Käse — über 300 Sorten
Charles de Gaulle soll gesagt haben: "Wie soll man ein Land regieren, das 246 Käsesorten hat?" Heute sind es über 1.200 registrierte Sorten, davon 46 mit geschützter Herkunftsbezeichnung (AOP). Frankreich produziert jährlich fast 2 Millionen Tonnen Käse — und konsumiert den Großteil selbst.
Die großen Käsefamilien
- Weichkäse mit weißem Schimmel — Camembert de Normandie (AOP, aus Rohmilch!), Brie de Meaux, Brillat-Savarin (70 % Fett, dreifach-cremig)
- Weichkäse mit gewaschener Rinde — Époisses (so geruchsintensiv, dass er in manchen TGVs verboten sein soll), Munster, Livarot, Maroilles
- Hartkäse — Comté (der meistverkaufte AOP-Käse Frankreichs, aus dem Jura), Beaufort ("Gruyère der Alpen"), Cantal
- Blauschimmelkäse — Roquefort (aus Schafsmilch, gereift in den Höhlen von Roquefort-sur-Soulzon), Bleu d'Auvergne, Fourme d'Ambert
- Ziegenkäse — Crottin de Chavignol, Sainte-Maure de Touraine, Valençay (pyramidenförmig, angeblich weil Napoleon die Spitze abschlug)
Käse wird in Frankreich nach dem Hauptgang und vor dem Dessert serviert — nie als Vorspeise. Man nimmt sich vom Plateau (Käseplatte), das im Uhrzeigersinn herumgereicht wird. Grundregel: Nie die Spitze eines Tortenstücks abschneiden (die "Nase"), sondern parallel zur Rinde schneiden, damit jeder den gleichen Anteil cremiges Inneres bekommt.
💡 Tipp
Auf dem Markt oder beim Fromagier (Käsehändler) die magischen Worte sagen: „C'est pour ce soir" (Das ist für heute Abend) — dann bekommst du einen Käse im perfekten Reifezustand. Für übermorgen: „C'est pour après-demain".