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Gesellschaft & Identität · Abschnitt 1/5

Kanarisch vs. Spanisch — Eine besondere Identität

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Kanarisch vs. Spanisch — Eine besondere Identität

Sage niemals zu einem Kanarier, er sei „Spanier vom Festland" — der Begriff „Peninsular" (Festlandspanier) wird klar von „Canario" unterschieden, und die meisten Kanarier definieren sich zuallererst über ihre Inselzugehörigkeit. Man ist Tinerfeño (Teneriffa), Grancanario (Gran Canaria), Conejero (Lanzarote — wörtlich „Kaninchenzüchter") oder Majorero (Fuerteventura) — und erst dann Canario und Spanier.

Die kanarische Identität speist sich aus mehreren Quellen:

  • Geographische Isolation: Über 1.000 km vom spanischen Festland entfernt, nur 100 km vor der Küste Afrikas — die Kanaren sind Europas abgelegenste Region
  • Guanchen-Erbe: Ein wachsender Stolz auf die prähispanischen Wurzeln. Guanchen-Namen (Tanausú, Gara, Acerina, Beneharo) sind als Vornamen beliebt, und archäologische Stätten werden zunehmend als Identitätsanker gefeiert
  • Lateinamerikanische Verbindung: Durch Jahrhunderte der Emigration nach Kuba, Venezuela und Uruguay fühlen sich viele Kanarier Lateinamerika näher als Madrid. Der kanarische Akzent klingt für Festlandspanier „südamerikanisch"
  • Afrikanische Nähe: Die geographische Lage und die Guanchen-Herkunft aus Nordafrika schaffen ein Bewusstsein dafür, dass man am Rande zweier Kontinente lebt

Die Rivalität zwischen Teneriffa und Gran Canaria (Pleito Insular) ist legendär und durchdringt alles: Politik, Fußball, Infrastruktur. Beide Inseln beanspruchen die Führungsrolle im Archipel, und die Lösung der zwei Hauptstädte zeigt, wie ernst diese Rivalität genommen wird.

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