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Regionen · Kapitel 8

Vorarlberg & Bregenzerwald

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RegionenKapitel 8: Vorarlberg & Bregenzerwald
Regionen · Kapitel 8

Vorarlberg & Bregenzerwald

Vorarlberg, Österreichs westlichstes Bundesland, ist eine Welt für sich: alemannisch statt bairisch, Käsknöpfle statt Wiener Schnitzel, zeitgenössische Holzarchitektur statt Barockkirchen. Zwischen dem Bodensee und dem Arlberg vereint dieses kleine Land (knapp 400.000 Einwohner) eine erstaunliche Vielfalt — von der Festspielstadt Bregenz über den architektonisch wegweisenden Bregenzerwald bis zu den Luxus-Skiorten Lech und Zürs und dem wilden Montafon.

Bregenz & Seebühne★★★

Bregenz (30.000 Einwohner) ist die Landeshauptstadt Vorarlbergs und liegt am Ostufer des Bodensees, eingezwängt zwischen See und Pfänder (1.064 m). Die Stadt hat zwei Gesichter: die mittelalterliche Oberstadt mit dem Martinsturm (ältestes Fachwerkgebäude Vorarlbergs, 1601), engen Gassen und Resten der Stadtmauer — und die moderne Seepromenade mit dem KUB (Kunsthaus Bregenz), dem Festspielhaus und der legendären Seebühne.

Weltberühmt sind die Bregenzer Festspiele (Juli–August): Auf der größten Seebühne der Welt (7.000 Zuschauer) werden Opern mit spektakulären Bühnenbildern inszeniert — die Kulissen stehen direkt im Bodensee. James-Bond-Fans kennen die Bühne aus „Ein Quantum Trost" (2008), wo eine Tosca-Aufführung als Kulisse für eine Actionszene diente.

Der Pfänder, Bregenz' Hausberg, bietet mit der Pfänderbahn (Seilbahn) den vielleicht besten Panoramablick der gesamten Bodenseeregion: 240 Alpengipfel in drei Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz), dazu der 63 km lange Bodensee in seiner ganzen Ausdehnung.

Tipp

Festspiel-Tickets (40–280€) sind oft Monate im Voraus ausverkauft — buche so früh wie möglich auf bregenzerfestspiele.com. Günstige Stehplätze (ab 40€) gibt es manchmal kurzfristig. Bei Regen wird gespielt (Regenponchos mitnehmen!), nur bei Gewitter wird unterbrochen.

Sehenswürdigkeiten

★★★ Bregenzer Festspiele & Seebühne

Seit 1946 das kulturelle Highlight am Bodensee. Alle zwei Jahre wird eine neue Oper mit einer gigantischen Bühnenkulisse direkt auf dem See inszeniert — die Dimensionen sind atemberaubend (Bühne 28 m hoch, 33 m breit). Vergangene Inszenierungen: ein riesiges Buch für „Carmen", ein schwebender Clown für „Rigoletto", ein überdimensionales Skelett für „André Chénier". Die Akustik über dem Wasser, der Sonnenuntergang hinter den Schweizer Bergen und die Atmosphäre unter 7.000 Zuschauern sind unvergesslich.

Saison: Mitte Juli–Mitte August. Tickets: 40–280€. Vorverkauf ab November des Vorjahres.

★★★ Kunsthaus Bregenz (KUB)

Der Schweizer Architekt Peter Zumthor schuf mit dem KUB (1997) eines der wichtigsten Gebäude zeitgenössischer Architektur in Europa — ein schimmernder Kubus aus geätztem Glas und Stahl, der tagsüber das Seelicht filtert und nachts von innen leuchtet. Das Museum zeigt wechselnde Ausstellungen international renommierter Künstler (Olafur Eliasson, Ai Weiwei, Adrián Villar Rojas). Die Architektur allein ist den Besuch wert.

13€ (Erw.), unter 19 frei. Di–So 10–18 Uhr (Do bis 20 Uhr). Montag geschlossen.

★★ Pfänderbahn & Pfänder-Gipfel

Die Pfänderbahn schwebt in 6 Minuten von der Talstation (412 m) auf den Pfänder (1.064 m). Oben: 240-Gipfel-Panorama, Alpenwildpark (frei, Steinböcke, Murmeltiere, Hirsche), Adler-Flugschau (Mai–Okt., Di–So 11:00 und 14:30 Uhr, 6€) und Wanderwege. Der Käsewanderweg (2 Std., leicht) führt über drei Alpen mit Käseverkostung.

Berg- und Talfahrt: 15,40€ (Erw.), 7,70€ (Kinder 6–15). Ganzjährig, alle 30 Min.

★★ Oberstadt & Martinsturm

Die mittelalterliche Oberstadt auf dem Hügel über dem See: Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, Reste der Stadtmauer und der Martinsturm (1601) mit der größten barocken Zwiebelhaube Mitteleuropas. Im Turm ein kleines Stadtmuseum mit Blick über die Dächer. Aufstieg kostenlos, Museum 2€.

★ Vorarlberg Museum

Am Kornmarktplatz direkt neben dem KUB: Landesmuseum mit einer überraschend modern gestalteten Ausstellung zur Geschichte und Kultur Vorarlbergs — von den Rätern über die Alemannen bis zur Textilindustrie und zeitgenössischen Architektur. Die Fassade mit 16.656 eingelassenen PET-Flaschenböden ist selbst ein Kunstwerk.

10€ (Erw.), unter 19 frei. Di–So 10–18 Uhr.

Essen & Übernachten

€€€ Deuring Schlössle

In einem mittelalterlichen Schlösschen in der Oberstadt: Gault-Millau-prämierte Küche in historischem Ambiente. Saisonales Menü ab 75€. Der Innenhof im Sommer ist einer der schönsten Plätze in Bregenz. DZ ab 195€/Nacht.

€€ Wirtshaus am See

Direkt an der Seepromenade mit Terrasse über dem Wasser. Vorarlberger Klassiker: Käsknöpfle mit Röstzwiebeln (14,90€), Bodensee-Felchen (22,50€), Apfelküchlein (9,90€). Reservierung im Sommer Pflicht.

€€ Gasthaus Kornmesser

Historisches Stadtpalais aus dem 16. Jahrhundert, heute stimmungsvolles Wirtshaus. Zwiebelrostbraten (18,50€), Bregenzerwälder Käsesuppe (8,90€), Riebel mit Apfelmus (10,50€). Guter Wein aus dem Rheintal.

€ Mangold (vegetarisch/vegan)

Beliebtes Selbstbedienungs-Restaurant in der Innenstadt. Frische vegetarische und vegane Gerichte — bezahlt wird nach Gewicht (1,90€/100g). Suppen, Currys, Salate, Nachspeisen. Schnell, günstig, gesund.

Übernachten

Hotel Schwärzler — Familienbetrieb in 4. Generation, 10 Gehminuten vom Festspielhaus. DZ ab 130€/Nacht mit Frühstück. Wellnessbereich, Garten.

Hotel Messmer — Zentrale Lage am Kornmarkt, Nähe KUB und See. DZ ab 115€/Nacht. Modern, funktional, gutes Frühstück.

Jugendherberge Bregenz — Am Seeufer mit eigenem Badestrand. Bett im Mehrbettzimmer ab 32€/Nacht mit Frühstück. Familienzimmer verfügbar.

Bregenzerwald — Architektur & Käse★★★

Der Bregenzerwald ist eine der faszinierendsten Kulturlandschaften der Alpen — und ein Ort, an dem Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verschmelzen. In den 24 Gemeinden dieses sanft hügeligen Tals östlich von Bregenz haben Bauern und Handwerker eine architektonische Revolution ausgelöst: Preisgekrönte zeitgenössische Holzbauten stehen neben jahrhundertealten Bauernhäusern, entworfen von lokalen Architekten (Kaufmann, Baumschlager-Eberle, Cukrowicz Nachbaur), die weltweit Anerkennung genießen.

Gleichzeitig pflegt der Bregenzerwald seine Käsetradition wie kaum eine andere Alpenregion: Über 90 Sennereien produzieren Bergkäse, Alpkäse und den einzigartigen Bregenzerwälder Bergkäse g.U. — geschützte Ursprungsbezeichnung, wie Champagner oder Parmigiano. Die KäseStraße Bregenzerwald verbindet Sennereien, Gasthöfe und Bauernhöfe zu einer kulinarischen Route.

Die Hauptorte sind Egg (Zentrum des Vorderwalds), Bezau (Hauptort des Hinterwalds mit der nostalgischen Wälderbahn), Schwarzenberg (Künstlerdorf mit Angelika-Kauffmann-Museum) und Au-Schoppernau (Ausgangspunkt für alpine Wanderungen).

Tipp

Die Bregenzerwald Gäste-Card (kostenlos bei Übernachtung) inkludiert alle Bergbahnen, Busse und Schwimmbäder der Region — ein enormer Wert. Allein die Bergbahnen kosten einzeln 20–30€ pro Fahrt.

Architektur-Highlights

★★★ Werkraum Haus (Andelsbuch)

Von Stararchitekt Peter Zumthor entworfen (2013): Ein gläserner Pavillon, der die Handwerkstradition des Bregenzerwalds ausstellt und feiert. Wechselnde Ausstellungen zu Möbelbau, Textilkunst und Holzhandwerk. Der Bau selbst — Glas, Holz, Stahl — ist ein Statement: Moderne kann Tradition ehren, ohne sie zu imitieren.

Frei zugänglich. Di–Sa 10–18 Uhr, So 10–17 Uhr.

★★★ Umgang Bregenzerwald

Zwölf Architektur-Rundgänge durch zwölf Gemeinden des Bregenzerwalds. Jeder Rundgang (1–2 Std.) führt vorbei an preisgekrönten zeitgenössischen Bauten und erklärt mit Tafeln und QR-Codes die Entwurfsideen. Highlights: die Pfarrkirche Krumbach (Bernardo Bader), das Gemeindeamt Ludesch (Hermann Kaufmann), die Bushaltestellen von Krumbach (7 Weltarchitekten, darunter Sou Fujimoto und Smiljan Radić).

Frei. Broschüre bei der Tourismusinformation oder online als PDF.

★★ BUS:STOP Krumbach

Das wohl ungewöhnlichste Architekturprojekt im ländlichen Raum: Die Gemeinde Krumbach (1.050 Einwohner) lud 2014 sieben international renommierte Architekten ein, je eine Bushaltestelle zu entwerfen. Das Ergebnis: sieben kleine Skulpturen aus Holz, Glas und Stahl, die an den Straßen des Dorfes stehen — von japanisch minimalistisch (Sou Fujimoto) bis organisch fließend (Smiljan Radić). Ein Spaziergang verbindet alle sieben (ca. 1,5 Std.).

Frei zugänglich, jederzeit.

★ Angelika-Kauffmann-Museum (Schwarzenberg)

Im barocken Heimatmuseum des Künstlerdorfs Schwarzenberg: eine Sammlung zu Angelika Kauffmann (1741–1807), der bedeutendsten Malerin des europäischen Klassizismus, die in Schwarzenberg aufwuchs. Wechselnde Ausstellungen und ein Rundgang durch das Dorf mit seinen restaurierten Bregenzerwälder Häusern.

7€ (Erw.). Mai–Oktober: Di–So 10–17 Uhr.

KäseStraße & Kulinarik

★★★ KäseStraße Bregenzerwald

Die KäseStraße verbindet über 20 Sennereien, Gasthöfe und Bauernhöfe zu einer kulinarischen Route durch den gesamten Bregenzerwald. In den Sennereien kann man bei der Käseherstellung zusehen (meist morgens 8–10 Uhr, ohne Anmeldung) und die Käse verkosten und kaufen. Highlights:

Sennerei Lingenau — Große Schaukäserei mit Glasfront zur Produktion. Verkostung von 6 Sorten (8€). Hofladen mit Bergkäse (ab 22€/kg), Alpkäse (ab 28€/kg) und Schnittkäse. Täglich 8–18 Uhr.

Alpsennerei Schoppernau — Kleine Alpsennerei auf 1.200 m Höhe. Hier wird der Alpkäse noch wie vor 200 Jahren auf offenem Feuer hergestellt. Verkauf nur vor Ort. Juni–September.

Käsekeller Lingenau — 38.000 Käselaibe reifen hier in einem unterirdischen Keller bei konstanten 13°C. Führung mit Verkostung: 12€ (Erw.), 6€ (Kinder). Voranmeldung nötig.

★★ Bregenzerwälder Alptage

Im September feiern die Alpen die Alpabfahrt — der festliche Abtrieb der Kühe von den Sommerweiden. Geschmückte Kühe mit Blumenkränzen und Glocken ziehen durch die Dörfer, begleitet von Musik und Markttreiben. Termine variieren je nach Gemeinde — Tourismusinformation fragen.

Tipp

Der „Käsewanderpass" (kostenlos bei der Tourismusinformation) sammelt Stempel von Sennereien entlang der KäseStraße — ab 5 Stempeln gibt es ein Stück Bregenzerwälder Bergkäse als Belohnung.

Lech am Arlberg★★★

Lech (1.450 m) ist gemeinsam mit dem Nachbarort Zürs einer der exklusivsten Wintersportorte der Alpen — und einer der schneesichersten. Das Skigebiet Ski Arlberg (verbunden mit St. Anton, Stuben und Warth-Schröcken) ist mit 305 Pistenkilometern und 88 Liften das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs.

Im Winter dominieren Champagne Powder und Après-Ski-Eleganz (weniger Ballermann, mehr Bar-Kultur). Im Sommer verwandelt sich Lech in ein Wanderparadies mit dem berühmten Lechweg (125 km, von der Quelle bis zum Lechfall) und dem Grünen Ring (Panoramawanderung, 5–6 Std., fantastisch).

Lech ist nicht billig — die Preise liegen deutlich über dem österreichischen Durchschnitt. Aber die Qualität ist ebenfalls erstklassig: Top-Hotellerie, hervorragende Gastronomie (mehrere Hauben-Restaurants) und eine gepflegte Infrastruktur.

Tipp

Im Sommer bietet die Lech Card (kostenlos bei Übernachtung) alle Bergbahnen, den Bus und den Wanderbus inklusive — ein Wert von ca. 50€/Tag. Im Winter: Der Skipass Ski Arlberg kostet in der Hauptsaison 72€/Tag (6-Tages-Pass: 366€). Frühbucher-Rabatt bis Oktober.

Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten

★★★ Ski Arlberg (Winter)

Das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs: 305 Pistenkilometer, 200 km Varianten (Tiefschnee), 88 Lifte und Bahnen. Die Pisten in Lech/Zürs sind überwiegend rot (mittel) und blau (leicht) — ideal für fortgeschrittene Genussskifahrer. Für Profis: der Weiße Ring (22 km Skirunde über Lech, Zürs, Zug und zurück, 5.500 Höhenmeter) und Freeride-Routen am Mehlsack und Madloch.

Tagespass: 72€ (Erw.), 43€ (Jugend), 36€ (Kinder). Saison: Anfang Dezember–Ende April.

★★★ Grüner Ring (Sommer)

Die schönste Panoramawanderung Vorarlbergs: Der Grüne Ring (ca. 14 km, 5–6 Std., mittel) führt im Kreis um Lech — über die Rüfikopf-Seilbahn auf 2.350 m, dann über Grate und Almen mit Blick auf die gesamte Lechtaler Alpenlandschaft. Einkehr bei der Kriegeralpe (Kaiserschmarrn 12€) oder der Balmalpe.

★★ Skyspace Lech (James Turrell)

Auf dem Tannegg oberhalb von Lech hat der amerikanische Lichtkünstler James Turrell einen begehbaren Kunstbau in den Berg gesetzt — einen ovalen Raum mit einer Öffnung zum Himmel, durch die Licht in wechselnden Farben einfällt. Besonders eindrucksvoll bei Sonnenaufgang und -untergang. Erreichbar über einen Wanderweg (30 Min. ab Oberlech).

Frei zugänglich. Ganzjährig, rund um die Uhr.

★★ Formarinsee & Rote Wand

Der Formarinsee (1.793 m) wurde 2015 zum „schönsten Platz Österreichs" gewählt — ein smaragdgrüner Bergsee unterhalb der Roten Wand (2.704 m). Erreichbar per Wanderbus ab Lech (Sommer, 30 Min.) oder zu Fuß (3 Std.). Einkehr in der Freiburger Hütte am Seeufer (ÖAV, Übernachtung 20€/Mitglieder).

★ Lechweg (Fernwanderung)

125 km in 6–8 Etappen von der Lechquelle (Formarin) bis zum Lechfall bei Füssen. Der Weg folgt einem der letzten Wildflüsse der Nordalpen — ungezähmt, türkisblau, mit natürlichen Kiesbänken. Etappe 1 (Formarinsee–Lech, 5 Std.) und Etappe 2 (Lech–Warth, 4 Std.) sind die alpinsten und schönsten.

Essen & Übernachten

€€€ Restaurant Rote Wand Chef's Table

Im Hotel Rote Wand in Zug bei Lech: Max Natmessnig (2 Gault-Millau-Hauben) serviert ein 6-Gänge-Menü (135€) aus regionalen Produkten — Bregenzerwälder Käse, Arlberger Lamm, Wildkräuter von den Almen. Reservierung Wochen im Voraus.

€€€ Hus Nr. 8

In einem 400 Jahre alten Walserhaus: kreative Alpenküche mit regionalen Zutaten. 5-Gänge-Menü ab 98€. Die Atmosphäre — dunkles Holz, Kerzenlicht, Steinwände — ist unvergleichlich.

€€ Fux Restaurant & Bar

Das Designhotel Aurelio betreibt dieses moderne Restaurant: Lecher Forelle (26€), Rindsgulasch mit Spätzle (19,50€), Wiener Schnitzel vom Kalb (28€). Stylische Bar mit Cocktails ab 14€.

€€ Gasthof Post

Traditionsgasthof seit 1580 im Ortszentrum. Hier kehrten schon Kaiserin Sisi und Hemingway ein. Klassische Küche: Tiroler Gröstl (14,50€), Kalbsleber (22€), Kaiserschmarrn (13,50€).

Übernachten

Hotel Arlberg — 5-Sterne-Tradition seit 1939. DZ ab 380€/Nacht mit HP (Winter), ab 240€ (Sommer). Spa, Pool, Gourmetrestaurant.

Pension Bergkristall — Gemütliches B&B, 5 Minuten vom Ortskern. DZ ab 120€/Nacht mit Frühstück (Sommer), ab 180€ (Winter). Ski-in/Ski-out möglich.

Jugendhotel Lech — Günstige Alternative: DZ ab 85€/Nacht mit Frühstück (Sommer). Mehrbettzimmer ab 40€.

Montafon★★

Das Montafon ist ein 39 km langes Tal im Süden Vorarlbergs, eingerahmt von der Silvretta-Gruppe (bis 3.312 m, Piz Buin — höchster Berg Vorarlbergs), dem Rätikon und der Verwallgruppe. Elf Gemeinden — von Schruns (Hauptort, 3.700 Einwohner) über Tschagguns und Gaschurn bis Partenen — reihen sich entlang der Ill auf.

Im Winter bieten die drei Skigebiete Silvretta Montafon (140 Pistenkilometer), Golm und Gargellen zusammen über 200 Pistenkilometer. Im Sommer locken die Silvretta-Hochalpenstraße (Mautstraße, 22,50€), Klettersteige und der Silvretta-Stausee (2.030 m) — ein türkisfarbener Bergsee umgeben von Dreitausendern.

Ernest Hemingway verbrachte zwei Winter (1924/25 und 1925/26) in Schruns und schrieb Teile von „The Sun Also Rises" in der Pension Taube. Ein Hemingway-Rundweg erinnert daran.

Tipp

Die Silvretta-Hochalpenstraße (34 Kurven, 22,50€ Maut für PKW) ist eine der schönsten Passstraßen der Alpen — aber nur von Juni bis Oktober geöffnet. Am Silvretta-Stausee (2.030 m) gibt es einen einfachen Rundwanderweg (1 Std.) und die Wiesbadener Hütte für eine Einkehr.

Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten

★★★ Silvretta-Hochalpenstraße

Eine der großen Alpenpassstraßen: 22,3 km, 34 Kehren, von Partenen (1.050 m) über die Bielerhöhe (2.032 m) ins Tiroler Paznauntal. Auf der Passhöhe der Silvretta-Stausee — ein unwirklich türkiser See, umgeben von vergletscherten Dreitausendern. Rundwanderung um den See (1 Std., leicht). Ausgangspunkt für die Besteigung des Piz Buin (3.312 m, nur mit Bergführer, ca. 350€/Person).

Maut: 22,50€ (PKW), 16€ (Motorrad). Offen: ca. Juni–Oktober, je nach Schnee.

★★ Klettersteig Gauablickhöhle

Spektakulärer Klettersteig (Schwierigkeit B/C) bei Tschagguns mit Blick ins Rellstal und auf den Zimba (2.643 m). Durch eine Höhle und über eine 30 m lange Seilbrücke. Ca. 3 Stunden, nur für Geübte. Klettersteig-Set Verleih in Schruns: 25€/Tag.

★★ Golm — Abenteuerberg für Familien

Die Seilbahn auf den Golm (2.124 m) führt zu Vorarlbergs bestem Familienberg: Alpine Coaster (Sommerrodelbahn, 3,5 km, 8,50€), Waldseilgarten (22€/Erw., 16€/Kinder), Flying Fox (35€) und der „Golmi-Erlebnisweg" für Kinder (kostenlos).

Gondel: 22€ retour (Erw.), 11€ (Kinder). Mai–Oktober.

★ Hemingway-Weg Schruns

Ein Rundgang (1 Std.) durch Schruns auf den Spuren von Ernest Hemingway: von der Pension Taube (heute Hotel, Zimmer ab 95€) über das Café Löwen (wo er Bier trank) zum Skigebiet, das er als „wunderbaren Ort" beschrieb. Infotafeln mit Fotos und Zitaten.

Frei zugänglich. Faltblatt bei der Tourismusinformation.

★★ Maisäß-Wanderungen

Die Maisäße sind historische Almsiedlungen auf halber Höhe — Vorstufen der Alm, wo die Montafoner im Frühsommer und Herbst mit ihrem Vieh lebten. Heute stehen viele der urigen Holzhütten unter Denkmalschutz, einige sind als Ferienwohnungen buchbar (ab 80€/Nacht). Der Maisäß-Wanderweg bei Gargellen führt durch diese einzigartige Kulturlandschaft (3 Std., leicht).

Bodensee (Vorarlberger Ufer)★★

Vorarlberg hat nur 28 km Bodenseeufer — aber die sind gut genutzt. Zwischen Bregenz im Norden und Hard (Mündung der Bregenzer Ach) im Süden reihen sich Strandbäder, Radwege, Naturschutzgebiete und das Rheindelta aneinander — das größte Binnendelta Europas und eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete am See.

Der Bodensee-Radweg (260 km rund um den gesamten See durch drei Länder) führt durch Vorarlberg auf einer der schönsten Etappen: von Bregenz über Lochau nach Hard und weiter ins Rheindelta. Flach, asphaltiert, mit Seeblick.

Das vorarlbergische Ufer ist weniger touristisch als Lindau (D) oder Konstanz (D/CH) — dafür ruhiger, naturnaher und mit dem Pfänder als Panoramaberg direkt am See.

Tipp

Die Bodensee-Schifffahrt verbindet Bregenz mit Lindau (D, 20 Min., 7,80€), Konstanz (D, 3 Std., 18€) und Rorschach (CH, 40 Min., 12€). Fahrräder werden mitgenommen (4€). An warmen Sommertagen ist das Strandbad Bregenz Pipeline (kostenlos, westlich der Festspielbühne) der Hotspot.

Aktivitäten am See

★★ Rheindelta & Vogelbeobachtung

Das Rheindelta (2.000 ha) ist das größte Binnendelta Mitteleuropas und Ramsar-Schutzgebiet. Über 330 Vogelarten wurden hier nachgewiesen — darunter Seidenreiher, Zwergdommeln und Flussseeschwalben. Beobachtungstürme am Alten Rhein und bei Gaißau bieten freien Blick über Schilfgürtel und Feuchtwiesen. Am besten morgens oder abends, Fernglas mitbringen.

Frei zugänglich. Geführte Exkursionen über den Naturschutzbund (15€, April–September).

★★ Bodensee-Radweg (Vorarlberg-Etappe)

Die 28 km von Lochau über Bregenz und Hard bis Gaißau im Rheindelta: flach, durchgehend asphaltiert, mit Seeblick und Einkehrmöglichkeiten. Ideal als Halbtagesausflug. In Bregenz Leihräder ab 12€/Tag.

★ Strandbäder

Strandbad Bregenz (Pipeline) — Großes Freibad am Seeufer, westlich der Festspielbühne. Große Liegewiese, Steg, Beach-Bar. Eintritt frei. Mai–September.

Strandbad Hard — Familienfreundliches Seebad mit Wasserrutsche, Kinderbereich und Beachvolleyball. 5,50€ (Erw.), 3€ (Kinder). Mai–September.

Lochauer Strandbad — Ruhiger, naturbelassener Abschnitt. Kiesstrand, klares Wasser. 4,50€. Ideal zum Schwimmen ohne Rummel.

★ Segelkurse & Wassersport

Der Bodensee ist ein hervorragendes Segelrevier (aber Vorsicht: der „Föhn" kann plötzlich aufkommen). Segelkurse ab 350€/Woche bei der Segelschule Hard. SUP-Verleih in Bregenz und Hard: 15€/Std. Kanu-Verleih: 12€/Std.

Vorarlberger Küche: Käsknöpfle, Riebel & mehr

Die Vorarlberger Küche unterscheidet sich deutlich vom Rest Österreichs — alemannisch geprägt, käselastig, bodenständig und mit überraschend vielen Eigenheiten. Während in Wien das Schnitzel regiert, sind in Vorarlberg Käsknöpfle und Riebel die kulinarischen Heiligtümer.

Der gemeinsame Nenner: Käse. Vorarlberger kochen mit Käse, essen Käse zum Frühstück, als Jause, als Hauptspeise und als Dessert. Der Bregenzerwälder Bergkäse ist nicht nur Zutat, sondern Identitätsstiftung.

Die wichtigsten Gerichte

★★★ Käsknöpfle

Das Nationalgericht Vorarlbergs — und weit mehr als nur „Käsespätzle". Handgeschabte Teigknöpfle (dicker und unregelmäßiger als schwäbische Spätzle) werden schichtweise mit drei bis vier Sorten Bregenzerwälder Bergkäse (Bergkäse, Räßkäse, Alpkäse) in der Pfanne überbacken. Dazu knusprige Röstzwiebeln und ein grüner Salat mit Apfelessig-Dressing. Die besten Käsknöpfle bekommt man in den Gasthöfen des Bregenzerwalds — etwa im Gasthof Adler in Schwarzenberg (14,90€) oder im Jöslar in Bezau (15,50€).

★★★ Riebel

Das traditionelle Bregenzerwälder Frühstück — und für Auswärtige zunächst gewöhnungsbedürftig: Grob gemahlener Mais- oder Weizengrieß wird in Butter langsam gebraten, bis er goldbraun und krümelig ist. Dazu gibt es Apfelmus, Preiselbeeren oder Holundersirup. Klingt simpel, ist aber (gut gemacht) köstlich — knusprig, buttrig, süß-herb. In vielen Bregenzerwälder Gasthöfen als Frühstücksoption verfügbar (6–9€).

★★ Vorarlberger Käsesuppe

Eine sämige Suppe aus Bergkäse, Sahne, Brühe und Weißwein — manchmal mit Brotwürfeln, manchmal mit Schnittlauch. Einfach, aber ein perfekter Starter an kühlen Tagen. In fast jedem Gasthof erhältlich (7–10€).

★★ Funkaküachle

Fasching-Spezialität aus dem Montafon: In Fett ausgebackene Hefeteig-Krapfen, traditionell am „Funken-Sonntag" (erster Fastensonntag) gebacken. Das ganze Jahr über in einigen Bäckereien und Gasthöfen erhältlich (3–4€/Stück).

★★ Sura Kees

Der Sauerkäse aus dem Montafon — ein fettarmer Käse aus Magermilch, der durch Säuerung (nicht durch Lab) hergestellt wird. Grau-grün, bröckelig, mit intensivem, säuerlichem Geschmack. Gewöhnungsbedürftig, aber authentisch. Am besten auf Schwarzbrot mit Butter und Schnittlauch. In Montafoner Sennereien erhältlich (ab 15€/kg).

★ Flädlesuppe & Kaspressknödel

Frittatensuppe (klare Rindsbrühe mit geschnittenen Pfannkuchenstreifen) und Kaspressknödel (gebratene Semmelknödel mit Bergkäse, serviert in Brühe oder auf Salat) sind die beliebtesten Vorspeisen und Hütten-Gerichte der Region. 6–11€ in Gasthöfen und Almhütten.

Tipp

In den Bregenzerwälder Gasthöfen gibt es oft eine „Käsejause" (Brotzeit, 12–18€): Eine Holzplatte mit 4–6 verschiedenen Käsesorten, Bauernbrot, Butter, Essiggurken und Mostsenf. Dazu ein Glas Most (vergorener Apfelsaft, ab 3€) oder ein Pfiff (kleines Bier, 0,2l, ab 2,80€).

Getränke & Wein

★★ Vorarlberger Most

Vergorener Apfel- oder Birnensaft — das Volksgetränk Vorarlbergs. Herb, leicht prickelnd, 5–7 % Alkohol. In den Mostschenken des Bregenzerwalds und des Rheintals frisch vom Fass (ab 3€/Viertel). Der beste Most kommt aus dem Bezirk Dornbirn.

★ Vorarlberger Schnaps

Vorarlberg ist Schnapsland: Hunderte Kleinbrennereien destillieren Obstbrände aus Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Williamsbirnen. Die besten Brennereien im Rheintal (Lustenau, Hohenems) bieten Verkostungen an — ein Stamperl ab 3€. Besonders empfehlenswert: Subirer (Mostbirnen-Brand), eine Vorarlberger Spezialität.

★ Mohrenbräu

Die Brauerei Mohren in Dornbirn ist Vorarlbergs größte und traditionsreichste Brauerei (seit 1834). Das „Mohren Pfiff" (0,33l) ist das Standardbier in fast jedem Vorarlberger Gasthaus. Brauereiführung mit Verkostung: 15€, Fr 14 Uhr (Voranmeldung).

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