Schloss Chambord★★★
Chambord ist das größte und spektakulärste Schloss im Loire-Tal — und eines der ikonischsten Bauwerke der europäischen Renaissance. König Franz I. ließ es ab 1519 als Jagdschloss errichten, inspiriert von Leonardo da Vinci, der bis zu seinem Tod 1519 am Hof in Amboise lebte. Das Ergebnis ist ein architektonisches Wunderwerk: 426 Zimmer, 77 Treppen, 282 Kamine und eine Dachlandschaft aus Türmchen, Schornsteinen und Laternen, die an eine orientalische Stadtsilhouette erinnert.
Das Herzstück ist die berühmte Doppelwendeltreppe im Zentrum des Schlosses — zwei ineinander verschlungene Treppenläufe, auf denen man aufsteigen kann, ohne der Person auf der anderen Treppe zu begegnen. Das Konzept wird Leonardo da Vinci zugeschrieben, auch wenn sein genauer Anteil am Entwurf umstritten bleibt.
Chambord liegt inmitten eines 5.440 Hektar großen umzäunten Parks — der größte geschlossene Waldpark Europas, etwa so groß wie Paris innerhalb des Périphérique. Hier leben Hirsche, Wildschweine und seltene Vogelarten. Auf dem Dach des Schlosses bietet die Terrasse einen überwältigenden 360°-Blick über den Park.
Trotz seiner Grandiosität war Chambord nie wirklich bewohnt. Franz I. verbrachte insgesamt nur 72 Nächte hier. Das Schloss war ein Prestigeobjekt — gebaut, um die Macht der französischen Krone zu demonstrieren.
💡 Tipp
Komme zur Öffnung um 9 Uhr oder ab 16 Uhr — zwischen 11 und 15 Uhr schieben sich Busgruppen durch die Säle. Die Licht- und Soundshow „Chambord, rêve de lumières" (Juli–August, ab 22 Uhr, 19€) taucht die Fassade in spektakuläre Projektionen. Fahrräder können am Schloss gemietet werden (6€/Std., 14€/Tag), um den riesigen Park zu erkunden.