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Regionen · Kapitel 4

Salzburg & Salzburger Land

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Regionen · Kapitel 4

Salzburg & Salzburger Land

Salzburg ist eine Stadt wie ein Bühnenbild — so perfekt, dass man ihr fast nicht glaubt. Die barocke Altstadt, überragt von der mächtigen Festung Hohensalzburg, eingerahmt von den Alpen und durchflossen von der Salzach, ist UNESCO-Weltkulturerbe und Mozarts Geburtsstadt. Doch Salzburg ist mehr als die Stadt allein: Das Salzburger Land mit seinen Seen, Almen und der legendären Großglockner Hochalpenstraße gehört zu den schönsten Landschaften Europas.

Altstadt & Getreidegasse★★★

Altstadt-Besichtigung frei, Dom frei, Residenz 13 €

Salzburgs linksufrige Altstadt ist ein barockes Gesamtkunstwerk, das seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auf engstem Raum drängen sich Kirchen, Paläste, Plätze und Brunnen — alles überragt von der Festung auf dem Mönchsberg. Die Gassen sind schmal, die Fassaden hoch, und an jeder Ecke wartet ein neues Postkartenmotiv.

★★★ Getreidegasse

Salzburgs berühmteste Straße — eine mittelalterliche Einkaufsmeile mit schmiedeeisernen Zunftzeichen, die wie Kunstwerke über den Geschäften hängen. Jedes Schild ist handgefertigt und einzigartig: H&M hat hier ein genauso aufwendiges Schmiedeeisen-Logo wie die Traditionsjuweliere daneben. Die Hausdurchgänge (die sogenannten Durchhäuser) führen zu versteckten Innenhöfen mit Boutiquen, Galerien und kleinen Cafés — unbedingt hindurchgehen!

Die Getreidegasse ist schmal und im Sommer hoffnungslos überfüllt. Der Trick: Morgens vor 9 Uhr oder abends nach 18 Uhr kommen, wenn die Tagesausflügler weg sind und das Licht die Fassaden golden färbt.

★★★ Residenzplatz & Dom

Das barocke Herz der Stadt: der weitläufige Residenzplatz mit dem prachtvollen Residenzbrunnen (1661, größter Barockbrunnen Mitteleuropas), flankiert von der Alten Residenz (Erzbischöflicher Palast, Prunkräume 13 €) und dem Salzburger Dom. Der Dom (1614–1628) mit seiner 71 Meter hohen Kuppel ist ein Meisterwerk des Frühbarock — hier wurde Mozart 1756 getauft. Das Taufbecken steht noch immer am selben Platz.

Residenzplatz. Dom: frei (Spende 3 € erbeten). Dommuseum 13 €. Mo–Sa 8–17 Uhr, So 13–17 Uhr.

★★ Stift St. Peter & Petersfriedhof

Das älteste durchgehend bestehende Kloster im deutschsprachigen Raum (gegründet 696). Der Petersfriedhof mit seinen schmiedeeisernen Grabkreuzen, blumengeschmückten Gräbern und den in den Fels gehauenen Katakomben ist einer der atmosphärischsten Orte Salzburgs. Hier sollen sich die ersten Christen der Region versteckt haben. Im angrenzenden Stiftskeller St. Peter — angeblich Europas ältestes Restaurant (803!) — kann man heute noch speisen.

St.-Peter-Bezirk 1. Friedhof frei, Katakomben 2 €. Friedhof: täglich 6:30–19 Uhr (Sommer), 6:30–18 Uhr (Winter).

★★ Kapitelplatz & Moderne Kunst

Hinter dem Dom öffnet sich der Kapitelplatz mit Stephan Balkenhols überdimensionaler Skulptur „Sphaera" — eine goldene Kugel mit Mann darauf, die herrlich mit der mittelalterlichen Festung im Hintergrund kontrastiert. Von hier fährt die Festungsbahn (Standseilbahn) hinauf zur Hohensalzburg.

★ Alter Markt

Der intimste Platz der Altstadt: kleine Bürgerhäuser, der Fürst-Erzbischöfliche Hofapotheke (seit 1591 in Betrieb!) und das Café Tomaselli — Salzburgs ältestes Kaffeehaus (seit 1705), in dem schon Mozart seinen Kaffee trank. Ein Stück Mozarttorte (nicht zu verwechseln mit den Kugeln!) und eine Melange auf der Terrasse: 11 €.

Tipp

Die Salzburg Card (30 € / 24 Std., 39 € / 48 Std., 45 € / 72 Std.) inkludiert alle Museen, die Festungsbahn, den Bus und Schifffahrten — sie lohnt sich ab 2 Attraktionen pro Tag und spart erheblich.

Festung Hohensalzburg★★★

Mönchsberg 34, 5020 Salzburg
Mai–Sept 9–19 Uhr, Okt–April 9:30–17 Uhr
Kombiticket 16,30 €, Kinder 9,20 €

Die Festung Hohensalzburg thront 120 Meter über der Stadt auf dem Festungsberg und ist die größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas. Seit 1077 wurde sie über Jahrhunderte hinweg erweitert und nie erobert — ein Bollwerk, das Salzburgs Erzbischöfe vor aufmüpfigen Bürgern und feindlichen Heeren schützte.

★★★ Die Burg

Die Anlage ist gewaltig: dicke Mauern, Wehrtürme, Bastionen und im Inneren prächtige Fürstenzimmer mit gotischen Schnitzereien, der goldene Saal und die Folterkammer. Das Burgmuseum erzählt 950 Jahre Geschichte — von den Bauernaufständen über die Salzgewinnung bis zur Nutzung als Kaserne und Gefängnis. Besonders beeindruckend: der Goldene Saal mit gotischen Sternendecke und der Blick aus den Fürstenzimmern über die gesamte Altstadt.

★★★ Panorama

Der Blick von der Festung ist der beste Salzburgs — und einer der schönsten im gesamten Alpenraum: zu Füßen die barocke Altstadt mit ihren Kuppeln und Türmen, die Salzach, die rechtsufrige Neustadt, und am Horizont der Untersberg (1.853 m) und die Berchtesgadener Alpen. Bei Föhn reicht die Sicht bis zum Watzmann. Abends, wenn die Stadt unter dir zu leuchten beginnt, ist der Moment magisch.

Festungsbahn oder zu Fuß?

Die Festungsbahn (Standseilbahn vom Kapitelplatz) bringt dich in 54 Sekunden hinauf — bequem, aber du verpasst den Aufstieg durch die alten Befestigungsanlagen. Der Fußweg (15–20 Minuten über die Festungsgasse) ist steil, aber lohnend: durch mittelalterliche Tore, vorbei an Bastionen mit Ausblicken, die die Standseilbahn-Fahrer nie sehen.

Mönchsberg 34. Kombiticket (Festungsbahn + Museen) 16,30 € (Kinder 9,20 €). Nur Festungsbahn: 9 €. Nur Fußweg + Museen: 13 €. Jan–April & Okt–Dez: 9:30–17 Uhr, Mai–Sept: 9–19 Uhr. Abendführungen Fr & Sa um 19:30 Uhr (25 €, inkl. Wein).

Tipp

Die Festungs-Abendführung am Freitag und Samstag (19:30 Uhr, 25 €) ist ein Erlebnis: Du erkundest die Burg bei Fackelschein, erfährst Geschichten über Folter und Intrigen und bekommst am Ende ein Glas Wein auf der Bastei mit Nachtpanorama. Vorbuchen!

Mozarts Geburtshaus & Wohnhaus★★

Getreidegasse 9, 5020 Salzburg
Täglich 9–17:30 Uhr (Juli–Aug bis 20 Uhr)
Einzelticket 14 €, Kombiticket 20 €

Salzburg ist Mozarts Stadt — und lässt einen das auch nicht vergessen. Der 1756 hier geborene Wolfgang Amadeus Mozart ist allgegenwärtig: sein Gesicht auf Schokoladenkugeln, sein Name auf Plätzen, Straßen und Hotels. Hinter dem Kommerz verbergen sich aber zwei authentische Museen, die den Menschen hinter dem Genie zeigen.

★★★ Mozarts Geburtshaus

In diesem gelben Bürgerhaus in der Getreidegasse 9 wurde Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Jänner 1756 geboren. Die Familie lebte hier bis 1773 auf beengtem Raum im 3. Stock. Heute zeigt das Museum originale Instrumente — darunter Mozarts Kindergeige und sein Clavichord —, Briefe, Porträts und Dokumente des Alltags. Man erfährt, wie der Vater Leopold seinen Sohn als Wunderkind durch Europa tourte und wie die Familie zwischen Genie und Geldsorgen lebte.

Das Geburtshaus ist Salzburgs meistbesuchtes Museum — die Räume sind entsprechend klein und oft überfüllt. Komme zur Öffnung um 9 Uhr oder nach 16 Uhr.

Getreidegasse 9. 14 € (Kombiticket mit Wohnhaus 20 €). Täglich 9–17:30 Uhr (Juli–Aug bis 20 Uhr).

★★ Mozarts Wohnhaus (Tanzmeisterhaus)

1773 zog die Familie Mozart in das geräumigere Tanzmeisterhaus am Makartplatz auf der rechten Salzachseite. Hier komponierte der junge Mozart viele seiner frühen Meisterwerke. Das Museum ist moderner und weniger überlaufen als das Geburtshaus, mit Multimedia-Stationen, originalen Notenhandschriften und einer beeindruckenden Sammlung von Mozart-Porträts. Im Tanzmeistersaal finden regelmäßig Kammerkonzerte statt — Mozart in Mozarts Wohnzimmer.

Makartplatz 8. 14 € (Kombiticket mit Geburtshaus 20 €). Täglich 9–17:30 Uhr.

Mozart abseits der Kugeln

Wer Mozart jenseits des Kommerzes erleben will:
Mozarteum — Die Internationale Stiftung Mozarteum (Schwarzstraße 26) beherbergt Mozarts Originalklavier und veranstaltet ganzjährig Konzerte. Im Garten steht das „Zauberflötenhäuschen", in dem Mozart angeblich Teile der Oper komponierte.
Sebastiansfriedhof — Hier liegt Mozarts Vater Leopold begraben (Linzer Gasse 41). Ein stiller, wunderschöner Friedhof im italienischen Stil mit dem Mausoleum des Erzbischofs Wolf Dietrich.
Mozartwoche (Ende Jänner) — Das renommierteste Mozart-Festival der Welt, gegründet 1956. Die Wiener Philharmoniker und internationale Solisten spielen Mozarts Werke an historischen Orten. Karten ab 35 €, Spitzenkonzerte 120–250 €.

Tipp

Spare die 4 € Differenz und kaufe das Kombiticket (20 €) für beide Mozart-Museen. Das Wohnhaus ist oft das bessere Erlebnis — moderner kuratiert, weniger überfüllt und mit dem Tanzmeistersaal ein Ort, an dem man Mozarts Musik in seinem eigenen Raum hören kann.

Schloss Hellbrunn & Wasserspiele★★★€€

Fürstenweg 37, 5020 Salzburg
April–Okt 9–17:30 Uhr, Juli–Aug bis 21 Uhr
Schloss + Wasserspiele 16 €, Kinder 7,50 €

Schloss Hellbrunn (1615) ist das verspielteste Schloss Österreichs — erbaut als Lustschloss des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus, der einen ausgeprägten Sinn für Humor hatte. Das Schloss selbst ist hübsch, aber die Wasserspiele im Park sind das eigentliche Highlight und weltweit einzigartig.

★★★ Wasserspiele

Die Trick-Wasserspiele (erbaut ab 1612) sind ein barockes Vergnügen, das seit 400 Jahren funktioniert — ohne Strom, nur mit Wasserdruck aus dem Hellbrunner Berg. Der Fürsterzbischof lud Gäste zum Dinner in die Gartengrotten ein und ließ sie dann heimlich nass spritzen: Aus Tischsesseln schießen Fontänen, Steinfiguren spucken Wasser, mechanische Theater bewegen sich durch Wasserkraft, und wer durch die Alleen spaziert, wird von versteckten Düsen überrascht.

Die Führung (nur geführt möglich, ca. 40 Min.) ist unterhaltsam und interaktiv — der Guide aktiviert die Wasserüberraschungen und du wirst nass. Das ist Teil des Vergnügens. An heißen Sommertagen: perfekt. An kühlen Regentagen: weniger.

★★ Schlosspark & Steintheater

Der weitläufige Park (frei zugänglich!) beherbergt das Steintheater — die älteste Freilichtbühne nördlich der Alpen (1617), in den natürlichen Felsen gehauen. Hier fand 1617 die erste Opernaufführung nördlich der Alpen statt. Dazu: ein Wildpark mit Rehen und Damwild, Spielplätze und der berühmte Monatsschlössel-Aussichtspunkt.

★ Hellbrunner Adventzauber

Im November und Dezember verwandelt sich der Schlosspark in einen der stimmungsvollsten Adventmärkte Österreichs: 700 Laternen beleuchten die Alleen, Kunsthandwerk statt Massenware, Punsch und Kastanien unter alten Bäumen. Weniger überlaufen als der Salzburger Christkindlmarkt und deutlich atmosphärischer.

Fürstenweg 37, 5020 Salzburg (6 km südlich der Altstadt). Schloss + Wasserspiele 16 € (Kinder 7,50 €). April–Okt: 9–17:30 Uhr (Juli–Aug bis 21 Uhr, Abendführungen!). Nov–März: nur Schloss (ohne Wasserspiele). Bus 25 ab Mirabellplatz (20 Min.).

Tipp

Nimm Wechselkleidung mit — oder zumindest eine leichte Regenjacke. Bei den Wasserspielen wird man nass, besonders auf den „Überraschungssitzen". Kinder lieben es, Erwachsene in Leinenanzügen weniger. Die Abendführungen im Juli und August (mit Beleuchtung) sind besonders stimmungsvoll.

Berchtesgaden & Königssee — Tagesausflug★★★€€

Königssee-Boot 21,50–25,50 €, Kehlsteinhaus-Bus 21 €, Salzbergwerk 24 €

Nur 30 km südlich von Salzburg — aber schon in Bayern — liegt einer der spektakulärsten Naturräume der Alpen: der Nationalpark Berchtesgaden mit dem smaragdgrünen Königssee, dem Watzmann (2.713 m) und dem historisch belasteten Kehlsteinhaus. Ein perfekter Tagesausflug ab Salzburg, der Natur und Geschichte verbindet.

★★★ Königssee

Der sauberste See Deutschlands liegt eingebettet zwischen steilen Felswänden wie ein norwegischer Fjord mitten in den Alpen. Die Elektroboot-Fahrt über den 8 km langen See ist legendär: Auf halber Strecke stoppt der Bootsmann und spielt Trompete — das Echo von den Felswänden ist ein akustisches Wunder, das seit Jahrhunderten die Besucher verzaubert.

Ziel der Fahrt: die Wallfahrtskirche St. Bartholomä (1134), deren rote Zwiebeltürme vor der dramatischen Watzmann-Ostwand (1.800 m senkrechter Fels!) zu den ikonischsten Motiven der Alpen gehören. Von hier aus kann man zum Obersee weiterwandern (30 Min.) — ein noch stillerer, wilderer See mit dem Röthbach-Wasserfall (470 m, Deutschlands höchster Wasserfall).

Seestraße 55, Schönau am Königssee. Bootsfahrt nach St. Bartholomä: 21,50 € retour (Kinder 11 €). Bis Salet/Obersee: 25,50 € retour. April–Okt: halbstündlich 8–17 Uhr. Im Winter eingeschränkt.

★★ Kehlsteinhaus (Eagle's Nest)

Das 1938 als Geschenk der NSDAP an Hitler erbaute Kehlsteinhaus auf 1.834 m ist heute ein Restaurant und Dokumentationsort — kein Wallfahrtsort. Die Anfahrt ist spektakulär: Spezialbusse fahren die steile Kehlsteinstraße (6,5 km, 800 Höhenmeter) hinauf, dann fährt ein messingverkleideter Aufzug 124 m durch den Fels zum Gipfel. Der Panoramablick über die Berchtesgadener Alpen, den Königssee und bei klarer Sicht bis Salzburg ist atemberaubend.

Kehlsteinstraße, Berchtesgaden. Busticket ab Kehlsteinparkplatz: 21 € retour. Mitte Mai–Okt (wetterabhängig). Erster Bus 8 Uhr, letzter Aufstieg 16 Uhr. Restaurant oben: Hauptgerichte 14–22 €.

★★ Salzbergwerk Berchtesgaden

Seit 1517 wird hier Salz abgebaut — heute ist das älteste aktive Salzbergwerk Deutschlands ein Erlebnis-Museum. Die Führung (70 Min.) führt durch unterirdische Stollen, über Bergmannsrutschen und mit einem Floß über den unterirdischen Salzsee. Besonders für Familien ein Highlight.

Bergwerkstraße 83, Berchtesgaden. 24 € (Kinder 14 €). Täglich 9–17 Uhr (Nov–April 11–15 Uhr). Dauer 70 Min.

Anreise ab Salzburg

Bus 840 ab Salzburg Hauptbahnhof direkt nach Berchtesgaden: 50 Minuten, stündlich, ca. 6 € einfach (Bayern-Ticket lohnt sich für Gruppen: 27 € für bis zu 5 Personen, ganztags gültig). Mit dem Auto: 30 Min. über die B305/B20 (Grenzübergang ohne Kontrolle). Parkplatz am Königssee: 7 €/Tag.

Tipp

Plane den Tagesausflug so: Morgens früh (8 Uhr) den Bus nach Berchtesgaden nehmen, zuerst den Königssee (Bootsfahrt + Wanderung zum Obersee: 3–4 Std.), nachmittags das Kehlsteinhaus (2 Std.) oder das Salzbergwerk. Kombitickets gibt es nicht — plane 55–65 € pro Person ein.

Achtung

Das Kehlsteinhaus ist nur von Mitte Mai bis Ende Oktober geöffnet und wetterabhängig. Bei Nebel oder Sturm fahren keine Busse — dann als Alternative das Dokumentationszentrum Obersalzberg (5 €) besuchen, das die NS-Geschichte des Ortes aufarbeitet.

Salzburger Festspiele★★★€€€

Ende Juli bis Ende August
Karten 30–450 €, Gratis-Übertragungen am Kapitelplatz

Die Salzburger Festspiele (Ende Juli bis Ende August) sind das bedeutendste Klassik-Festival der Welt — gegründet 1920 von Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss. Sechs Wochen lang wird Salzburg zur Weltbühne: Oper, Schauspiel, Konzerte und Lesungen an über 15 Spielstätten, mit den besten Künstlern der Welt.

★★★ Jedermann am Domplatz

Das Herzstück der Festspiele: Hugo von Hofmannsthals „Jedermann" (Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes) wird seit 1920 auf dem Domplatz unter freiem Himmel aufgeführt. Wenn der Tod ruft und sein „Jedermann!"-Ruf von den Kirchtürmen der Altstadt widerhallt, läuft selbst hartgesottenen Zuschauern ein Schauer über den Rücken. Eine der eindrücklichsten Theatererfahrungen Europas.

Karten 30–450 €. Aufführungen: ca. 15 Vorstellungen im Juli/August. Vorverkauf ab November des Vorjahres — begehrte Termine sind schnell ausverkauft.

★★★ Großes Festspielhaus

Die größte Opernbühne der Welt (100 m breit!) wurde 1960 in den Mönchsberg gesprengt — eine architektonische Meisterleistung. Hier dirigieren die Wiener Philharmoniker, singen die größten Opernsänger der Welt und finden die prestigeträchtigsten Premieren statt. Auch außerhalb der Festspiele lohnt eine Führung (8 €, täglich 14 Uhr) durch die gewaltigen Räume.

Festspiele erleben — auch mit kleinem Budget

Die Festspiele sind teuer (Opernkarten 80–450 €), aber es gibt Wege:
Jedermann-Übertragung: Die Premiere wird live auf Großleinwand am Kapitelplatz übertragen — kostenlos!
Siemens Fest>Spiel>Nächte: Jeden Abend werden Opern und Konzerte auf Großleinwand am Kapitelplatz gezeigt — kostenlos, mit Würstelstand und Festspiel-Atmosphäre.
Kinder- & Jugendprogramm: Vergünstigte Karten ab 10 € für unter 27-Jährige.
Restkarten: Am Vorstellungstag ab 9:30 Uhr am Kartenbüro (Hofstallgasse 1) gibt es Restkarten mit bis zu 50 % Rabatt.

Festspiel-Saison praktisch

Während der Festspiele ist Salzburg teuer und voll: Hotelpreise verdoppeln sich, Restaurants sind ausgebucht, die Altstadt wimmelt von Abendkleidern und Smokings. Wer die Festspiele erleben will, sollte 6+ Monate vorher buchen. Alternative: In Berchtesgaden oder am Fuschlsee übernachten (30 Min. entfernt, halb so teuer) und abends nach Salzburg fahren.

Tipp

Die beste Art, Festspiel-Atmosphäre gratis zu erleben: Abends zum Kapitelplatz kommen, auf der Wiese sitzen, die Live-Übertragung auf der Großleinwand schauen und den Klang der Festung-beleuchteten Altstadt genießen. Decke und Picknick mitbringen!

Großglockner Hochalpenstraße★★★€€

Mai–Okt/Nov, täglich 5–21:30 Uhr
Maut PKW 41,50 €, Motorrad 31 €

Die Großglockner Hochalpenstraße ist die spektakulärste Panoramastraße der Alpen — und eine der schönsten Straßen der Welt. Auf 48 km überwindet sie 36 Kehren und führt über den Hochtor-Pass (2.504 m) zum Fuß des Großglockners (3.798 m), Österreichs höchstem Berg. Die Straße wurde 1935 eröffnet und war damals das größte Infrastrukturprojekt Österreichs.

★★★ Die Fahrt

Plane mindestens einen halben Tag für die Fahrt ein — wer durchrast, verpasst alles. Die Straße beginnt in Bruck an der Großglocknerstraße (Pinzgau) oder in Heiligenblut (Kärnten) und steigt durch verschiedene Vegetationszonen: von Almwiesen über Latschenkiefer-Gürtel bis zur alpinen Hochgebirgswüste über der Baumgrenze.

Halte an den Aussichtspunkten: Fuscher Törl (2.428 m), Edelweißspitze (2.571 m, der höchste Punkt, nur über eine Stichstraße erreichbar — Rundumpanorama über 30+ Dreitausender!), Hochtor-Tunnel und die Stichstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

★★★ Kaiser-Franz-Josefs-Höhe & Pasterze

Das Highlight der Straße: Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m) blickst du direkt auf den Großglockner und die Pasterze, den größten Gletscher der Ostalpen. Der Gletscher ist eindrucksvoll — und erschreckend: Er hat seit 1850 über die Hälfte seiner Fläche verloren. Eine Gletscherbahn (frei) führt hinunter zur Gletscherzunge. Murmeltiere sind hier allgegenwärtig — sie posieren regelrecht für Fotos.

★★ Wanderungen

Gamsgrubenweg (2,5 km, 45 Min.): Panorama-Höhenweg mit Tunneln und Felsgalerien direkt über der Pasterze. Leicht, auch für Familien. Murmeltiere, Steinböcke und Gänsegeier als Begleiter.
Stockeralm-Rundweg (4 km, 90 Min.): Almwanderung mit Blumenwiesen und Almhütte zum Einkehren. Kaiserschmarrn auf 2.000 m — kulinarisches Highlight.
Glocknerwanderung bis Salmhütte (6 km, 3 Std.): Für Geübte. Aufstieg zur Salmhütte (2.638 m), der höchstgelegenen Alpenvereinshütte an der Glockner-Route. Näher kommst du dem Gipfel ohne Bergführer nicht.

Praktisches

Maut: 41,50 € pro PKW (Tagesticket, gültig für Hin- und Rückfahrt). Motorrad 31 €.
Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Anfang November (wetterabhängig). Täglich 5–21:30 Uhr (letzte Einfahrt 20:15 Uhr).
Anfahrt ab Salzburg: 150 km über die A10 und B311 bis Bruck, dann die Hochalpenstraße. Fahrzeit ab Salzburg: ca. 2,5 Std. bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
Tanken: Volltanken vor der Auffahrt — es gibt keine Tankstelle auf der Strecke.

Tipp

Starte möglichst früh (vor 8 Uhr): Die Straße füllt sich ab 10 Uhr mit Reisebussen und Motorrädern. Morgens ist die Luft klarer, die Sicht besser und die Murmeltiere aktiver. Bringe warme Kleidung mit — auf 2.500 m kann es selbst im Juli nur 5°C haben.

Achtung

Die Straße ist von November bis April/Mai gesperrt! Aktuelle Öffnung prüfen unter grossglockner.at. Auch im Sommer kann Schneefall oder Nebel die Straße kurzfristig schließen. Winterreifen oder Ketten sind bis Ende Mai ratsam.

Essen: Salzburger Nockerl, Kasnocken & mehr€€

Kasnocken 13–15 €, Nockerl 14–17 €, Bosna 4,50 €, Augustiner-Bier 4,60 €

Die Salzburger Küche ist alpin-deftig mit barockem Einschlag: Knödel, Nocken, Wildgerichte und süße Mehlspeisen dominieren. Salzburg liegt an der Schnittstelle zwischen bayerischer Deftigkeit und österreichischer Feinheit — und das schmeckt man.

★★★ Salzburger Nockerl

Salzburgs Nationaldessert — und ein kulinarisches Kunstwerk: drei luftige Soufflé-Hügel aus Eischnee, Zucker und einem Hauch Mehl, golden überbacken und bestäubt mit Puderzucker. Die drei Hügel sollen die Stadtberge Salzburgs (Mönchsberg, Festungsberg, Kapuzinerberg) darstellen. Frisch aus dem Ofen müssen sie sofort serviert werden — warten lässt man Nockerl nicht.

Stiftskeller St. Peter · St.-Peter-Bezirk 1/4 · €€€
Europas ältestes Restaurant — seit 803 durchgehend in Betrieb. Die Salzburger Nockerl hier (16,50 € für 2 Personen!) sind legendär, ebenso das Wild aus heimischer Jagd und die Forelle aus dem Klosterweiher. Die Barockstube mit Gewölbedecke ist das schönste Ambiente der Stadt. Hauptgerichte 18–32 €.
Täglich 11:30–22 Uhr. Reservierung dringend empfohlen.

★★★ Kasnocken (Käsespätzle)

Das Soulfood der Alpen: handgeschabte Spätzle mit geschmolzenem Bergkäse (meist Emmentaler und Bergkäse) und gerösteten Zwiebeln, serviert in der heißen Pfanne. Simpel, sättigend, süchtig machend. Dazu ein grüner Salat — das ist ein perfektes Alpenessen.

Gasthof Goldgasse · Goldgasse 10 · €€
Versteckt in einer der ältesten Gassen der Altstadt: ehrliche Salzburger Wirtshausküche in einem 600 Jahre alten Haus. Die Kasnocken (14,90 €) sind die besten der Stadt — goldbraun, käsig, knusprig. Dazu ein Stiegl-Bier vom Fass. Hauptgerichte 13–24 €.
Mi–Mo 11:30–21:30 Uhr, Di geschlossen

Zwettler's · Kaigasse 3 · €€
Alteingesessenes Brauhaus-Restaurant mit eigenem Biergarten am Kaiviertel. Kasnocken 13,90 €, Schnitzel 17,90 €, hausgemachte Knödel. Sonntags Brunch (22 € All-you-can-eat). Beliebt bei Einheimischen.
Täglich 10–23 Uhr

Weitere Salzburger Spezialitäten

Bosna — Salzburgs einzigartiges Streetfood: eine scharfe Bratwurst im Weißbrot mit Zwiebeln, Currypulver und Senf. Klingt simpel, schmeckt fantastisch. Erfunden in den 1950ern, gibt es die beste Bosna am Balkan Grill (Getreidegasse 33, winziger Durchreiche-Stand, 4,50 €). Die Schlange ist legendär — und berechtigt.

Mozartkugeln — Die echten Salzburger Mozartkugeln kommen nur von der Konditorei Fürst (Brodgasse 13): handgerollt, mit Marzipan, Nougat und Pistazien, überzogen mit dunkler Schokolade. Stück 1,70 €, Schachtel mit 12 Stück 22 €. Die industriellen Mozartkugeln anderer Hersteller (im Supermarkt) sind kein Vergleich — achte auf das silber-blaue Fürst-Papier.

Forelle aus dem Salzkammergut — Frisch aus den Seen, am Tisch filetiert, mit Petersilienerdäpfeln und Butter. Am besten im M32 auf dem Mönchsberg (Mönchsberg 32, Forelle 28 €, dazu Panoramablick) oder im Bärenwirt (Müllner Hauptstraße 8, Forelle 19 €, bodenständig).

Augustiner Bräustübl · Lindhofstraße 7 · €
Salzburgs größte Bierhalle — und die schönste: seit 1621 brauen die Augustiner-Mönche hier Starkbier. Im riesigen Biergarten (1.400 Plätze unter Kastanien) holst du dir einen Steinkrug (0,5 l ab 4,60 €), lässt ihn am Holzfass füllen und kaufst an den Ständen in der Eingangshalle Brezen, Obatzda, Radi und Schweinsbratl. Kein Schnickschnack, kein Touristen-Programm — so trinkt Salzburg seit 400 Jahren.
Mo–Fr 15–23 Uhr, Sa–So 14:30–23 Uhr. Kein Reservierung möglich.

Tipp

Für den perfekten Salzburg-Essenstag: Morgens Frühstück im Café Tomaselli (Alter Markt, Melange + Kipferl 8 €), mittags eine Bosna beim Balkan Grill, nachmittags echte Mozartkugeln bei Fürst, abends Kasnocken im Gasthof Goldgasse und zum Absacker ein Augustiner-Bier im Bräustübl. Gesamtbudget: unter 50 €.

Praktische Tipps

Anreise

Der Flughafen Salzburg (SZG, „W. A. Mozart") liegt nur 4 km vom Zentrum. Bus 2 zum Hauptbahnhof: 15 Min., 2,20 €. Taxi: ca. 18 €.
Alternativ: Flughafen München (MUC) ist 190 km entfernt, dafür oft günstiger. Direktzug München–Salzburg: 1:30 Std., ab 19 €.

Mit dem Zug: ÖBB-Railjet ab Wien (2:20 Std., ab 19 €), ab München (1:30 Std., ab 19 €), ab Innsbruck (1:50 Std., ab 14 €). Der Hauptbahnhof liegt 20 Gehminuten von der Altstadt.

Vor Ort

Salzburgs Altstadt ist kompakt und autofrei — alles ist zu Fuß erreichbar. Für den Mönchsberg gibt es den Mönchsberg-Aufzug (Gstättengasse, 4 € retour). Das Busnetz (Salzburg AG) ist gut, Einzelfahrt 2,20 €, Tageskarte 6 €. Fahrräder leihen bei Movelo (ab 15 €/Tag) — die Salzach-Radwege sind herrlich.

Übernachtung

€ Budget: YOHO Salzburg (Bett ab 22 €), A&O Salzburg Hauptbahnhof (DZ ab 69 €).
€€ Mittelklasse: Hotel am Dom (DZ ab 140 €, perfekte Lage), Arthotel Blaue Gans (DZ ab 130 €, ältestes Gasthaus der Stadt).
€€€ Gehoben: Hotel Sacher Salzburg (ab 320 €), Schloss Leopoldskron (ab 250 €, „Sound of Music"-Schloss!).

Beste Reisezeit

April–Juni: Herrlich. Blühende Gärten, milde Temperaturen (12–22°C), Vor-Festspiel-Ruhe. Ostermarkt am Domplatz.
Juli–August: Festspielzeit! Voll, teuer, aber kulturell unschlagbar. 25–30°C, gelegentlich Gewitter.
September–Oktober: Goldener Herbst, Weinlese, Rupert-Kirtag (Salzburgs größtes Volksfest, Ende September). Wunderschön.
November–Dezember: Adventmärkte am Domplatz und in Hellbrunn. Stimmungsvoll, kalt (0–5°C), verschneit.
Jänner–März: Mozartwoche (Ende Jänner). Skigebiete im Umland (Obertauern 90 km, Kitzbühel 80 km). Günstigste Hotelpreise.

Tagesausflüge ab Salzburg

  • Hallstatt & Salzkammergut (75 km, 1,5 Std.): UNESCO-Dorf am See, Salzwelten, Skywalk. Bus 150 + Zug oder Auto.
  • Berchtesgaden & Königssee (30 km, 40 Min.): Siehe eigener Abschnitt oben.
  • Werfen — Eisriesenwelt (40 km, 45 Min.): Die größte Eishöhle der Welt! Burg Hohenwerfen als Bonus.
  • St. Wolfgang & Wolfgangsee (50 km, 1 Std.): Schafbergbahn, Weißes Rössl, Sommerfrische-Idylle.
  • Zell am See & Kitzsteinhorn (85 km, 1,5 Std.): Gletscher-Skigebiet, ganzjährig Schnee auf 3.000 m.

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