich der Alpen nicht erwartet. Über 200 Seen mit Trinkwasserqualität glitzern zwischen sanften Bergen, der Großglockner thront als höchster Gipfel Österreichs an der Nordgrenze, und die Kärntner Küche vereint alpine Deftigkeit mit slowenischen und italienischen Einflüssen zu etwas ganz Eigenem. Wer hierherkommt, bleibt länger als geplant.

Wörthersee — Österreichs Riviera★★★

Der Wörthersee ist Kärntens und Österreichs berühmtester See — 16,5 km lang, bis 85 m tief und im Sommer bis zu 28°C warm. Die türkisblaue Farbe, die eleganten Villen der Gründerzeit und das pulsierende Nachtleben haben ihm den Ruf als „Österreichs Riviera" eingebracht. Seit dem 19. Jahrhundert zieht der See Adel, Künstler und Sommerfrischler an — heute ist er ein Mosaik aus Glamour, Familienurlaub und Sportevents.

Die drei Hauptorte am See könnten unterschiedlicher kaum sein: Velden im Westen ist mondän und partyfreudig, Pörtschach in der Mitte romantisch und ruhig, Klagenfurt am Ostufer die Landeshauptstadt mit urbanem Flair. Dazu kommen die idyllischen Südufer-Orte Maria Wörth und Reifnitz.

Der Wörthersee-Radweg (42 km Rundkurs um den gesamten See) ist eine der beliebtesten Radrouten Österreichs — flach, asphaltiert, fantastische Aussichten. E-Bike-Verleih an allen größeren Orten (ab 35€/Tag).

Velden — Glamour am See★★

Velden (8.800 Einwohner) ist der mondänste Ort am Wörthersee und Schauplatz der legendären TV-Serie „Ein Schloß am Wörthersee" (1990–93). Das Schlosshotel Velden (Falkensteiner, ab 280€/Nacht) ist das Wahrzeichen — eine weiße Renaissance-Anlage direkt am Westufer. Am Casino-Steg flanieren Porsche und Cabrio vorbei, in den Bars entlang der Seepromenade wird bis spät gefeiert.

Das Casino Velden (Jackpot, Roulette, Poker) ist eines der elegantesten Spielcasinos Österreichs: Eintritt ab 18 Jahren, Dresscode smart casual, Mindesteinsatz ab 2€. Direkt daneben die besten Bars der Stadt.

Die Badestrände kosten in Velden meist Eintritt (5–8€ für Strandbad mit Liegewiese). Der öffentliche Badeplatz am Westende (kostenlos) ist der Geheimtipp — weniger Infrastruktur, dafür authentischer und ruhiger.

Im August findet das Velden am Wörthersee Beachvolleyball Grand Slam statt — einer der größten Beachvolleyball-Events Europas, direkt am Seeufer. Eintritt zu den Vorrunden frei.

Tipp

In Velden gibt es zwei Welten: Die teure Seepromenade (Cocktail 14–18€) und das authentische Velden abseits des Sees. Das Restaurant „Seewirt" (Klagenfurter Straße 26) serviert exzellente Kärntner Küche zu fairen Preisen — Kasnudeln 14€, Reinling als Dessert 6€. Locals bevorzugen die Abendsonne am Westufer.

Pörtschach — Romantik & Brahms★★

Pörtschach (2.900 Einwohner) ist der romantischste Ort am Wörthersee — eine Halbinsel, die sich wie ein Finger in den See streckt, mit der berühmten Blumenpromenade (600 m, über dem Wasser) und den prachtvollen Gründerzeitvillen, die sich im türkisen Wasser spiegeln. Johannes Brahms verbrachte hier die Sommer 1877–79 und komponierte seine 2. Sinfonie — inspiriert vom Blick auf den See.

Pörtschach hat weniger Glamour als Velden, dafür mehr Charme: Kleine Boutique-Hotels statt Bettenburgen, Segelboote statt Speedboote, Sonnenuntergänge statt DJ-Sets. Der Schlossberg (10 Minuten Fußweg) bietet einen Panoramablick über den gesamten See.

Die Strandbäder in Pörtschach sind gepflegt und familienfreundlich: Das Parkbad (8€ Erwachsene, 4€ Kinder) hat einen Sprungturm, Rutsche und großzügige Liegewiesen. Das Werzer Strandbad (10€) ist eleganter mit Infinity-Pool-Feeling zum See.

Tipp

Die Miniaturwelt „Minimundus" in Klagenfurt (15 Min. Fahrt) zeigt 156 Miniaturmodelle berühmter Bauwerke im Maßstab 1:25 — perfekt für Familien. Eintritt: 19€ Erwachsene, 11€ Kinder. Von April bis Oktober geöffnet.

Klagenfurt am Wörthersee★★

Neuer Platz (Zentrum), 9020 Klagenfurt

Klagenfurt (103.000 Einwohner) ist Kärntens Landeshauptstadt und liegt nur 4 km vom Wörthersee entfernt — mit dem Rad in 15 Minuten am Strand. Die Altstadt überrascht mit italienischem Flair: Renaissance-Innenhöfe, pastellfarbene Fassaden, der Lindwurmbrunnen (Wahrzeichen der Stadt, 1593) und der Neue Platz als zentraler Treffpunkt.

Der Lindwurm ist Klagenfurts Wappentier — der Sage nach wurde die Stadt auf dem Sumpf gegründet, in dem ein Drache hauste, der von mutigen Rittern erschlagen wurde. Die Bronzeskulptur am Neuen Platz ist ein Meisterwerk der Spätrenaissance.

Besuchenswert: Das Landesmuseum (8€, Geschichte Kärntens von der Eiszeit bis heute), der Dom (frühbarocke Stuckarbeiten), der Robert-Musil-Literaturhaus (Geburtshaus des Autors von „Der Mann ohne Eigenschaften") und das Europapark am Lendkanal — eine grüne Oase mit Minigolf und Bootsverleih.

Das Strandbad Klagenfurt am Wörthersee ist mit 50.000 m² eines der größten Europas: Sandstrand, Sprungturm, Beachvolleyballfelder, Restaurants. Eintritt: 6,50€ Erwachsene, 2,50€ Kinder.

Tipp

Jeden Donnerstag und Samstag findet am Benediktinermarkt ein Bauernmarkt statt — hier gibt es die besten Kärntner Kasnudeln frisch zubereitet (6€ für 6 Stück), dazu ein Glas Uhudler-Saft und Kärntner Reindling. Die authentischste kulinarische Erfahrung der Stadt.

Millstätter See — Stille Schönheit★★★

Der Millstätter See ist Kärntens zweitgrößter und vielleicht schönster See — 11,5 km lang, bis 141 m tief (der tiefste Kärntens) und im Sommer bis 26°C warm. Was ihn vom Wörthersee unterscheidet: Ruhe. Keine Partyboote, kein Motorbootlärm (streng limitiert), keine Bettenburgen. Stattdessen: bewaldete Ufer, historische Villen, Benediktinerstift und eine Stille, die man hören kann.

Der Hauptort Millstatt (3.400 Einwohner) ist ein Juwel: Das Stift Millstatt (gegründet 1070) ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Kärntens — der Kreuzgang mit seinen 47 Säulen und der Baumzyklus-Skulpturen ist einzigartig. Im Sommer finden in der Stiftskirche die Millstätter Musikwochen statt — Kammermusikkonzerte von Weltklasse in sakraler Atmosphäre (Tickets: 25–45€).

Das Südufer (Orte Seeboden und Döbriach) ist sonniger und wärmer, das Nordufer wilder und steiler. Der Millstätter See Höhensteig (7 Etappen, 200 km, 10.000 Höhenmeter) umrundet den See auf Höhen zwischen 600 und 2.300 Metern — eine der schönsten Mehrtageswanderungen Kärntens.

Baden: Neben den Strandbädern (4–7€ Eintritt) gibt es kostenlose Badeplätze am Südufer bei Döbriach und östlich von Seeboden. Das Wasser hat Trinkwasserqualität — die türkise Farbe kommt vom fehlenden Algenwuchs dank der Tiefe und Reinheit.

Tipp

Die „Badehaus-Sternwanderung" ist perfekt für einen Sommertag: Zwischen Millstatt und Seeboden stehen historische Badehäuser im See — hölzerne Plattformen auf Stelzen, manche über 100 Jahre alt. Einfach reinspringen, ein paar Züge schwimmen, auf dem Holzsteg in der Sonne liegen. Einige sind öffentlich (kostenlos), andere gehören zu Hotels.

Faaker See — Türkises Postkartenmotiv★★

Der Faaker See ist vielleicht der fotogenste See Kärntens: Sein legendäres Türkisblau (verursacht durch feinen Gletscherschliff im Zufluss) vor der dramatischen Kulisse des Mittagskogels (2.145 m) ist ein Postkartenmotiv, das man gesehen haben muss. Der See ist mit 2,2 km² überschaubar, im Sommer bis 27°C warm und umgeben von Campingplätzen und kleinen Pensionen — hier gibt es keinen Luxus, dafür ehrliche Erholung.

Die kleine Insel im See (die einzige Insel in einem Kärntner See) ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich — aber wunderschön anzuschauen, besonders vom Südufer aus mit dem Mittagskogel im Hintergrund.

Der Faaker See ist ein Paradies für Wassersport: Segeln, Windsurfen, Stand-Up-Paddling (SUP-Verleih ab 15€/Stunde), Ruderboote (10€/Stunde). Motorboote sind verboten — dadurch bleibt das Wasser kristallklar und die Atmosphäre ruhig.

Jedes Jahr Anfang September verwandelt sich der Faaker See in Europas Harley-Davidson-Hauptstadt: Die European Bike Week bringt über 100.000 Motorradfahrer an den See — eine Woche lang Chromblinken, Motorengrollen und Rock'n'Roll. Außerhalb dieser Woche ist der See ein friedlicher Familiensee.

Tipp

Der schönste Badeplatz am Faaker See ist das Strandbad Drobollach (Südufer, 6€ Erwachsene): Sandstrand, flacher Einstieg, direkter Blick auf den Mittagskogel. Für den ultimativen Instagram-Shot: Morgens vor 8 Uhr ans Südufer, wenn der See spiegelglatt ist und der Mittagskogel sich perfekt im Türkis spiegelt.

Villach & Therme Warmbad★★

Kadischenallee 25, 9504 Warmbad-Villach (Therme)
Täglich 9–22 Uhr
Tageskarte 29€ (Erwachsene), 22€ (Kinder)

Villach (63.000 Einwohner) ist Kärntens zweitgrößte Stadt und wird oft zugunsten von Klagenfurt übersehen — zu Unrecht. Die lebhafte Altstadt mit ihren mediterranen Plätzen, den Brücken über die Drau und der Nähe zu gleich drei Seen (Faaker See, Ossiacher See, Silbersee) macht Villach zu einem idealen Ausgangspunkt für Kärnten-Erkundungen.

Der Hauptplatz mit seinen Renaissance- und Barockfassaden ist das Herz der Stadt — hier sitzen die Villacher bei Kaffee und Eis, umgeben von Arkadenhäusern. Die Pfarrkirche St. Jakob (gotisch, 14. Jh.) hat einen 94 m hohen Turm, der bestiegen werden kann (180 Stufen, 3€, Panoramablick). Das Museum der Stadt Villach im Palais Crusius (7€) zeigt die wechselvolle Geschichte an der Schnittstelle dreier Kulturen: deutsch, slowenisch und italienisch.

Villachs Trumpf ist die Therme Warmbad-Villach (Kärnten Therme): Ein riesiger Thermalkomplex mit natürlichem 29°C warmem Thermalwasser, das direkt aus der Maibachl-Quelle kommt. Innen- und Außenbecken, Rutschen (120 m Röhrenrutsche!), Saunalandschaft mit 12 verschiedenen Saunen, Spa-Bereich. Ideal für Regentage oder Erholung nach einem Wandertag.

Kärnten Therme: Tageskarte 29€ (Erwachsene), 22€ (Kinder 4–15), unter 4 frei. 4-Stunden-Ticket: 23€/17€. Saunawelt: Zuschlag 8€. Täglich 9–22 Uhr. Die Thermalquellen haben heilende Wirkung bei Gelenk- und Rückenbeschwerden.

Tipp

Der Villacher Fasching (Faschingssamstag, Februar/März) ist der größte Faschingsumzug Österreichs: Über 3.000 Teilnehmer, 100.000 Zuschauer und eine Woche lang Ausnahmezustand in der Stadt. Wenn du in Kärnten bist — nicht verpassen! Der Villacher Kirchtag (Anfang August, 1 Woche) ist Kärntens größtes Volksfest mit Brauchtum, Musik und Kulinarik.

Großglockner Hochalpenstraße — Von Kärnten aufs Dach Österreichs★★★

Mai–November (wetterabhängig), ab 5 Uhr morgens
Maut 42€ (PKW), 32€ (Motorrad)

Die Großglockner Hochalpenstraße ist die spektakulärste Panoramastraße der Alpen und führt auf 48 Kilometern von Heiligenblut in Kärnten über den Hochtor-Pass (2.504 m) nach Bruck-Fusch in Salzburg. 36 Kehren, 1.500 Höhenmeter, ein Gletscher und der höchste Berg Österreichs — der Großglockner (3.798 m) — zum Greifen nah.

Die Stichstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m) ist der Höhepunkt (im doppelten Sinn): Von der riesigen Aussichtsterrasse blickt man direkt auf die Pasterze, Österreichs größten Gletscher (8 km lang, aber rapide schrumpfend), und den Großglockner-Gipfel dahinter. Im Besucherzentrum die „Glockner Welt"-Ausstellung (kostenlos mit Maut), die die Geologie, Tierwelt und Geschichte der Hochalpenstraße erklärt.

Entlang der Straße gibt es mehrere Stopps: Die Edelweißspitze (2.571 m, höchster per PKW erfahrbarer Punkt) mit 360°-Panorama über 37 Dreitausender, das Alpine Naturschau-Museum auf der Margaritze und die Swarovski-Warte (Fernrohre zur Murmeltier- und Steinbock-Beobachtung, kostenlos).

Heiligenblut am Großglockner (Kärntner Seite) ist der perfekte Ausgangspunkt: Ein 1.300-Einwohner-Dorf mit einer gotischen Kirche (15. Jh.), die vor dem Großglockner posiert — das meistfotografierte Motiv Kärntens. Im Winter ein kleines, feines Skigebiet (55 km Pisten, kaum Wartezeiten, Tageskarte 52€).

Großglockner Hochalpenstraße: Maut 42€ pro PKW (Tageskarte). Motorrad 32€. Geöffnet: Anfang Mai–Anfang November (wetterabhängig). Fahrtzeit Heiligenblut–Kaiser-Franz-Josefs-Höhe: ca. 45 Minuten.

Tipp

Plane für die Großglockner Hochalpenstraße einen ganzen Tag ein — wer durchrauscht, verpasst das Beste. Frühmorgens starten (ab 5 Uhr im Sommer geöffnet): Dann sind die Murmeltiere aktiv, die Gipfel wolkenfrei und die Straße fast leer. Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gibt es ein gutes Selbstbedienungsrestaurant (Gulaschsuppe 8€, Kaiserschmarrn 12€).

Nockberge — Sanfte Berge, weite Almen★★

Nockalmstraße Maut: 22€ (PKW)

Die Nockberge sind das Gegenprogramm zu den schroffen Hohen Tauern: Sanft gerundete Graskuppen (die „Nocken"), bis 2.440 m hoch, durchzogen von ausgedehnten Almflächen, Zirbenwäldern und plätschernden Bächen. Der Biosphärenpark Nockberge (UNESCO seit 2012) schützt diese einzigartige Kulturlandschaft im Nordwesten Kärntens.

Die Nockalmstraße (35 km, 52 Kehren, Maut 22€ PKW) ist die schönste Panoramastraße Kärntens nach dem Großglockner — weniger dramatisch, aber mindestens genauso genussreich. Sie windet sich durch die sanften Nockberge, vorbei an Almhütten und kristallklaren Bergseen. Entlang der Straße gibt es mehrere „Erlebnisstationen" mit Naturlehrpfaden, geologischen Aufschlüssen und Panoramapunkten.

Die Nockberge sind ein Wanderparadies für Genießer: Keine Klettersteige, keine Gletscherspalten, stattdessen samtweiche Grashügel, auf denen man barfuß gehen möchte. Die Rundwanderung über den Windebensee (2.000 m, direkt an der Nockalmstraße, 1 Stunde, leicht) ist perfekt für Familien — ein mystischer Moorsee mit smaragdgrünem Wasser.

Im Winter verwandeln sich die Nockberge in die Skiregion Bad Kleinkirchheim: 103 Pistenkilometer, zwei Thermen (Thermal Römerbad und St. Kathrein Therme) direkt im Skigebiet — Skifahren und Therme kombinieren ist hier Standard. Tagesskipass: 58€, Therme-Skipass-Kombi: 72€.

Tipp

Die Nockalmstraße ist auch ein Geheimtipp für Radfahrer: Jeden „Nockalm-Radtag" (mehrmals im Sommer) wird die Straße für den Autoverkehr gesperrt und gehört Radfahrern allein. Anmeldung über nockalmstrasse.at, 15€ Startgebühr. Auch E-Bikes sind willkommen — die sanften Steigungen sind machbar.

Kärntner Küche — Kasnudeln, Reindling & mehr

Die Kärntner Küche ist ein Schmelztiegel alpiner, slowenischer und italienischer Einflüsse — und hat dabei Gerichte hervorgebracht, die es nirgendwo sonst gibt. Deftig, ehrlich und mit einer Handwerkskunst, die an die Nonna-Küche Italiens erinnert. Die wichtigsten Gerichte:

Kärntner Kasnudeln — Das Nationalgericht

Die Kärntner Kasnudeln (auch „Kasnudl") sind das Aushängeschild der Kärntner Küche und haben sogar EU-Herkunftsschutz (g.t.S.). Teigtaschen aus Nudelteig, gefüllt mit einer Mischung aus Bröseltopfen (Quark), Kartoffeln, Minze (!) und brauner Butter. Das Besondere: Der Rand wird kunstvoll „gekrandelt" — mit den Fingern zu einem dekorativen Wellenmuster geformt. Jede Kärntner Bäuerin hat ihr Geheimrezept.

Serviert werden sie mit zerlassener Butter und einem Salat — schlicht, aber ein Geschmackserlebnis. In jedem Kärntner Wirtshaus und auf jeder Almhütte zu finden, typischerweise 10–14€ für 6 Stück. Auf dem Benediktinermarkt in Klagenfurt bekommt man sie frisch zubereitet ab 6€.

Reindling — Der Kärntner Festkuchen

Der Reindling ist ein Hefekuchen, der traditionell in einer runden Form (der „Reindl") gebacken wird: Hefeteig, gefüllt mit einer Spirale aus brauner Butter, Zucker, Zimt, Rosinen und Walnüssen. Außen knusprig, innen saftig, süß-würzig und absolut süchtig machend. Traditionell wird er zu Ostern und Kirchweih gebacken, aber heute ganzjährig in Bäckereien und Gasthäusern erhältlich.

Ein ganzer Reindling in der Bäckerei: 8–12€. Ein Stück im Gasthaus: 4–6€. Am besten lauwarm mit Butter. Die besten Bäckereien: Wienerroither (Pörtschach), Bäckerei Ronacher (Klagenfurt), Bäckerei Öfferl am Benediktinermarkt.

Weitere Spezialitäten

Frigga (Kärntner Kirchtagssuppe) — Eine reichhaltige Suppe mit neun verschiedenen Fleischsorten (Rind, Schwein, Huhn, Wurst etc.), Gemüse und Gewürzen. Traditionell zum Kirchtag, heute auf Volksfesten und in Gasthäusern. 8–12€.

Hadnsterz — Buchweizensterz mit Grieben (Grammelschmalz), eine uralte Bauernmahlzeit. Klingt schlicht, schmeckt aber komplex: nussig, knusprig, herzhaft. In rustikalen Gasthäusern ab 9€.

Klachlsuppe — Schweinsstelzensuppe mit Wurzelgemüse und Kren (Meerrettich). Kärntens Antwort auf die Hühnersuppe — stärkt angeblich nach langen Feiernächten. 7–10€.

Kärntner Laxn — Geräucherte Seeforelle aus Kärntner Seen, dünn aufgeschnitten wie Lachs. Eine Delikatesse, die man in den Fischrestaurants am Millstätter See und Weißensee bekommt. Als Vorspeise 12–16€.

Wein & Getränke

Kärnten ist keine klassische Weinregion, aber hat Überraschungen: Am Weinberg Taggenbrunn bei St. Veit (Führung + Verkostung: 18€) werden bemerkenswerte Weißweine angebaut. Der Most (Apfel- und Birnenwein) aus dem Lavanttal ist hervorragend — herb, erfrischend, 3–5€ pro Glas in Gasthäusern. Und der Zirbenschnaps (aus den Zirben der Nockberge destilliert) ist das Mitbringsel aus Kärnten schlechthin — bernsteinfarben, harzig-würzig, 2 cl auf der Hütte 4€.

Tipp

Wer die authentischsten Kasnudeln sucht, sollte abseits der Touristenpfade essen: Die „Jausenstation Kaslab" am Millstätter See Höhensteig, die „Karnerhütte" bei Bad Kleinkirchheim und die „Alexanderhütte" oberhalb des Millstätter Sees servieren handgemachte Kasnudeln nach Familienrezept — oft gekrandelt von der 80-jährigen Oma des Hauses. Unübertrefflich.

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