Gesellschaft & Identität · Abschnitt 3/5

Inselleben — Mentalität & Alltag

🇪🇸 Kanarische Inseln Reiseführer

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Inselleben — Mentalität & Alltag

Das Leben auf den Kanaren folgt einem ganz eigenen Rhythmus, der sich fundamental vom hektischen Festland-Spanien unterscheidet. Die Kanarier haben ein Wort dafür: „Tranquilidad" — eine tiefenentspannte Gelassenheit, die Neuankömmlingen zunächst den Verstand raubt und sie nach ein paar Wochen vollständig einnimmt.

Einige Beobachtungen zum kanarischen Alltag:

  • Zeit ist relativ: Verabredungen werden großzügig ausgelegt. „Mañana" heißt nicht „morgen", sondern „nicht jetzt". Der Handwerker, der „um 10 Uhr" kommt, meint damit den Vormittag — oder den Nachmittag. Oder nächste Woche. Nicht böse gemeint
  • Draußen leben: Das Klima erlaubt es, das ganze Jahr über draußen zu sein. Das soziale Leben spielt sich auf Plazas, in Straßencafés und an den Stränden ab. Die Wohnung ist zum Schlafen da
  • Familienkultur: Die Familie ist der Mittelpunkt des Lebens. Sonntagsessen mit der Großfamilie sind heilig, und Kinder gehören selbstverständlich zum Abendprogramm — ein Restaurant um 22 Uhr ohne Kinder wäre undenkbar
  • Spätes Leben: Abendessen ab 21 Uhr, Ausgehen ab 23 Uhr, die Bar schließt, wenn der letzte Gast geht. Sonntagnachmittag ist Passeo-Zeit (Flanieren)

Die Insularität prägt die Psyche: Jeder kennt jeden (besonders auf den kleinen Inseln La Gomera, El Hierro und La Graciosa), Gerüchte verbreiten sich in Lichtgeschwindigkeit, und Datenschutz ist ein theoretisches Konzept. Gleichzeitig herrscht eine bemerkenswerte Gastfreundschaft: Wer als Fremder in einer kleinen Dorfbar auftaucht, bekommt ein Getränk angeboten, bevor er es bestellen kann.

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