Metz & Centre Pompidou★★
Metz ist die Hauptstadt Lothringens und eine der am meisten unterschätzten Städte Frankreichs. Mit 3.000 Jahren Geschichte, einer spektakulären gotischen Kathedrale, dem futuristischen Centre Pompidou-Metz und einem der größten erhaltenen Jugendstilviertel Europas verdient die Stadt weit mehr als den Durchgangsverkehr auf dem Weg nach Paris.
Metz liegt am Zusammenfluss von Mosel und Seille und ist eine Stadt des Wassers — Kanäle, Inseln und Parks durchziehen das Zentrum. Die Altstadt auf der Île du Petit-Saulcy und rund um die Kathedrale hat einen ganz eigenen Charakter: heller Jaumont-Kalkstein (der „goldene Stein Lothringens") gibt den Gebäuden einen warmen, honigfarbenen Ton.
Kathedrale Saint-Étienne★★★
Die Kathedrale von Metz besitzt die größte Glasfensterfläche aller gotischen Kathedralen weltweit — 6.500 m² Glasmalerei, die ihr den Beinamen „Laterne Gottes" (Lanterne du Bon Dieu) eingebracht hat. Die Fenster stammen aus allen Epochen: vom 14. Jahrhundert bis zu Marc Chagall, der 1958–1968 mehrere Fenster gestaltete. Seine leuchtend blauen und roten Fenster im nördlichen Querschiff — Szenen aus dem Alten Testament — gehören zu den schönsten modernen Kirchenfenstern der Welt.
Das Kirchenschiff erreicht eine Höhe von 41,41 Metern — eines der höchsten Frankreichs. Der Gesamteindruck des Lichts, das durch die farbigen Fenster flutet, ist überwältigend.
Eintritt frei. Täglich 8–18 Uhr (Sommer bis 19 Uhr). Führungen auf Deutsch und Französisch über das Tourismusbüro (8€).
Centre Pompidou-Metz★★
Der erste „Ableger" des Pariser Centre Pompidou eröffnete 2010 in Metz — ein spektakulärer Bau der japanischen Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines. Das hexagonale Dach aus Holz und Teflon-Membran erinnert an einen chinesischen Bambushut und ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Das Museum zeigt Wechselausstellungen mit Werken aus der Sammlung des Centre Pompidou (über 120.000 Werke, die größte Sammlung moderner Kunst in Europa). Drei große Galerieräume mit je 1.000 m² bieten Platz für ambitionierte Ausstellungen. Die Qualität variiert — informiere dich vorab über das aktuelle Programm.
Selbst wenn die aktuelle Ausstellung nicht überzeugt: Das Gebäude selbst lohnt den Besuch. Von der Dachterrasse (frei zugänglich) bietet sich ein schöner Blick über Metz und den Bahnhof.
💡 Tipp
Der TGV-Bahnhof Metz ist direkt neben dem Centre Pompidou — ideal für einen Tagesausflug von Paris (1:25 Std., ab 29€) oder Straßburg (1:15 Std., ab 15€). Donnerstags ist das Museum bis 20 Uhr geöffnet und ab 17 Uhr günstiger (8€ statt 12€).
Quartier Impérial
Das Kaiserviertel (Quartier Impérial, UNESCO-Welterbe-Kandidat) wurde zwischen 1902 und 1918 erbaut, als Metz zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Kaiser Wilhelm II. wollte die Stadt zur Vorzeigestadt des Reichslandes Elsass-Lothringen machen und beauftragte die besten Architekten mit repräsentativen Bauten.
Das Ergebnis ist ein einzigartiges Ensemble aus wilhelminischem Neobarock, Jugendstil und Neorenaissance: der monumentale Bahnhof Metz-Ville (1908, komplett aus Granit), die Hauptpost (Neoromanik), das Palais du Gouverneur und zahlreiche Wohnhäuser mit Jugendstil-Fassaden. Ein architekturgeschichtlicher Spaziergang durch das Viertel dauert ca. 1 Stunde.