Montmartre & Sacré-Cœur★★★
Montmartre ist das Viertel, in dem Paris noch so aussieht, wie man es sich erträumt: steile Kopfsteinpflastergassen, efeuberankte Fassaden, Straßenlaternen aus Gusseisen, Kabarett-Schilder und Maler mit Staffeleien auf der Place du Tertre. Auf dem höchsten Hügel der Stadt (130 m) gelegen, war Montmartre im 19. und frühen 20. Jahrhundert das Epizentrum der Bohème: Toulouse-Lautrec malte hier die Tänzerinnen des Moulin Rouge, Picasso erfand im „Bateau-Lavoir" den Kubismus, und in den Cafés verkehrten Modigliani, Van Gogh, Renoir und Degas.
Die Basilique du Sacré-Cœur (1914 fertiggestellt) thront auf der Kuppe des Hügels wie eine weiße Meringue. Die romano-byzantinische Kirche aus Travertin-Kalkstein wird mit dem Alter weißer statt dunkler — ein einzigartiger chemischer Effekt des Steins. Im Inneren beeindruckt das riesige Deckenmosaik (475 m²) von Christus mit ausgebreiteten Armen. Die Kuppel (300 Stufen, 7 €) bietet den höchsten Panoramapunkt der Stadt — bei klarem Wetter sieht man 50 km weit.
Die Place du Tertre, wenige Schritte von Sacré-Cœur, ist der legendäre Künstlerplatz. Noch immer sitzen hier Porträtmaler (Porträt ab 30 €, Karikatur ab 10 €), umgeben von kleinen Cafés. Touristisch, ja — aber die Atmosphäre ist unbestreitbar. Für das authentischere Montmartre nimm die Seitengassen: die Rue Lepic (Vincents und Theos Van-Gogh-Wohnung auf Nr. 54), den Weinberg von Montmartre (einer der letzten Weinberge in Paris), die verspielte Mur des je t'aime (eine Mauer mit „Ich liebe dich" in 250 Sprachen) und das Musée de Montmartre (Renoirs ehemaliges Atelier, 14 €).
💡 Tipp
Meide die Bettelschema-Trickspieler an den Treppen von Sacré-Cœur und die Männer mit Freundschaftsbändern — das sind Abzockmaschen. Nimm die Standseilbahn (Funiculaire, ein Metro-Ticket) statt der 222 Stufen hinauf. Am atmosphärischsten ist Montmartre frühmorgens (vor 9 Uhr) oder abends nach 19 Uhr, wenn die Busgruppen weg sind.