Britische Herrschaft & Plantations (1169–1800)
1169 begann die normannische Invasion — eingeladen von einem irischen König, der Hilfe gegen seine Rivalen suchte (ein Fehler, der Irland 800 Jahre kosten sollte). Die Normannen brachten Burgen, Feudalismus und die englische Krone, die ab 1171 die Oberhoheit über Irland beanspruchte. Zunächst kontrollierten die Engländer nur den „Pale" — ein kleines Gebiet um Dublin.
Ab dem 16. Jahrhundert verschärfte sich die Kontrolle: Heinrich VIII. erklärte sich zum König von Irland, und unter Elizabeth I. und Oliver Cromwell wurden die Plantations durchgesetzt — irisches Land wurde konfisziert und an englische und schottische Siedler vergeben. Cromwells Invasion (1649–1653) war die brutalste Periode: ein geschätztes Drittel der Bevölkerung kam durch Krieg, Hunger und Deportation um. Sein berüchtigtes Ultimatum: „To Hell or to Connacht".
Die Penal Laws (ab 1695) unterdrückten die katholische Mehrheit systematisch: Katholiken durften kein Land besitzen, nicht wählen, keine Schulen betreiben. Diese Gesetze schufen die tiefe Kluft zwischen protestantischer Oberschicht und verarmter katholischer Bevölkerung, die Irlands Geschichte bis heute prägt.